Kontaminierte Erde

Alter Müll treibt Kosten in die Höhe

Markt Schwaben - Kontaminiertes Erdreich aus dem Bereich Weißgerberweg in Markt Schwaben muss teuer entsorgt werden. Darüber wurde jetzt der Gemeinderat informiert.

Bei Arbeiten am Hauptsammler im Weißgerberweg in Markt Schwaben hatte der verantwortliche Ingenieur schon mal vorsorglich 400 Kubikmeter kontaminierte Erde einkalkuliert. „Ein Erfahrungswert“, wie Bauamtsleiter Frank Eichner sagt. Und ein gängiges Verfahren in der Baubranche. 

Kontaminierte Erde heißt in solchen Fällen: Erdreich, das zum Beispiel durchsetzt ist mit Holz oder Metall, also organischem und anorganischem Material, welches in keinem Fall aber wieder zur Verfüllung an anderer Stelle geeignet ist. Bisweilen taucht auch immer mal wieder Elektroschrott auf. So auch hier, wie Eichner jetzt im Gemeinderat sagte. Im Weißgerberweg hat man es aber noch mit einem weiteren Problem zu tun: Nicht die vorsorglich geschätzten 400 Kubikmeter fielen an, sondern 4000. Das zehnfache Aufkommen hat insbesondere Folgen, was die Entsorgungskosten angeht. Je nach Klassifizierung der Altlast sind gegenwärtig zwischen 7,87 Euro und knapp über 150 Euro pro Kubikmeter zu bezahlen. Macht im ungünstigsten Fall hier einen Entsorgungsbetrag von über 600 000 Euro. Von diesem „worst case“ (also dem schlechtesten anzunehmenden Szenario) geht man im Rathaus derzeit nicht aus, zumal die genaue Untersuchung und Feststellung der jeweiligen Fraktionen im ausgehobenen Erdreich noch aussteht. Realistischer ist dagegen, so der Bauamtsleiter, ein Betrag im mittleren Bereich mit Entsorgungsgebühren von gut 50 Euro/Kubikmeter. Und damit wäre die Gemeinde Markt Schwaben nach Adam Riese mit rund 200 000 Euro dabei. 

Denn: Das Risiko bei solchen Altlastenfunden trägt immer der Bauherr, in diesem Fall der Markt Markt Schwaben. Das Ganze bewege sich alles noch im Rahmen einer normalen Kostenberechnung, so der Amtsleiter, der gegenüber der Heimatzeitung betont, dass zum Beispiel das Grundwasser im genannten Bereich nahe des Kirchweihers von den Altlasten nicht in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Es wird vermutet, dass die jetzt gemachten Funde aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs beziehungsweise direkt nach dem Krieg stammen. Damals war viel in den Weiher geworfen worden, der ja auch noch eine andere Größe hatte als heute. Zunächst sollte das Thema im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Marktgemeinderatsitzung behandelt werden, auf Drängen einer klaren Ratsmehrheit aber wurde das Ganze dann doch öffentlich behandelt.

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