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Der Gewerbeverband fürchtet um die Zukunftsfähigkeit des Standorts Grafing.

Streit zwischen Verband und Bürgermeisterin  

Grafinger Gewerbe fährt Obermayr in die Parade

Grafing - Packt Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) beim Thema Wirtschaftsförderung nicht genug an? Der örtliche Gewerbeverband wirft der Rathauschefin mit geharnischten Worten Untätigkeit vor.

„Wir sind sowohl menschlich wie auch fachlich sehr enttäuscht“, teilt Vorsitzender Heinrich Hölzle mit. Grafing sei dabei, seine Zukunftschancen zu verspielen.

Die Gemeinde Vaterstetten hat einen, in der Stadt Ebersberg ist die Wirtschaftsförderung Chefsache des Bürgermeisters und auch im Landratsamt Ebersberg wurde schon vor geraumer Zeit mit Augustinus Meusel ein Wirtschaftsförderer installiert. In Grafing wird in der Stadtratssitzung am 4. Oktober über die Neuschaffung einer solchen Personalstelle diskutiert, im Vorfeld aber gibt es darüber einen handfesten Krach.

Kernpunkt der Auseinandersetzung: Die Stadt möchte den Wirtschaftsförderer in der Verwaltung installieren – wie es auch andere Kommunen tun – der Gewerbeverband hält eine externe Lösung für die bessere Lösung und erwähnt in diesem Zusammenhang ausdrücklich und mehrfach die Vorleistung, die die Stadträtin Gabriela Wischeropp (Freie Wähler) erbracht hat, die selbständig eine Marketing-Agentur betreibt. Aus dem Schreiben geht zwischen den Zeilen hervor, dass man sich Wischeropp sehr gut als Wirtschaftsförderin der Stadt vorstellen könne. Wörtlich wird deshalb in der Erklärung des Gewerbeverbands auf diesbezügliche Verhandlungen mit der Stadt verwiesen: „Auch wurde die Möglichkeit einer professionellen Einbindung von Marketing- und Wirtschaftsexpertin Gabriela Wischeropp diskutiert.“ Dass die Stadt Grafing jetzt selbst eine solche Stelle in der Verwaltung ansiedeln will, enttäuscht den Gewerbeverband sichtlich: „Eine Vermischung von Verwaltungsarbeit und Wirtschaftsförderung wird letztlich ineffizient sein“, befürchtet Heinrich Hölzle.

Den Vorwurf der Untätigkeit will Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr mit Verweis auf die Stadtratsvorlage für die Sitzung am 4. Oktober nicht gelten lassen. „Wir können nicht mehr, als alles von A bis Z abarbeiten“, verweist sie auf die Arbeitsbelastung in der Stadtverwaltung. Dass der „notwendige politische Wille fehle“, so wie der Vorwurf des Gewerbeverbandes lautet, weist sie zurück und wundert sich über die Schärfe der Hölzle-Kritik, die sie nicht versteht. Zuerst brauche man einen Stadtratsbeschluss, dann eine Ausschreibung und schließlich eine Entscheidung. Eine solche Stelle könne nicht freihändig vergeben werden, sagt Obermayr sinngemäß. Hölzle hingegen weist darauf hin, dass die ersten Bemühungen um die Stelle eines Wirtschaftsförderers bereits aus dem Jahr 2014 datieren. Konkret geworden ist bisher nichts.

Der entsprechende Stadtratsbeschluss kann jetzt aber am 4. Oktober fallen. Die dazugehörige Stellenbeschreibung sieht in etwa so aus: Aktive Wirtschaftspflege in der Kommune bedeute Bestandspflege, also Pflege der Kontakte mit Gewerbetreibenden, Akquisition von Neuansiedlungen, Leerstandsmanagement, die Weiterentwicklung der Infrastruktur, Standortmarketing, Öffentlichkeitsarbeit und natürlich darf auch der Begriff der Vernetzung nicht fehlen, nämlich „die Vernetzung der Akteure“.

Die aktuelle Entwicklung ist aber nicht nach dem Geschmack des Gewerbeverbandes. Dessen Stellungnahme klingt ein wenig danach, als wolle man die Brocken hinwerfen. „Wir sehen in dieser Thematik leider keine weiteren Handlungsmöglichkeiten mehr für uns. Es bleibt ein fader Geschmack und die Befürchtung, dass Grafings Chancen schwinden.“ Obermayr hingegen berichtet davon, dass der jetzt beschrittene Weg auch in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverband entstanden sei, dessen Vorarbeit sie ausdrücklich lobt. „Dafür sind wir wirklich dankbar“, sagt die Rathauschefin

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