Beim Waschen Geld sparen: Die richtige Einstellung macht den Gewinn aus – für Umwelt und einen selbst. Foto: pantermedia

Bares Geld sparen - ohne zu investieren

Landkreis Ebersberg - Wenn es um die Energiewende geht, dann denken viele zunächst an umstrittene Windräder, Stromtrassen und Biogasanlagen. Es geht aber auch anders.

Es gibt viele kleine Schritte, die wenig oder nichts kosten, aber in der Summe viel bringen. „Das hat immer mit Nachdenken zu tun“, so der Klimaschutzmanager des Landkreises Hans Gröbmayr. „Es gibt fast nichts, was nicht mit Energie zu tun hat.“

Seit November erscheinen im Landratsamt die Energiespartipps des Monats. „Wir waren selbst überrascht, was da alles zusammenkommt“, so Gröbmayrs Kollegin Bärbel Zankl. „Das Potenzial verhaltensbedingter Einsparungen ist erstaunlich hoch.“ Und das wirkt sich auch direkt auf den Geldbeutel aus. „Wir reden immer über steigende Energiepreise, aber die Konsequenzen daraus werden viel zu wenig gezogen.“

Jedes Grad Celsius weniger in der Wohnung bringt beispielsweise eine Ersparnis von rund sechs Prozent. Wird die Wohnzimmertemperatur von 24 auf 20 Grad reduziert, kann fast ein Drittel der Kosten eingespart werden. Positiv wirkt sich auch aus, wenn Türen zwischen Räumen mit unterschiedlicher Temperatur geschlossen werden. Anstatt die Fenster zu kippen ist es besser, stoßweise für einige Minuten zu öffnen, bei abgedrehten Thermostaten.

Gute Tipps gibt es auch für den Haushalt. Kühlschrank und Gefriertruhe sollten an einem kühlen Ort aufgestellt werden. Aufstellplätze neben Herd, Spülmaschine, Heizung oder mit direkter Sonneneinstrahlung sind ungeeignet. Die Türen sollten nicht unnötig offen bleiben. Regelmäßiges Abtauen spart Energie. Eis an den Wänden vermindert die Kühlwirkung und erhöht den Stromverbrauch. Optimale Temperaturen sind für den Kühlschrank sieben Grad, für die Gefriertruhe minus 18 Grad. „Auch wenn der alte Kühlschrank noch geht, rechnet es sich, einen neuen, hochwertigen Kühlschrank zu kaufen“, so Gröbmayr.

Beim Kochen sollte eigentlich immer ein Deckel auf den Topf. Es sollte nur so viel Wasser verwendet werden, wie nötig ist. Wer Wasserkocher, Kaffeemaschine, Eierkocher, Toaster und Mikrowelle statt Herd und Backofen verwendet, erzielt ebenfalls einen positiven Effekt. Die Spülmaschine sollte immer voll beladen werden. 50 Grad Wassertemperatur reichen. Das sind 30 Prozent Einsparung gegenüber 60 Grad. Bei der Waschmaschine sind für Buntwäsche 30 Grad genug, bei Weißwäsche 40 Grad. Eine monatliche Wäsche mit Pulverwaschmittel bei 60 Grad reiche, so der Tipp der Energieagentur Ebersberg, um die Vermehrung von Keimen in der Maschine zu verhindern. Kochwäsche sei nur für spezielle Anforderungen notwendig, beispielsweise für sterile Wäsche im Krankenhaus.

Viel Reduktionspotenzial steckt auch in der Mobilität, die einen großen Teil des Energieverbrauchs ausmacht. Wer das Auto nutzt, kann ebenfalls sparen. Weniger Sprit braucht, wer seinen Kofferraum ausräumt oder Dachträger abbaut, wenn sie nicht gebraucht werden. Vorteilhaft ist, auf den richtigen Reifendruck zu achten. Energieintensive Zusatzfunktionen wie Sitzheizung sollten sparsam eingesetzt und der Motor bei längerer Wartezeit abgeschaltet werden.

Noch mehr spart natürlich, wer auf das Fahrrad umsteigt. Hier geht Gröbmayr mit gutem Beispiel voran. „Ich fahre in Glonn, wo ich wohne, nicht mehr mit dem Auto.“ Und Zankl verweist auf einen weiter positiven Effekt: „Wie viel schöner ist es doch im Ort, wenn sich die Leute wieder begegnen, wenn sie zu Fuß oder mit dem Radl unterwegs sind.“ Zankl fährt übrigens von ihrem Wohnort Oberpframmern ins Büro nach Ebersberg mit dem Fahrrad. „Da habe ich meine Sporteinheit auch gleich“, ergänzt Gröbmayr. Man könne in ein E-Bike investieren. Das rechne sich in Bezug auf den CO2-Ausstoß immer noch. Denn hinter der Energiewende steckt nicht nur Geldsparen, sondern auch eine Maßnahme gegen den Klimawandel mit seinen Folgen. „Wir stecken da schon mitten drin, ohne es als Bedrohung wahrzunehmen“, so Gröbmayr.

Weitere Informationen

unter www.energiewende-ebersberg.de

Von Robert Langer

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