Gewerbegebietserweiterung an dieser Stelle zwischen Gemeindefriedhof und Autobahn? Dieser Vorschlag machte zuletzt die Runde. Aber auf ungeteiltes Wohlwollen stieß er bislang nicht. Der Rat stellt derzeit neue Überlegungen an; jedoch zunächst nichtöffentlich. Foto: dziemballa

Neue Idee für neuen Gewerbegrund

Anzing - Die September-Sitzungen scheinen es in Anzing in sich zu haben. Vor genau einem Jahr kamen im Plenum erstmals Gedanken zu einem erweiterten Gewerbegebiet auf.

Und auch heuer wird man sich im Plenum mit dieser Thematik befassen: Am 6. September, jedoch nichtöffentlich.

„Mehr Platz für einheimische Betriebe“: So titelte diese Zeitung in ihrer Lokalausgabe am 4. September 2015; also vor fast genau einem Jahr. Inhaltlich ging es um erste Überlegungen im Anzinger Gemeinderat, ein neues Gewerbe- oder Mischgebiet zu schaffen, um insbesondere die betrieblichen Bedürfnisse örtlicher Unternehmer zu befriedigen, wie sich Bürgermeister Franz Finauer damals sinngemäß äußerte.

Was damals noch als zunächst nebulöser Vorstoß daherkam, ist im Jahresverlauf natürlich immer konkreter geworden. Bis sich dann nach einer weitgehend nichtöffentlichen Debatte im Rat herauskristallisierte, dass eine Erweiterung westlich der Sempt und nördlich des Gemeindefriedhofs (also zwischen Friedhof und Autobahn) angepeilt werden sollte. Eine Idee, die umgehend Widerstände unter der Bevölkerung (oder Teilen davon) hervorrief. Zu hören waren sie bislang am deutlichsten im Verlauf einer Bürgerversammlung (wir berichteten).

Wenig Freude schien bislang auch der Agenda Arbeitskreis Anzinger Mitte mit der aus dem Plenum heraus kolportierten Idee gehabt zu haben. Dort hatte man sogar Alternativvorschläge erarbeitet. Zum Beispiel ein Gewerbegebiet östlich der Sempt im Anschluss an ein schon bestehendes Mischgebiet oder etwa an der Poinger Straße.

Diese Vorschläge waren dem Bürgermeister und dem Gemeinderat auch schriftlich zugesendet worden. Inzwischen, freilich nach einiger Zeit, hat Franz Finauer dem Arbeitskreis auch schriftlich geantwortet. Der Ebersberger Zeitung sagte er nun auf Anfrage, dass beide Vorschläge des Agenda-Kreises nach dem heutigen Stand der Dinge nicht umgesetzt werden könnten. Grund: Die beiden hier dringend benötigten Grundstückseigentümer (übrigens beide Mitglieder des Gemeinderats) seien nicht bereit, Grund abzugeben, ohne entsprechenden Ersatz an anderer Stelle zu bekommen. Finauer: „Ersatzgrund habe ich aber nicht, den ich anbieten könnte.“

Das bedeutet nun offenbar aber nicht automatisch, dass es bei der Suche nach einer für möglichst viele tragbaren Lösung nicht doch vorangeht. Neue Gewerbeflächen werden nämlich weiterhin benötigt. Und den friedhofsnahen Standort mag nach wie vor nicht jeder im Ort. Ebenso wenig übrigens die dafür notwendigen Veränderungen im Zuge der Erdinger Straße, um über sie via Kreisverkehr in das potenzielle Erweiterungsgebiet fahren zu können.

Finauer sagte zum aktuellen Stand der Dinge auf EZ-Nachfrage, dass man inzwischen an einem neuen, völlig anderen Vorstoß und damit an einer ganz neuen Planung arbeite. Dabei gehe es um ein Tauschgeschäft. Der Gemeinderat werde sich mit dem Thema inhaltlich am kommenden Dienstag, 6. September, im nichtöffentlichen Teil der September-Ratssitzung befassen (der öffentliche Teil beginnt wie immer um 19 Uhr; Sitzungssaal des Rathauses).

Zurzeit liefen noch Verhandlungen. Für eine Verwirklichung müssten unter Umständen jedoch der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan geändert werden, sagte der Anzinger Rathauschef weiter. Auch die Regierung von Oberbayern müsse man ins Boot holen. Wegen der noch laufenden Ferienzeit werde die Sache aber vermutlich, so Finauer, erst nach dem 12. September richtig Schwung aufnehmen können.

Von Jörg Domke

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