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Apotheker Uwe Scheerschmidt sucht einen Nachfolger für seine Apotheke in Hohenlinden.

Nachfolger gesucht

Hohenlindener Apotheke vor dem Ende

Hohenlinden - Uwe Scheerschmidt sucht seit eineinhalb Jahren einen Nachfolger für seine Forst-Apotheke. Bis jetzt hat er noch niemanden gefunden.  

Das schlimmste, zurzeit vorstellbare Szenario sieht so aus: Uwe Scheerschmidt, seit 1984 Betreiber der Forst-Apotheke, findet auch weiterhin keinen Kollegen, der sein gut gehendes Geschäft in der Hauptstraße nach dem 30. November übernehmen will. Dann wird das eintreten, wovor sich schon jetzt der eine oder andere Hohenlindener fürchtet und was Bürgermeister Ludwig Maurer und mit ihm wohl auch der Gemeinderat unbedingt vermeiden möchten: Dass die Gemeinde am Nordrand des Forstes ab 1. Dezember ohne Apotheke dasteht und die Kundinnen und Kunden in die Nachbarorte Forstinning und/oder Forstern ausweichen müssen.

 Noch ist es nicht so weit. Dass sich Scheerschmidt jedoch genau diese „Deadline“ gesetzt hat, ist Fakt. Über den Dezember hinaus würde der 66-Jährige nach eigenen Worten nur noch weiter in seiner Apotheke stehen, wenn bis dahin fix ein Nachfolger gefunden worden sein sollte, der jedoch nicht gleich zum 1. Dezember die Geschäfte nahtlos weiterführen kann; weil er etwa aus seinem alten Arbeitsverhältnis so schnell nicht herauskommen kann. Noch ist es nicht so weit. Aber Gründe, dass es einen Fortbestand einer pharmazeutischen Versorgung in Hohenlinden lückenlos geben wird, sind momentan nicht viele vorhanden. Scheerschmidt bemüht sich schon seit eineinhalb Jahren um einen Nachfolger. Zahlreiche Interessenten waren, so berichtet er, seither schon zu Besuch, um sich die Forst-Apotheke anzusehen. Selbst einen auf Apotheken spezialisierten Makler hat Scheerschmidt schon eingeschalten.

 Zu einem Übernahmevertrag ist es dennoch nicht gekommen. An der Immobilie und an der Ausstattung kann es nicht liegen, da ist sich der Hohenlindener sicher. Vermieter ist die Gemeinde. Und die kümmere sich vorbildlich darum, dass alles in Ordnung ist oder schnell repariert wird, sagt der Apotheker. Die Innenausstattung kann es nach seiner Einschätzung auch nicht sein. Vor 13 Jahren sei alles umfassend saniert worden, die Apotheke befinde sich auf dem aktuellen Stand, sei barrierefrei und werde obendrein von einem motivierten Team betrieben, das sich gerne weiter um die Hohenlindener Kundschaft kümmern will. „Die meisten sind aus dem Ort und Stammkunden“, weiß der Inhaber. Dazu kommen, wegen der guten Lage an der Hauptstraße, auch nicht wenige Pendler, die auf dem Weg von und nach München schnell mal reinkommen, um sich zu versorgen mit dem Gewünschten. Das alles führt, so berichtet Scheerschmidt weiter, letztlich dazu, dass die Forst-Apotheke finanziell gut dastehe. „Ich konnte mit meiner Arbeit und meinem Geschäft gut leben“, sagt Scheerschmidt, zugleich Pressesprecher der Apotheker im Landkreis Ebersberg. 

In erster Linie sind es gesundheitliche Gründe, die ihn dazu bewogen haben, den Schritt jetzt zu gehen. Scheerschmidt hat inzwischen vier Bypässe bekommen. Stress, so hatten ihm Ärzte gesagt, sei Gift. Und stressreich ist das Berufsleben eines Apothekers allemal. Auch in seinem Bereich hat über die Jahre immer mehr der Bürokratismus in Form von immer mehr Gesetzen Einzug gehalten, berichtet er. „Die Arbeitsbedingungen für Apotheker sind immer schlechter geworden“. Der Beruf, fügt er offen an, habe sich gewandelt. Da sei zum Beispiel der Umgang der Kassen mit den Apothekern, die Scheerschmidt inzwischen manchmal schon „eisig“ nennt. Der Vorschriftenwahn komme nun noch erschwerend hinzu.

 Ein Beispiel: „Um eine Salbe nach einem Arztrezept herzustellen, brauche ich vielleicht ungefähr 15 Minuten. Für die Formalitäten hintendran aber nochmals 30 Minuten.“ Das alles sind allgemeine Probleme, nicht spezifisch für Hohenlinden. Warum bislang keiner die Forst-Apotheke habe übernehmen wollen, darauf weiß Uwe Scheerschmidt auch keine erschöpfende Antwort. Er hat zurzeit lediglich die Vermutung, dass für den einen oder anderen Kollegen das Leben auf dem Lande vielleicht nicht das ist, was man sich so vorstelle. Was das angeht, hat sich Scheerschmidt zusammen mit seiner Frau schon entschieden. Er will, sobald es dann geht, Hohenlinden verlassen und sich zurückziehen in der Immobilie, die man sich gemeinsam angeschafft hat. Derweil gehen die politischen Bemühungen, den Fortbestand der Apotheke am Ort zu sichern, weiter. „Wir würden sie gerne behalten“, sagt Bürgermeister Ludwig Maurer. Und verweist wie Apotheker Scheerschmidt darauf, dass das Geschäft gut dastehe.

 Was den Preis angeht, gibt sich der scheidende Apotheker verhandlungsbereit. Und auch die Gemeinde als Vermieter wird wohl, schenkt man den Worten des Bürgermeisters Glauben, flexibel. An einem womöglich zu hohen Mietzins sollte eine Übernahme nicht scheitern, so Maurer gegenüber der Ebersberger Zeitung. In einem Vier-Augen-Gespräch könne man schließlich über vieles reden.

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