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Die drei 200 Jahre alten Eichen (links) auf Kirchseeoner Grund will das Landratsamt Ebersberg als Einheit schützen, gemeinsam mit vier weiteren Bäumen (rechts), die auf Privatgrund stehen. Die Gemeinde ist dagegen.

Kirchseeon wehrt sich gegen Naturschutz

Eichen sollen weichen dürfen

Kirchseeon – Der Naturschutz hat in Kirchseeon derzeit keinen leichten Stand. Der Gemeinderat betreibt Pläne zum Bau einer Ortsumfahrung durch den Ebersberger Forst und will vermeiden, dass das Landratsamt Ebersberg drei etwa 200 Jahre alte Bäume in der Siedlerstraße unter Naturschutz stellt.

Einer entsprechenden Bitte der Kreisbehörde um eine wohlwollende Stellungnahme erteilten die Kirchseeoner eine Abfuhr.

Das Landratsamt will die drei besagten Bäume, die auf Gemeindegrund liegen, gleichzeitig mit vier Eichen auf dem benachbarten Grundstück des katholischen Bildungswerks als Landschaftsbestandteil unter Naturschutz stellen. So sollen die sieben Bäume als „ortsprägende Einheit“ erhalten werden.

Dagegen hatte Bürgermeister Udo Ockel (CSU) einzuwenden, dass die Gemeinde Kirchseeon sich von der Naturschutzbehörde nicht das Heft aus der Hand nehmen lassen solle, „damit wir im Notfall über die Bäume verfügen können“, so der Rathauschef. Dies könne beispielsweise bei künftigen Bauvorhaben notwendig werden.

Grüne und Freie Wähler: "Bäume prägen das Ortsbild"

Auf wenig Verständnis stieß dieses Ansinnen bei den Grünen. Die sieben Eichen markierten den historischen Rand des Ebersberger Forsts und prägten das Ortsbild, so die Fraktion in einer gemeinsamen Erklärung. Zudem gelte es ein Zeichen für den Baumschutz zu setzen, nachdem eine 120 Jahre alte Linde in einer Hauruck-Aktion dem neuen Kinderhaus hatte weichen müssen. Das Engagement des Landratsamtes habe außerdem einen finanziellen Vorteil: Die Kosten für die Instandhaltung und Pflege von geschützten Bäumen gehen von der Kommune auf den Landkreis Ebersberg über. Der Einschätzung der Grünen schlossen sich auch die Freien Wähler an.

Ockel hielt dagegen, dass der Gemeinderat eine Fällung von drei der vier Eichen auf dem Grundstück des katholischen Bildungswerks bereits 2015 genehmigt habe, unter der Bedingung einer Ersatzpflanzung – nun den Schutz des Gesamtensembles zu unterstützen, stehe dazu im Widerspruch. Jene Fällung hat das Landratsamt nach EZ-Informationen mit einer einstweiligen Unterschutzstellung verhindert.

Die Mehrheit der Stimmen von CSU und SPD reichte schließlich dafür aus, dass sich der Gemeinderat gegen den Schutz der drei Eichen auf Gemeindegrund aussprach. Die Entscheidung, ob man sich dem Beschluss beugen oder die Bäume dennoch ins Schutzregister aufnehmen wird, liegt nun beim Landratsamt.

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