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Filmregisseur Franz Xaver Bogner im Gespräch mit Karin Nahrhaft vom Schwabener Theaterverein, die den Abend mit dem "verlorenen Sohn" erst möglich machte.

Talk mit Franz Xaver Bogner

Rückkehr zu Freunden

Markt Schwaben - Theaterverein und Heimatmuseum haben lange daran gebastelt, einen Abend mit Franz Xaver Bogner in Markt Schwaben zu gestalten. Nun ist es gelungen: Und wie.

Starten wir mit dem Ende: Der Stargast des Abends in der Schwabener Theaterhalle im Burgerfeld, Franz Xaver Bogner, bittet höflich seine ehemaligen Klassenkameraden aus früheren Schwabener Zeiten auf die Bühne zu einem Erinnerungsfoto. Die, die gekommen sind wie zum Beispiel Ludwig Schweiger oder Georg Söhn, lassen sich nicht zweimal bitten. Bogners Familienangehörige, die drei Kinder und seine Ehefrau, zücken spontan Handykameras. Auch sonst machen die einen oder anderem im ausverkauften Saal mal schnell ein Bild. Es herrscht eine Stimmung wie auf einem Klassentreffen am Ende eines Abends, den die Organisatorin Karin Nahrhaft vom örtlichen Theaterverein Stunden vorher als ein Angebot an alle Kunst-, Kultur- und Heimatinteressierte angekündigt hatte. 

Schon seit geraumer Zeit schwebte ihr vor, einen der bekanntesten Söhne der Gemeinde – wenn auch in Pliening geboren – nämlich den Filmregisseur Franz Xaver Bogner zu einer Art Hommage in die Marktgemeinde zu laden. Nach Markt Schwaben, wo Bogner gut drei Jahrzehnte seines Lebens verbrachte. Ein Wagnis ist das nicht. Bogner zieht. Die Freikarten waren restlos schnell vergriffen. Diese gewaltige Resonanz und das Rieseninteresse an seiner Person scheint an diesem Abend Bogner sogar irgendwie zu überraschen. Er ist, auch wenn es abgegriffen formuliert erscheint, ein „Star zum Anfassen“. Nein, eigentlich ist er jemand aus der Welt der Schönen, Reichen und Wichtigen, dem die vielfach dort verbreiteten Allüren auf den Senkel gehen. Mehrfach spricht Bogner bei seinem Schwabener Heimspiel genau über dieses Unbehagen. Man nimmt ihm sofort ab, dass er hier daheim und auch sonst als einer unter vielen wahrgenommen werden möchte.

 Voll eingetaucht in ein vertraut daherkommendes, fast schon familiäres Ambiente plaudert der Filmschaffende mit Münchner Wohnsitz stellenweise ziemlich locker und auffallend offen über diese, seine Branche und deren Auswüchse. Über Stars der Szene, die sich für solche halten, aber keine sind. Über die Qualität bzw. über die Nichtqualität neuerer Fernsehproduktionen. Über deren Schablonenhaftigkeit. Über Spekulanten, die sein geschätztes München zerstörten. Über den aus seiner Sicht gottlob misslungenen Versuch, eine seiner Kultserien im Vorabendprogramm, die Krimireihe „München 7“, zu „verpreußeln“, wie er es ausdrückt. Oder darüber, dass ihm Schauspieler suspekt geworden sind, die sich für etwas Besonderes halten. 

Die Kenner seiner Filmproduktionen mit Kultstatus wie „Irgendwie und sowieso“, „Zur Freiheit“, „Café Meineid“ oder „Der Kaiser von Schexing“ lauschen ganz besonders, wenn ihr Franz X etwa berichtet, dass sein Schreiben im Dialekt eher ein Zufallsprodukt gewesen sei. Dass er weitgehend mit der Hand schreibe und nicht am PC. Dass er zu der Spezies von Autoren gehöre, die den Druck brauchten und oft die besten Ideen entwickelten, je näher der Abgabetermin komme. Franz X Bogner berichtet auch von den inzwischen total anderen Produktionsbedingungen. „Früher“, doziert er, „gab es eine Woche Drehzeit für eine Folge“, heute würden 50 Minuten an einem Tag abgedreht. Von besonderem Interesse ist natürlich die Antwort auf die Frage, was aus Markt Schwaben mittelbar oder unmittelbar in seine Filme eingeflossen sei. Weniger, sagt der Filmemacher, in der Serie „Zur Freiheit“, aus der am Abend zahlreiche kürzere Sequenzen gezeigt werden. Eher schon in „Irgendwie und sowieso“.

 Als Beispiel erwähnt Bogner das Wirtshaus-Original Herbert Butz, der in den 50ern in Schwaben einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben soll. Anleihen für zumindest eine weitere Rolle in einer seiner Produktionen nahm der Regisseur wohl auch an der legendären Wirtin Anna Bader.

 Wohltuend ist, dass sich die Moderatorin Karin Nahrhaft darauf beschränkt, bei aller Nervosität im Vorfeld ihre zahlreichen Fragen so kurz und knapp wie möglich zu stellen. So wird es nie langweilig. So erfährt das Publikum schließlich auch aus erster Hand, wie Bogner selber damit um, ein Promi zu sein? Er erzählt dazu eine kleine Episode von einem Besuch Hannelore Elsners bei ihm daheim. Eine Anekdote geradezu, die unterstreicht, dass er, seine Frau und seine Kinder geerdet geblieben sind.

 So empfinden es jedenfalls wohl nahezu alle im Publikum an diesem Freitagabend. Wohl jeder nimmt dem Regisseur ab, dass es er voll und ganz ehrlich meint, wenn es sagt, der Besuch in Markt Schwaben und der Abend mit Freunden, Fans und Kameraden sei etwas gewesen, was ihn tief berührt habe.

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