Von Ladestation zu Ladestation

Landkreis Ebersberg - Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Elektroauto zu kaufen, muss Vorarbeit leisten. Dabei spielt vor allen Dingen die Dichte der Ladestationen eine Rolle.

„Das ist eine der großen Aufgaben, die wir vor uns haben“, sagt der Klimaschutzmanager des Landkreises, Hans Gröbmayr. Bei aller Bereitschaft der Menschen, etwas für den Klimaschutz zu tun, spielten doch ganz praktische Fragen eine Rolle und vor allen Dingen auch diese eine Frage: „Wo kann ich mein Auto aufladen?“ Die nach wie vor geringe Reichweite der Elektrofahrzeuge macht ein vorausschauendes Handeln notwendig.

Das weiß Gröbmayr sogar aus eigener Erfahrung. Er fährt einen Hybriden des Typs VW Golf, der mit Benzin und elektrisch betrieben werden kann. „Wenn ich einen Termin in München habe, komme ich mit dem Strom nicht ganz hin und zurück“, weiß er.

In Grafing-Bahnhof zum Beispiel sind zwei Ladestationen, die von den Benutzern von Elektroautos, die nach München pendeln, gerne angenommen werden. Kommt der Besitzer eines E-Autos am Abend von der Arbeit zurück, ist die Batterie wieder voll. Für eine Fahrt nachhause reicht das allemal, wenn der Pendler nicht gerade weite Strecken zurückzulegen hat. Zuhause kann dann das Fahrzeug an der eigenen Steckdose für den nächsten Tag wieder aufgeladen werden.

Auf der Seite des Landratsamtes findet der Interessierte eine Übersicht über alle Ladestationen im Kreis - verbunden mit der Bitte, zur Aktualisierung des Angebots selbst beizutragen (siehe Grafik). Derzeit fehlen zum Beispiel noch die Angaben zu zwei Tankstellen in Poing im Parkhaus an der S-Bahnstation und auf dem dortigen Baywa-Gelände. Im Süden ist das Angebot dichter, aber von einer flächendeckenden Versorgung kann keinesfalls die Rede sein.

Manchmal gibt es auch technische Schwierigkeiten. Unter anderem haben Besitzer von Elektrofahrzeugen dem Vernehmen nach Probleme, die Batterien ihres Fahrzeugs am Bahnhof in Ebersberg aufzuladen. Gröbmayr selbst hat seit kurzem erst die Möglichkeit, seinen Wagen auf einem Parkplatz des Landratsamtes „aufzutanken. Ich habe vor wenigen Tagen einen Aufladeplatz bekommen“, berichtet er.

Momentan sind die wenigen, die im Besitz eines solchen Fahrzeuges sind, im Vorteil - zumindest, was die Kosten betrifft. Denn um das Modell Elektro zu befördern, ist der Ladevorgang kostenlos, „aber nur an den Ladestationen, die unter der Regie der Gemeinden betrieben werden“, so Gröbmayr.

Einen Schönheitsfehler hat das E-Auto aber nach wie vor. Denn bei dem hohen Anteil an Atomstrom, der den Energiemix in Bayern kennzeichnet, fahren die Betreiber solcher Fahrzeuge rein physikalisch zum Großteil eben mit Atomstrom, also einer Art von Energie, die der Umweltbewusste eigentlich ja gerade vermeiden will. Gröbmayr lädt sein Fahrzeug zuhause mit Strom aus einer Photovoltaikanlage auf. „Nur dann macht es auch Sinn“, sagt er.

Ein Blick auf das Informationsangebot unter der Internetadresse chargemap klärt darüber auf, dass es weltweit derzeit fast 33 000 Ladestationen mit etwa 100 000 Ladeanschlüssen gibt. Deren Zahl steigt langsam, aber stetig. „Der Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur ist unabdingbar“, weiß Gröbmayr.

Sie haben sich überlegt, ein Elektroauto zu kaufen, wissen aber nicht, wo Sie dieses aufladen können? „Im Internet gibt es zahlreiche Portale, um Ladestationen in der Nähe zu finden“, informiert das Landratsamt. Die meisten sind im Großraum München, je weiter man sich davon entfernt, umso mehr nimmt deren Dichte ab.

Internetadresse

Hier finden Sie eine Liste der Ladestationen im Landkreis:

https://de.chargemap.com

Rubriklistenbild: © dpa

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