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Kole Marleku (44), Teilhaber am Restaurant Il Lago im Markt Schwabener Sportpark, zeigt auf den benachbarten Badeweiher, in dem er einen Buben vor dem Ertrinken gerettet hat.

44-jähriger Wirt zieht Buben aus dem Wasser

Der Lebensretter vom Markt Schwabener Badeweiher

Markt Schwaben - Kole Marleku (44) hat als Teilhaber am Restaurant Il Lago im Markt Schwabener Sportpark wieder Leben in die Gaststätte gebracht. Und jetzt auch Leben gerettet. Ein Bub war in den Badeweiher gefallen. Ohne die Rettungstat des Wirts wäre er womöglich nicht mehr am Leben.

Es war einer dieser verregneten Tag am Badeweiher in dieser zu Ende gehenden Saison. Das Restaurant Il Lago ist mittags gut gefüllt. Und der FC Falke spielt am frühen Nachmittag gegen Serbija München. Gut eine Dreiviertelstunde vor dem Match machen sich die Spieler im benachbarten Stadion warm. Kole Marleku hat reichlich zu tun, als plötzlich, gegen 12 Uhr, eine junge Frau ins Lokal stürmt und in gebrochenem Deutsch so etwas wie „Mein Kind“ ruft. Der 44-Jährige kümmert sich sofort um die Mutter – eine Spielerfrau des serbischen Fußballteams, das in der Marktgemeinde zu Gast ist. Marleku, selbst Vater von zwei Kindern (zwei und fünf Jahre alt), lässt sofort alles stehen und liegen und rennt mit der besorgten Mutter vor die Tür auf den Platz zwischen Gasthaus und See. In gut 20 Metern von dem Ufer entfernt, das hier mit einem Geländer abgesichert ist, sieht der Restaurantbetreiber, wie der Bub, den er auf sieben oder acht Jahre schätzt, um sein Leben kämpft. Der Bub kann nicht schwimmen. Wie er bis an diese Stelle, die geschätzt 1,8 bis 2,5 Meter tief ist, gekommen ist, hat niemand gesehen. Warum das Kind ins Wasser geraten ist, kann Marleku nur vermuten. Es wird sich um einen Ball bemüht haben, der schon seit Tagen auf dem See schwamm. Kole Marleku überlegt nicht lange. Nur sein Telefon, das er in der Brusttasche seines Oberhemdes mit sich führt, legt er noch beiseite und springt sofort ins kalte Wasser des Weihers. Den Buben bekommt er wenig später zuerst an den Haaren zu fassen. Danach zieht er das verunglückte Kind vor den Augen der Mutter an Land. „Wenn ich eine halbe Minute später gekommen wäre, wäre es zu einem Unglück gekommen, der Junge hatte um sein Leben gekämpft“, sagt der Lebensretter. Inzwischen haben einige der Restaurantgäste auch mitbekommen, was dort, keine 30 Meter von ihnen entfernt, vor sich geht. Auf die Idee, selbst herauszulaufen und sich um den Buben zu kümmern, kommt in diesen Momenten niemand.

Als Kole Marleku, vollkommen durchnässt wieder ins Lokal zurückkommt, ist ihm zumindest offener und ganz spontaner Applaus sicher. Der Lebensretter macht um den Vorfall kein großes Aufhebens. Er zieht sich um und kümmert sich ein paar Minuten später wieder zu seine Gäste. Der Vater des Buben bekommt von dem tragischen Vorfall nichts mit. In dem Moment, als sein Sohn beinahe ertrunken wäre, macht er sich mit seinem Fußballteam warm für das Punktspiel gegen die heimischen Falken.

Das Match geht 1:1-Unentschieden aus. Die Serben, sagt Marleku, feiern den Ausflug in den Landkreis Ebersberg aber wie einen Sieg. Die gesamte Mannschaft und die Anhänger kommen nach dem Fußballspiel ins Restaurant und bedanken sich überschwänglich bei Kole Marleku.

Der hat inzwischen seinen Humor, für den ihn die Gäste durchaus schätzen, voll und ganz wiedergefunden. „Es war heuer das erste Mal, dass ich im Weiher schwimmen war."

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