Leuchtturmprojekt in Moosach

Nahwärme aus der Sonne

Moosach - „Das ist ein bayernweites Leuchtturmprojekt“, sagt der Klimamanager des Landkreises Ebersberg, Hans Gröbmayr. Er meint damit die Großflächen-Solarthermie-Anlage, die in der Gemeinde Moosach neben dem Sägewerk entstehen soll.

Das Vorhaben kommt zum richtigen Zeitpunkt. Seit etwa einem Jahr werden ökologische Heizungen deutlich stärker gefördert. Dazu muss freilich auch die Kommune ihren Beitrag leisten und so wie es der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung signalisiert hat, ist sie bereit dazu.

Es geht um Folgendes: Die Kommune soll das Nahwärmenetz finanzieren, mit dem die in einer Hackschnitzelanlage, ergänzt durch die Großflächen-Solar-Thermie produzierte Wärme in die Haushalte transportiert werden kann. Denn nur dann ist gewährleistet, dass alle Zuschüsse vom Amt für ländliche Entwicklung und der KfW-Bank abgegriffen werden können.

„Das ist ein Projekt der Kommunalen Energie-Genossenschaft“, informiert Gröbmayr. Die Idee dazu sei ihm auf einer Reise nach Dänemark gekommen, wo es solche Thermie-Anlagen bereits gebe. In Bayern sei ein Projekt dieser Größenordnung ein Novum.

Nach derzeitigem Planungsstand ergeben sich für das geplante Netz mit einer Länge von 3,5 Kilometern Baukosten in Höhe von 990 000 Euro. Keine Kleinigkeit für die kleine Kommune, noch dazu wenn man berücksichtigt, dass da 100 000 Euro Planungskosten dazukommen.

Als Fördermittel können beim Amt für ländliche Entwicklung 200 000 Euro abgerufen werden, von der KfW-Bank kommen noch einmal 277 000 Euro dazu, so dass für die Gemeinde Moosach selbst eine Investition von 613 000 Euro verbleibt. Das sind aber gewissermaßen rentierliche Schulden. Denn vom Netzbetreiber wird für die Vermietung der Leitungen ein jährlicher Zins von drei Prozent der Investitionskosten erhoben und das ist mehr, als derzeit auf dem Finanzmarkt Zinsen zu erwirtschaften wären.

Bürgermeister Eugen Gillhuber (CSU) ist stolz auf das entstehende Werk, weil die Kommune so einen örtlichen Beitrag zur bundesweiten Energiewende leistet.

Bis es so weit ist, müssen vor Ausschreibung der Bauarbeiten die nötigen Wärmeabnahmeverträge und auch die Durchleitungsverträge zwischen der Nahwärme Moosach GmbH und der Kommune rechtsverbindlich geschlossen werden.

Voraussetzung dafür ist freilich die Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes, die dem Projekt Rechtssicherheit verleihen. Die Nahwärme Moosach GmbH (das ist bisher ein Namensvorschlag) hat drei Gesellschafter. Die Rege Energiegenossenschaft des Landkreises wird nach derzeitiger Planung 50,2 Prozent, die Naturstrom, eine Tochtergesellschaft, 24,9 und die DME Consult, eine Finanzierungsgesellschaft, ebenfalls 24,9 Prozent halten.

Projekte dieser Größenordnung kämpfen mit einem Grundproblem. Hauseigentümer, die gerade in eine neue Heizung investiert haben, zeigen weniger Neigung zu einem Anschluss an das Nahwärmenetz, als diejenigen, deren Heizungen ohnehin ausgetauscht werden müssen. Durch das Akquirieren neuer Fördergelder und auch dadurch, dass zwei neue Partner gefunden werden konnten, ist es möglich, auf Baukostenzuschüsse von Hauseigentümern zu verzichten, deren Heizung auf absehbare Zeit nicht zum Austausch ansteht.

Rubriklistenbild: © dpa

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