Wie kann man den Verkehr hier sicherer machen? Wer künftig von der Isener Straße (rechts) nach rechts abbiegt in die Hauptstraße, fährt auf einer abknickenden Vorfahrt. Trotzdem ist der Rat überzeugt, dass eine Insel vor Hasi (hinter der Tankstelle links) nicht nötig ist. Foto: jro

Kein Bedarf für Verkehrsinsel in Hohenlindens Ortsmitte

Hohenlinden - Der Gemeinderat Hohenlinden wünscht sich zwar Querungshilfen in der Hauptstraße, aber an anderen Stellen.

Es gibt hierzulande Stadt- und Gemeinderäte, die umgehend die Chance ergreifen würden, um an eine Querungshilfe - zum Beispiel in Gestalt einer Verkehrsinsel - für eine Ortsstraße zu kommen. Zumal, wenn auch noch beträchtliche Fördermittel in Aussicht gestellt werden. In Hohenlinden sprach sich der Rat - nach einer intensiven öffentlichen Debatte am Montag im Rathaus - gegen eine solche Insel aus. Der Grund: Die von den Städteplanern ins Spiel gebrachte und von der Verwaltung zugleich favorisierte Lage erschien den Damen und Herren Mandatsträgern suboptimal. Steuergelder zu verpulvern für eine Insel, deren praktischen Nutzen im Gemeinderat am Ende niemand mehr erkennen konnte, wollte dann auch keiner.

Konkret ging es um den Vorschlag im Rahmen der laufenden Ortsmittengestaltung, im Zuge der Hauptstraße auf Höhe des Café Hasi eine solche Querungshilfe zu installieren. Dazu hätte man allerdings erheblichen Raum benötigt und die Bürgersteige beidseitig der Straße erheblich verjüngen müssen.

Hintergrund dieses Vorschlags: Im Zuge von Umwidmungen einiger innerörtlicher Straßen soll die jetzige Hauptstraße als abknickende Vorfahrt in die Isener Straße übergehen - und umgekehrt. Im weiteren Verlauf der Hauptstraße in Richtung Ostkreisel wird, wie schon oft berichtet, die ehemalige Bundesstraße 12 herabgestuft zu einer Gemeindestraße.

Querungshilfen seien im Grundsatz ja zu begrüßen, hieß es im Plenum. An dieser Stelle sei aber nicht zu erkennen, wer einen größeren Nutzen davon haben sollte. Fußgänger mit Ziel Rewe-Supermarkt müssten bei der vorgestellten Planung schließlich noch immer auch die Isener Straße überqueren. Und dort gebe es keine Querungshilfe.

Besser sei es dann schon, zwischen Allguth-Tankstelle und Rewe eine solche Vorrichtung zu bauen. Ob die allerdings dort genehmigungsfähig ist, steht offenbar auf einem anderen Blatt.

Vorteil der nun doch abgelehnten Insel wäre es gewesen, den Beginn des eigentlichen Ortskern auch baulich zu betonen, zumal es im Westen eine solche Querungshilfe geben wird. Die Insel hätte auch eine bremsende Wirkung auf den Verkehr aus Richtung Isen gehabt, hieß es. Zumal wegen der künftig einzuhaltenden Kurvenradien im Zuge der abknickenden Vorfahrt die Einmündung baulich ohnehin noch erheblich verändert werden muss. Großer Nachteil der Insel: Für größere Fahrzeuge wäre es unmöglich geworden, aus dem Kanzleiweg kommend nach rechts Richtung Isen oder Haag abzubiegen.

Anfangs war es fast nur Bürgermeister Ludwig Maurer, der sich als Befürworter des Architektenvorschlag outete. Am Ende stimmte aber auch er, wie alle anderen Kollegen im Gemeinderat, für einen Verzicht. Auch Seniorenbeiratssprecher Hermann Müller hatte, nachdem er Rederecht im Plenum bekommen hatte, betonte, dass eine Querungshilfe an dieser Stelle aus seiner Sicht keinen Sinne mache.

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