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Verkaufsstände wie dieser, der an der Straße nach Ottendichl steht, sind Einzelhändlern ein Dorn im Auge. Sie fürchten weitere Umsatzeinbußen in einer schwierigen Zeit, in der sie gegen den Internet-Handel ankämpfen.

"Gewerbesaustall" beklagt

Internet und Verkaufsstände: Einzelhändler in Angst

Landkreis - „Aus der ersehnten Gewerbefreiheit ist ein Gewerbesaustall geworden.“ Der Vaterstettener Blumenhändler Peter Meier schäumt. Das Objekt seiner Wut sind die „ersten Automatenbuden“.

„Großangriff auf Einzelhändler“ nennt Peter Meier einen Automaten an der Straße nach Ottendichl als Beispiel für einen neuen Trend. Aber ausgerechnet dieser Obst- und Spargelstand ist nicht einmal genehmigt worden.

Die Einzelhändler im Landkreis Ebersberg haben es immer schwerer, gegen die mächtige Konkurrenz zu bestehen, die der Handel via Internet darstellt. „Eine Trennung zwischen Groß- und Einzelhandel ist nicht mehr zu erkennen“, schimpft Meier. Landwirtschaftliche Flächen an belebten Ortsrändern würden über Nacht zu Gewerbeflächen.

Das sieht Christian Klotz beim Bund der Selbständigen (BDS) für das Gebiet Oberbayern-Ost zuständig, nicht so kritisch wie Meier. „Ein Landwirt ist Zulieferer wie auch Händler“, sagt Klotz. Man könne in einer freien Marktwirtschaft nicht alles reglementieren. Dass die Einzelhändler des gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in den Orten des Landkreises Ebersberg fördern, ist aber auch dem Bund der Selbständigen klar. Deshalb wird der Ebersberger Bäckermeister Martin Freundl auf der Internetseite des BDS auch so zitiert: „Als Träger öffentlicher Belange gestalten wir vor Ort mit.“ Meier hingegen sieht im Trend zur „Automatisierung“ einen Angriff gegen die „mit viel Hoffnung gegründeten Dorfläden“.

Peter Meier, Blumenhändler in Vaterstetten.

Der Vaterstettener Bürgermeister Georg Reitsberger – selbst Landwirt – betont, dass die Gemeinde Vaterstetten den Einzelhandel vor Ort unterstütze. Er verweist darauf, dass die Blumen für das Rathaus und auch die besonderen Geschenke, zum Beispiel aus Anlass des hohen Geburtstags von Gemeindebürgern, aus dem örtlichen Einzelhandel stammten. Im Fall des Spargelautomaten an der Ottendichler Straße spricht der Bürgermeister von einer „eigenen „Regelung“. Aber auch Reitsberger räumt ein, dass vor der Errichtung der Verkaufsstation „nirgends nachgefragt“ worden sei.

Meier moniert, dass solche Verkaufsstellen im Landkreis „ungenehmigt auf landwirtschaftlichem Grund“ errichtet werden: „Zuerst hat man sich über die gelungene Selbstvermarktung der Spargelbauern gefreut, doch jetzt steht neben dem Spargelhaus eine Kirschenbude, neben der Kirschenbude ein Erdbeerstandl und hinter den Buden ein Klohäusl.“ Meist finde das alles an belebten Straßen statt, „also an Stellen, an denen nach unkontrolliertem Gesetz Halteverbot ist.“

Dieses Problem Sicht auch die Ebersberger Polizei. Die Straße Richtung Ottendichl ist eine Kreisstraße. Rechts und links am Fahrbahnrand sei eine durchgezogene Linie. Hier dürfe man nur im Notfall halten, nicht aber Parken, um sich zum Beispiel Spargel aus dem Automaten zu ziehen. „Über eine durchgezogene Linie darf man nicht fahren“, so die Auskunft der Ebersberger Beamten. Und auf der Fahrbahn das Auto für den Automateneinkauf abzustellen, geht gar nicht, weil zu gefährlich. Das Landratsamt Ebersberg pflichtet dem bei. Wie Behördensprecherin Evelyn Schwaiger berichtet, hat deshalb in Ottendichl schon eine Ortseinsicht stattgefunden. Danach war klar: „Der Stand wurde nicht genehmigt und kann auch nicht genehmigt werden.“ Er müsse wieder entfernt werden.

Dass das alleine zur Verbesserung der Situation des Einzelhandels entscheidend beiträgt, daran hat Meier seine Zweifel. Gerade in einem Ort wie Vaterstetten würden „gut organisierte Fabrikverkäufe wie Pilze aus dem Boden schießen“. Dass den Einzelhändlern eine noch ganz andere Konkurrenz erwächst, weiß auch der Blumenhändler. „Lebensmittelmärkte werden zu Kaufhäusern die mitten unter den Lebensmitteln stinkende Kunststoffe, Blumentöpfe mit offener Erde und auch Baumschulware, die nicht selten von Schädlingen befallen ist, verkaufen.“ Klotz hingegen meint: „Wir sind schon überreglementiert. Da würde ich ein großes Fragezeichen dahinter setzen

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