Menschenleer: Das Grafinger Freibad wurde am Sonntag geschlossen – wie immer am letzten Ferienwochenende, obwohl das Wetter noch zum Baden einladen würde.Foto: sro

Sommer geht in Verlängerung - Freibad dicht

Grafing - Wie war er nun, der Badesommer 2016? Das liegt im Auge des Betrachters. Für die, die gerne das Grafinger Freibad besuchen, war er vielleicht ein paar Tage zu kurz.

Ein Blick in die Statistik des einzigen Freibades im Landkreis Ebersberg zeigt: 2016 war ein Sommer wie viele andere auch. „Ungefähr 160 000 Euro“, rechnet Stadtkämmerer Christian Bauer die Einnahmen aus der diesjährigen Badesaison zusammen. „So viel, wie etwa im Durchschnitt der vergangenen Jahre, und das, obwohl wir die Gebühren angehoben haben.“

Ein paar Euro Umsatz hätten es wohl mehr werden können, wenn das Grafinger Schwimmbad nicht schon am vergangenen Sonntag seine Pforten geschlossen hätte. Wie immer war am letzten Ferienwochenende Schluss, obwohl sich der Sommer mit über 25 Grad im Schatten Anfang der Woche eindrucksvoll zurückmeldete. „Jeder Tag Freibad kostet uns 2000 Euro“, rechnet der Grafinger Stadtkämmerer Christian Bauer vor. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass mit dem Ende der Sommerferien auch die Badesaison vorbei sei. Er weiß zwar, dass „die Münchner Freibäder um eine Woche verlängert haben“. Aber ähnliche kommunale Einrichtungen in der Umgebung würden ebenso wie das Freibad der Stadt Grafing zu Ferienbeginn geschlossen. „Da haben wir uns schon informiert“, sagt Bauer. Das Grafinger Freibad besuchten heuer knapp 80 000 Badegäste.

Diejenigen, die einen warmen Herbst zu einem späten Bad nutzen wollen, haben dazu aber nach wie vor noch ausreichend Gelegenheit, wenngleich sie dabei schon etwas auf kalte Wassertemperaturen einstellen müssen. Nichts Neues allerdings für Badegäste, die am liebsten an den Seen in Poing, in Markt Schwaben oder in Steinhöring ihre Badetücher ausbreiten.

Besonders die Steinhöringer Badegelegenheit ist etwas für die unempfindlicheren Naturen. Selbst im August wurden dort nur knapp über ein Dutzend Grad Wassertemperatur erreicht. In Poing war es sogar noch einen Tick kälter, wo hingegen der Badesee in Markt Schwaben in der Hochsommerzeit schon einmal über 20 Grad Celsius kam. Im Naturbad Wiesmühle in Glonn erreichten die Temperaturen im August immerhin knapp über die 18 Grad, im Kastensee waren es über 20 Grad. Spitzenreiter bei den Komforttemperaturen war heuer der Steinsee, bei dem das Thermometer im August weit über 24 Grad erreichte - und das bei einer Sichttiefe von mehr als zwei Metern. Im Vergleich: Beim Klostersee war nach einem halben Meter schon Schluss mit der Sichttiefe. Die Daten liefert das Landratsamt Ebersberg im Rahmen der Überwachung der Badegewässer.

Alle Untersuchungen, die durch das Gesundheitsamt durchgeführt wurden, hatten das gleiche Ergebnis: „Die Proben waren bakteriologisch nicht zu beanstanden“, wird informiert. Baden im Landkreis ist also ein Genuss ohne Reue. Die Gesundheitsbehörde entnimmt alle zwei Wochen Wasserproben an je zwei Stellen pro Badesee zur Untersuchung im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Zusätzlich werden dabei auch Temperatur, pH-Wert und Sichttiefe gemessen.

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