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Die Maisernte im Landkreis Ebersberg läuft an. Die Flächen, auf denen er angebaut wird, werden immer teurer.

Preisexplosion: Grund ist rar und teuer

Landkreis Ebersberg - Wer im Landkreis Ebersberg landwirtschaftliche Fläche kaufte, musste 2015 tiefer in die Tasche greifen als im Jahr davor. Der Nutzgrund wird immer teurer.

Im Schnitt wurden im Landkreis im vergangenen Jahr rund 150 485 Euro je Hektar Fläche ohne Gebäude und Inventar bezahlt, rund 69 823 Euro mehr pro Hektar als ein Jahr zuvor - eine regelrechte Preisexplosion.

Insgesamt wechselten 37 landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Größe von rund 48,8 Hektar Fläche im Jahr 2015 den Besitzer. Von der Zahl her gesehen zehn Grundstücke mehr als im Vorjahr, von der Fläche her waren es rund 12,9 Hektar mehr (plus 35,9 Prozent). Das geht aus den aktuellen Daten des Landesamtes für Statistik hervor. Für diese Statistik werden die Daten der Finanzämter aufbereitet. Sie basiert also auf tatsächlich abgeschlossenen Verträgen.

In der Kaufwerte-Statistik für landwirtschaftliche Grundstücke werden alle Verkäufe von Acker- und Grünlandflächen ab einer Größe von mindestens 1000 Quadratmetern (0,1 Hektar) erfasst, von denen angenommen werden kann, dass sie auch nach dem Kauf - in einem zumindest überschaubaren Zeitraum - weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Rebland und gärtnerisch genutzte Flächen sind nicht enthalten.

Die 37 landwirtschaftlichen Grundstücke, die im Kreis Ebersberg den Besitzer wechselten, gehören zu insgesamt 5007 die in ganz Bayern verkauft wurden. Der Durchschnittspreis pro Hektar lag im Land bei 47 358 Euro. Die Kaufsummen für ganz Bayern zusammengerechnet, gingen 331,4 Millionen Euro an die Grundstücksbesitzer. In diese Summe flossen aus dem Kreis Ebersberg runde 7,35 Millionen Euro ein.

In Oberbayern ist der Grund am teuersten

Allerdings gibt es da gewaltige Schwankungen: Am höchsten war der Hektarpreis mit 84 857 Euro in Oberbayern. Auch in Niederbayern (78 878 Euro) und Schwaben (49 844 Euro) wurde laut Landesamt für Statistik „ein überdurchschnittlicher Hektar-Preis erzielt. Der mit Abstand niedrigste Verkaufswert errechnete sich mit 21 549 Euro für den Regierungsbezirk Oberfranken. Dies waren rund 54 Prozent weniger als im Landesdurchschnitt.“

Deutlich unter dem Landesmittel lag auch der in Unterfranken erzielte Hektarerlös von 22 848 Euro. Im Landkreis Ebersberg zahlten die Käufer im Schnitt wie erwähnt 150 485 Euro pro Hektar. Aber da der Mensch normalerweise in Quadratmetern rechnet, rechnen wir um und dann werden rund 15,05 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr: 8,07 Euro) für Acker- oder Grünland daraus und in Bayern waren es im Schnitt 4,74 Euro pro Quadratmeter. Außerdem ist es bei landwirtschaftlichen Flächen wie bei Autos: Je mehr Leistung sie bringen und je attraktiver sie sind, desto teurer sind sie. Nur sind Äcker halt nicht mobil, sondern Immobilien, sprich nur da zu verkaufen, wo sie sind.

Nicht jeder darf kaufen

Außerdem darf im Prinzip nicht jeder kaufen, weil die Landwirtschaft vor spekulativen Preisen geschützt werden soll: Ackerland kaufen und verkaufen ist ein staatlich überwachtes Geschäft. Deswegen ist für den Verkauf landwirtschaftlicher Flächen grundsätzlich eine Genehmigung nach dem Grundstücksverkehrsgesetz erforderlich, sagt der Bayerische Bauernverband (BBV). Und deswegen hat er eine spezielle Tochter-GmbH. Die beschreibt ihre Aufgabe so: „Als das für Bayern zugelassene gemeinnützige Siedlungsunternehmen hat die BBV LandSiedlung die Aufgabe übertragen bekommen, das siedlungsrechtliche Vorkaufsrecht nach § 4 Reichsiedlungsgesetz im Freistaat auszuüben.“ Sprich, sie kauft, wenn einer kommt, der weder Ackerbau noch Viehzucht, sondern nur Rendite im Sinn hat: Im Amtsdeutsch: „Erwerb durch einen Nichtlandwirt bei gleichzeitigem Vorhandensein eines erwerbsfähigen Landwirts, der die Fläche für den Betrieb benötigt (ungesunde Bodenverteilung).“ Da ist dann das Vorkaufsrecht die richtige Medizin.

zds

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