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Vor dem Griff zum Spaten hatte Staatssekretär Gerhard Eck das Wort.

Umstrittenes Grafinger Verkehrsprojekt

Ostumfahrung: Startschuss als „Schlusspunkt“

Grafing - „25 Jahre habe ich mir gewünscht, bei dieser Straße das letzte Wort zu haben“, meinte die Grafinger Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne). Hatte sie am Montag beim fälligen Spatenstich zur Ostumfahrung von Grafing auch, aber anders, als als sie sich das vorgestellt hatte.

Obermayr hatte – damals noch als Stadträtin – bekanntlich bis zuletzt gegen das Straßenbauvorhaben opponiert. „Der Streit war heftig, aber endlich“, erinnerte sie die versammelten Vertreter der Politik und Straßenbaubehörden. „Ich hoffe inständig, dass die Entlastung wesentlich höher ausfällt.“ Denn Fachleute haben prognostiziert, dass nach dem Bau der neuen Straße im Osten von Grafing am Marktplatz im Zentrum 15 Prozent weniger Autos fahren werden. Für diese Entlastung seien „elf Millionen Euro am Ende ein gut ausgegebenes Geld“, meinte der zu dem Termin angereiste Staatssekretär im bayerischen Verkehrsministerium, Gerhard Eck. Er hatte insofern Recht, als die Entlastungswirkung in der Wasserburger Straße etwa 80 Prozent betragen soll. Der neuen Verbindung vom Gaschberg bis Seeschneid bescheinigte Eck, dass sie künftig „zur wichtigsten Verbindung zwischen den Landkreisen Rosenheim und Ebersberg zählen wird.

„Es geht um die Menschen im Zentrum von Grafing“, sagte Landrat Robert Niedergesäß (CSU) in einem kurzen Grußwort. Er erinnerte daran, dass „seit den 1960er Jahren“ schon an diesem Bypass im Osten der Stadt geplant werde und merkte kritisch an: „Die Natur ist in der Regel ein Verlierer eines solchen Straßenbaus. Das muss gut abgewogen werden.“

„Mobilität ist ein Stück Lebensqualität“, stellte Eck seine Sicht auf das Straßenbauprojekt dar, zu dem die Grafinger in einem Bürgerentscheid die Möglichkeit hatten, sich zu äußern. Die Entscheidung fiel damals denkbar knapp aus.

Niedergesäß blickte auf diese „Entstehungsgeschichte“ zurück und warf launig die Frage auf, ob die Grafinger grüne Bürgermeisterin das als „verspätetes Geburtstagsgeschenk“ empfinden würde. Er gab die Antwort gleich mit: „Wohl kaum“.

Gute Nachrichten gab es am Rande des Spatenstichs auch aus dem Straßenbauamt Rosenheim. Bereichsleiter Christian Rehm kündigte an, dass heuer noch die Straße von Grafing nach Moosach für eine Million Euro saniert wird. Auch die erst vor einigen Jahren fertiggestellte Südumfahrung von Ebersberg wird heuer saniert. Sie wurde zur „Buckelpiste“.

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