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So sieht der Bildschirm aus, wenn "Locky" zuschlägt. An die verschlüsselten Dateien ist meist kein Herankommen mehr.

Verschlüsselungstrojaner "Locky" am Werk

Virenattacke legt Markt Schwabener Rathaus lahm

Wegen eines Virenangriffs auf die EDV-Anlage bleibt das Markt Schwabener Rathaus am Freitag geschlossen. Laut Verwaltung besteht dennoch kein Grund zur Panik.

Die allerwichtigste Information für die Markt Schwabener Bürgerinnen und Bürger vorweg: Personenbezogene, sensible Daten sind nach Kenntnisstand von Donnerstagabend nicht in Hände Dritter gekommen. Das ist aber das einzige, was aus Sicht des Systemadministrators im Schwabener Rathaus, Günther Schwamberger, positiv war am Donnerstag. Dafür hat es der 54-Jährige nun damit zu tun, einen Computervirus zu finden und unschädlich zu machen, den sich die Gemeindeverwaltung vermutlich in den letzten Tagen oder Wochen unbemerkt irgendwo eingefangen hat. Deshalb bleibt das Rathaus am Freitag auch geschlossen. Bei der Attacke handelt es sich um einen so genannten Locky-Virus (siehe unten), wie er unlängst schon einmal bei einer großen Firma in Hohenlinden auftauchte.

Es war reiner Zufall, dass Schwamberger am Donnerstag deutlich früher seinen Dienst in der Verwaltung antrat. Gegen 6.30 Uhr war er schon im Haus, fast eine Stunde früher als gewöhnlich. Und schon kurze Zeit nach seinem Dienstbeginn bekam er die erste Mitteilung von Mitarbeitern, dass etwas komisch sei innerhalb der PC-Anlage im Haus. Seither arbeitet der Computerfachmann, von Beruf Informatiker und erst seit 1. April in Diensten der Gemeinde Markt Schwaben, fieberhaft daran, den „Trojaner“ zu lokalisieren, zu isolieren und unschädlich zu machen. Auch von externer Stelle hilft man dabei, die PC-Anlage der Gemeinde so schnell wieder flott zu bekommen.

Nur vereinzelte Rechner betroffen

Es seien nur vereinzelte Rechner betroffen gewesen, sagte Schwamberger am späten Nachmittag auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung. Kurz zuvor, um ziemlich genau 16 Uhr, hatte der Geschäftsführende Beamte im Rathaus, Bernhard Wagner, in einer Mail an die Presse davon berichtet, dass es einen Angriff auf die Computer gegeben habe und das Rathaus deshalb am Freitag, 29. April, ganztägig geschlossen bleiben werde.

Fortan bestand Schwambergers Aufgabe darin, den ganzen Tag über die infizierten von den nicht infizierten Computern zu trennen und zu ermitteln, wer wo etwas Falsches geöffnet haben könnte.

Dabei sei, so der Informatiker weiter, den Mitarbeitern gar kein Vorwurf zu machen. Jedem Privatnutzer daheim würde er zwar dringend raten, keine Mails zu öffnen, von denen man den Absender nicht wirklich kenne. In einer Gemeindeverwaltung, erst recht nicht in einer Kommune von der der Größe Markt Schwabens, sei das naturgemäß nicht möglich.

Die als „Locky“ betitelten Viren dienen dazu, Daten zu verschlüsseln, also den Mitarbeitern in Firmen oder, wie hier, in Stadt- und Gemeindeverwaltungen unzugänglich zu machen. „Gestohlen wird in der Regel nichts“, so Günther Schwamberger.

Ziel der Angreifer sei es, gegenüber dem Geschädigten Lösegeldforderungen zu stellen. Die Täter seien seinem Wissen nach Profis mit einer deutlich erkennbaren kriminellen Energie. Schwamberger: „Ich habe mich gleich erkundigt. Laut Bundeskriminalamt sollte man in keinem Fall diesen Forderungen nachgeben“. Man könne ohnehin nicht sicher sein, ob nach einer Lösegeldzahlung wirklich alle Daten wieder frei zugänglich werden und dass es nicht ein weiteres Mal zu einem Virenangriff kommt.

Natürlich hat die Gemeinde Markt Schwaben, wie alle Behörden, ihre Computer mit einer Schutzsoftware gegen Virenangriffe geschützt. Auch wenn sie regelmäßig auf den aktuellen Stand gebracht werden, gebe es keine Garantie für einen hundertprozentigen Schutz. So hofft man nun inständig, dass es so schnell wie möglich gelingen möge, die schädliche Viren zu finden, so dass am Montag wieder auf Normalbetrieb umgestellt werden kann.

Das ist "Locky"

Die Schadsoftware „Locky“ ist ein sogenannter Krypto-Trojaner. Auf die Rechner ihrer Opfer gelangen derartige Programme oft getarnt als harmlose E-Mail-Anhänge. Sie verschlüsseln den Rechner und alle darauf enthaltenen Dokumente, Fotos und sonstigen Dateien. Nur gegen Zahlung eines Lösegelds, so die Masche ihrer Schöpfer, gibt die Erpressersoftware die Daten wieder frei.

Die Polizei rät allerdings von der Zahlung ab, da die Täter die Computer meist auch dann nicht entschlüsseln, wenn die Opfer auf ihre Forderung eingehen. „Locky“ ist einer der aggressivsten Vertreter dieser „Ransomware“ genannten Virenkategorie.

Erst im Februar legte das Programm die Rechner einer großen Hohenlindener Firma lahm und richtete mit dem Datenverlust einen Schaden von etwa 30 000 Euro an.

Die Tricks der Daten-Hacker

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