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Um diese Linden geht’s: Sie bleiben in ihrer ganzen Pracht erhalten.

Anwohner hatten sich beschwert

Landratsamt sagt: Finger weg von Zornedinger Linden

Zorneding - 40 Anwohner des Zornedinger Baugebietes Grünlandstraße hatten sich an den Gemeinderat gewandt. Ihr Wunsch: Die Linden vor ihren Haustüren sollten deutlich zurückgeschnitten werden, da sie die Gärten beschatten. Das Landratsamt sagt nein.

Die Linde gilt hierzulande als heiliger Baum. In der Spätgotik wurden viele Altäre aus Lindenholz geschnitzt, der Baum diente als Gerichts- und Tanzlinde, den Blüten werden heilende Kräfte zugesprochen, zudem dienen sie als wichtige Bienenweide. Nicht zuletzt deshalb wurde die Winterlinde zum „Baum des Jahres 2016“ gekürt. Nur in Zorneding hat man so seine Probleme mit der Linde.

Ende Juni erreichte die Gemeindeverwaltung eine Petition, unterschrieben von 40 Anwohnern des Baugebietes Grünlandstraße. Vor über 20 Jahren wurden dort Linden als Ausgleich für die Versiegelung der Landschaft gepflanzt. Diese Linden haben mittlerweile eine Höhe von bis zu neun Metern erreicht. Viele Anwohner klagen nun über eine starke Verschattung ihrer Anwesen und erhebliche Moosbildung auf den Rasenflächen. Da die Bäume einen Durchmesser von gut sechs Metern hätten, jedoch auf einem nur 1,5 Meter schmalen Grünstreifen beiderseits der Straße stünden, sei durch das Zusammenwachsen der Baumkronen über der Straße ein deutlicher Tunneleffekt spürbar. Das Wurzelwerk der Bäume dringe in die Gärten ein und mache dort die Randbepflanzung unmöglich, außerdem würden die klebrigen Absonderungen der Bäume Gartentüren, Briefkästen und Fahrzeuge verschmutzen. Die Anwohner forderten die Gemeinde daher auf, für einen kräftigen Rückschnitt auf eine „angemessene Größe“ von maximal fünf Metern zu sorgen.

Die Gemeinde holte eine Stellungnahme von Harald Käsbauer, Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Ebersberg, ein. Käsbauer widersprach den Anwohnern quasi in allen Punkten. So sei eine Linde, die in über 20 Jahren eine Höhe von neun Metern erreicht habe, als langsam wachsend einzustufen. Angesichts der Standorte auf einem schmalen Grünstreifen sei auch die Sorge, die Bäume könnten auf über 20 Meter anwachsen, unbegründet. Für die Verschattung der Grundstücke sorge laut Käsbauer nicht die Linde, sondern die Randbepflanzung der Gärten selbst, daher riet der Experte den Anwohnern, ihre Hecken und Sträucher zurück zu schneiden, was auch die Moosbildung verringere. Fahrzeuge dürften durch die Absonderungen der Linde gar nicht betroffen sein, wenn sie vorschriftsmäßig auf Stellplätzen und Garageneinfahrten stünden und nicht, wie während der Ortsbegehung, regelwidrig direkt im Grünstreifen unter den Linden. Ein Zurückschneiden der Linden würde die Bäume unwiederbringlich zerstören, warnte Käsbauer, weshalb die Verwaltung nun dem Gemeinderat vorschlug, auf die in der Petition beantragte Einkürzung zu verzichten, auch um hier keinen Präzedenzfall zu schaffen.

Werner Hintze (SPD), selbst Anwohner in diesem Baugebiet, warnte zwar: „Die Bäume sind wirklich ein großes Problem. Wenn wir jetzt nichts machen, werden die Probleme vor allem durch das Wurzelwerk noch größer.“ Die meisten Räte waren anderer Ansicht und beschlossen, die Bäume so zu belassen, wie sie sind. Lediglich der Vorschlag Peter Pernsteiners (FDP), zu prüfen, ob die Bäume womöglich Straßenlaternen verdecken, wurde ins Protokoll aufgenommen.

Susanne Edelmann

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