Verbotene Bilder auf Rechnern und Smartphone

Dreifacher Vater (47) wegen Kinderpornos vor Gericht

Ebersberg/Markt Schwaben – Unappetitliche Angelegenheit: Wegen des Besitzes von über 200 kinder- und jugendpornographischen Bildern stand ein 47-Jähriger aus Markt Schwaben vor dem Ebersberger Amtsgericht.

Der Mann hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl über 4800 Euro erhoben, weshalb es zum Prozess kam. „Ich weiß nicht, wo die Bilder hergekommen sind“, lautete die wenig überzeugende Argumentation, mit der der dreifache Vater dem Gericht seine Unschuld beteuerte.

Eindeutige Bilder von Säuglingen, Kindern und Teenagern

„Völliger Humbug“, quittierte die Staatsanwältin die Versuche des Mannes, sich aus der Sache herauszureden. Schließlich hatten die Ermittler nach einer Hausdurchsuchung im Juli auf zwei Laptops, einem PC und einem Mobiltelefon jeweils verbotene Bilder gefunden. Darunter schockierendes Material, das Mädchen vom Säuglings- bis zum Teenager-Alter in eindeutigen Posen und bei sexuellen Handlungen mit erwachsenen Männern zeigt.

Aufgeflogen war der Mann, weil er mehrere Bilder in seinem E-Mail-Account gespeichert hatte, was der Provider den Behörden meldete.

Die Staatsanwältin verliert die Geduld

Der Angeklagte brachte vor, es müsse sich jemand anders Zugang zu seinen Geräten verschafft haben. Der matten Stimme und dem gesenkten Blick zufolge schien er selbst wenig überzeugt von seiner Version der Geschichte: Er habe, als er vor gut acht Jahren noch im Landkreis München gewohnt habe, öfter Bekannte auf seine kleine Tochter aufpassen lassen, weil er sich in einer psychischen Krise befunden habe. Die Namen dieser Leute, die auch Zugang zu seinen Rechnern gehabt hätten, wisse er nicht mehr. „Ein toller Vater sind sie“, schnaubte die Staatsanwältin – mit ihrer Geduld sichtlich am Ende.

Schließlich behauptete der Mann, der neue Partner seiner ehemaligen Lebensgefährtin habe seine Rechner möglicherweise schon vor fünf Jahren gehackt um ihm zu schaden. Die Bilder stammen laut den Ermittlern aber aus den Jahren 2012 bis 2014.

"Ich merke nichts"

„Merken Sie was?“, quittierte dies die Staatsanwältin. „Ich merke nichts“, blieb der Angeklagte stur. Aber Florian Alte, sein Pflichtverteidiger, merkte etwas: Um eine Strafe würde sein Mandant nicht herumkommen. Die Richterin erklärte, dass eine höhere Strafe als im Strafbefehl in Frage komme, falls es der unkooperative Angeklagte auf ein Urteil ankommen lasse.

In einem Gespräch unter vier Augen erklärte der Verteidiger seinem Mandanten den Ernst seiner Lage. Dieser nahm den Strafbefehl darauf mit ergebenem Nicken an.

Rubriklistenbild: © dpa

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