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Das Dorfladen-Team (v.l.): Tamara Weidlich, Andrea Windecker, Stephanie Kleck, Sabine Schorling und Jessica Schneider. Nicht auf dem Bild: Regine Müller.

Frauen eröffnen ein Lebensmittelgeschäft

Die Laden-Hüterinnen von Moosach

Moosach - Sechs Moosacher Frauen packen an! Sie wollen in ihrem Ort ein Lebensmittelgeschäft eröffnen und damit das Dorf wiederbeleben. Bürger der Gemeinde können Anteile erwerben. Wir haben die Gründerinnen besucht.

Im Schaufenster des neuen Moosacher Dorfladens gibt es schon etwas zu sehen: Hinter den großen Glasscheiben der ehemaligen Weinhandlung in der Taubenstraße liegen zwar noch keine Äpfel, Zeitschriften oder Tees. Aber dort hängt ein Plan, den sechs Moosacherinnen gerade in die Realität umsetzen. Regale für Obst, Gemüse und Backwaren hat die Innenarchitektin Sabine Schorling darauf eingezeichnet, eine Kühlvitrine für Milch und Wurst, eine kleine Theke für Waage und Kasse. Alles, was ein Kramerladen eben so braucht.

„Wir wollen das Dorf wiederbeleben“, sagt die Betriebswirtin Andrea Windecker, die gemeinsam mit Stephanie Kleck für die Finanzen des künftigen Dorfladens zuständig ist. Moosach hat fast 1500 Einwohner, aber seit Jahren keinen Nahversorger mehr. Der geplante Laden soll sogar noch mehr sein, als eine Einkaufsmöglichkeit: eine kleine Kaffee-Theke soll ihn zu einem lokalen Treffpunkt machen.

Dafür brauchen die Initiatorinnen Geld – und haben eine clevere Strategie gewählt. Die Bürger selbst investieren in ihren Dorfladen: Als stille Teilhaber können sie Anteile zeichnen, in etwa wie bei einer Genossenschaft. 35 000 Euro Startkapital braucht der Dorfladen, so die Kalkulation. „Die haben wir“, sagt Windecker. Es hätten sich für den Anfang ausreichend Anteilseigner gefunden. Am Donnerstagabend fand daher im Pfarrheim die Gründungsversammlung der Unternehmergesellschaft statt. Es ist aber auch weiterhin möglich, Anteile an dem Laden zu kaufen.

Die Investoren werden an möglichen Gewinnen aus dem Laden beteiligt, je nachdem, wie viele Anteile im Stückwert von 180 Euro sie gezeichnet haben. Das gilt auch für die Initiatorinnen. Ob es Geld oder Gutscheine für den Laden gibt, entscheiden die Teilhaber gemeinsam. Denen sollte es aber nicht nur ums Geld gehen, mit schwarzen Zahlen rechnen die Planerinnnen erst in ein bis zwei Jahren. Ziel ist vielmehr, wieder Schwung in den Ort zu bringen. Und zwar als Dorfgemeinschaft.

Nun soll aus der grauen Kalkulation ein bunter Kramerladen werden, mit möglichst vielen Produkten aus der Region, darunter Brot, Obst und Gemüse. Ganz ohne Großlieferanten wird es nicht gehen – für alles, was die Region nicht hergibt, holen sich die Gründerinnen bereits Angebote ein. Gleichzeitig sehen sie sich nach Handwerkern um, denn sie wollen keine Zeit mehr verlieren. Eröffnen soll der Laden noch im ersten Quartal 2017.

Dann werden Tamara Weidlich und Jessica Schneider hinter der Ladentheke stehen. Die beiden sind als feste Mitarbeiterinnen eingeplant. Weidlich ist freiberufliche Floristin und die Kreative im Team. „Ich habe da einfach Bock drauf“, sagt sie über den Job im Dorfladen. Schneider hat lange in einem großen Unternehmen gearbeitet und „wollte mal was anderes machen.“

Einer, der Anteile gezeichnet hat, ist Moosachs Bürgermeister Eugen Gillhuber (CSU). Die Bürgerbeteiligung sieht er als „gutes Vorzeichen“, dass es klappt mit dem neuen Laden. „Das wäre eine Bereicherung für Moosach“, so Gillhuber. Besonders Senioren käme ein Nahversorger vor Ort sehr entgegen.

Damit es etwas wird mit der Bereicherung suchen die Initiatorinnen nun Helfer, die bei der Einrichtung des Ladens anpacken. „Gefragt ist ganz viel Ehrenamt“, sagt Windecker. Und auch für den späteren Betrieb werden Leute gesucht, die die beiden Verkäuferinnen auf freiwilliger oder auf Minijob-Basis unterstützen. Zu Beginn soll der Laden Öffnungszeiten von in der Früh bis in den Nachmittag haben, die dann an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

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