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Seit acht Jahren wird über die Zukunft dieses Gebäudes gesprochen - jetzt gibt es endlich einen Beschluss.

Manchmal dauert's eben etwas länger

Nach acht Jahren: Lösung für altes Schulhaus in Rotter Straße gefunden

Grafing -  Das Ergebnis einer fast zehnjährigen Auseinandersetzung steht fest. So lange der Lösungsweg war, so unscheinbar ist die Lösung: Das alte Schulhaus in der Rotter Straße 8 in Grafing kann endlich saniert werden.

Das Erdgeschoss wird Vereinen und Kultur eine Heimat geben, der erste und zweite Stock soll Asylbewerbern und sozialem Wohnen gewidmet. Das beschloss der Stadtrat in der jüngsten Sitzung gegen die Stimmen des "Bündnis für Grafing".

Vor fast zehn Jahren hatten sich die Türen im Gebäude in der Rotter Straße 8 in Grafing geschlossen. Brandschutzmängel machten eine weitere Nutzung des Hauses unmöglich. Ein Schlag für die Kommune, die zu diesem Zeitpunkt denkbar knapp bei Kasse war und auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Es folgte die Entwicklung anspruchsvoller Pläne, die vom jedoch Landratsamt Ebersberg durchkreuzt wurden. Die Aufsichtsbehörde konnte schlicht nicht erkennen, wie die Stadtverwaltung ihre Wunschvorstellungen finanzieren sollte. Es folgte ein Sitzungsmarathon zu diesem Thema, der jetzt am Dienstagabend ein Ende fand – und viele Bürger enttäuschen dürfte. Ein Haus für Kultur und Begegnung, eine neue Heimat für die Musikschule, ein Konzertsaal, das alles wurde Makulatur.

Immerhin: Dass das Gebäude jetzt doch erhalten bleiben wird, kann die Grafinger Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) als Erfolg verbuchen. Die machte nie einen Hehl daraus, dass ihr Herzblut an der Erhaltung des markanten Schulhauses am Eingang zum Grafinger Marktplatz hängt. Sie hatte das Dauerproblem von ihrem Vorgänger Rudolf Heiler geerbt. In der entscheidenden Sitzung am Dienstagabend wurde angesichts der jetzt angestrebten Notlösung trotzdem Enttäuschung überdeutlich. „Ich weiß nicht, die wievielte Sitzung das zu diesem Thema ist“, meinte Marlene Ottinger ("Bündnis für Grafing") und schob in Erinnerung an die Bemühungen und ein entsprechendes Bürgerbegehren nach: „Ich frage mich, warum wir überhaupt politische Arbeit machen.“ Die angestrebte Stätte für „Bildung, Kultur und Begegnung“ konnte sie nicht einmal mehr rudimentär erkennen, auch wenn SPD-Stadtrat Ernst Böhm in der jetzigen Lösung versöhnlich ein „Mehrkulturenhaus“ erkennen wollte.

Stadtrat Christian Einhellig (Freie Wähler) machte einen Vorschlag, der in dieser Situation vom Ratsgremium dankbar aufgegriffen wurde und tatsächlich Charme hat: In einem weiteren Bauabschnitt, so blickte er in eine ferne Zukunft, könne aufgeständert über dem angrenzenden Parkplatz ein Anbau errichtet werden, in dem alle Ziele, die vorerst nicht verwirklicht werden können, ihm doch noch realisierbar erscheinen: Eine Kulturzentrum 2.0 sozusagen. Die Ratsmehrheit erkannte in diesem Vorschlag schnell eine Möglichkeit, das Gesicht zu wahren angesichts der Bauchlandung, zu der es nach acht Jahren Verhandlungen nun gekommen war. Einhellig griff mit der aufgeständerten Bauweise, die eine Rückzahlung der Städtebaufördermittel für den einstigen Parkplatzbau verhindert, einen ständig von Böhm wiederholten und bereits überregional vorgetragenen Vorschlag auf, der simpel so lautet: Unten Parken, oben nutzen. Das freilich wird weiterhin von den Finanzen der Stadt abhängig bleiben, die aber momentan so schlecht gar nicht sind.

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