Fröhlich ging es gestern zu bei einer P-Seminar-Veranstaltung für Schüler des Franz-Marc-Gymnasiums. Als Zeitzeugin sprach dort Gertrude Krombholz, einst Olympia-Chefhostess in München. Hier wird sie umrahmt von den Schülerinnen Laura Carli und Alena Bluhme. Beide tragen Original-Dirndl von 1972. In der Mitte Maskottchen „Waldi“. Foto: dziemballa

Erinnerungen an Mark Spitz und Waldi

Markt Schwaben - Heuer gibt es das echte Olympia in Rio; und die Schul-Olympiade in Markt Schwaben. Gründe genug, am Franz-Marc-Gymnasium zum Thema Olympische Spiele ein Seminar anzubieten.

Was für eine agile Frau. Und das im 83. Lebensjahr. Mit den Armen rudernd läuft sie vor ihrem Auditorium ein paar Meter strammen Schrittes, um zu zeigen, wie sie sich damals, 1972, Platz und Respekt verschaffte, um einem besonders wichtigen Gast der Olympischen Spiele einen VIP-Platz in der Schwimmhalle zu sichern. Dort, wo alle den Star der Spiele schlechthin sehen wollten: Mark Spitz. Ja, dieser Amerikaner. Der hat’s Gertrude Krombholz bis heute angetan. Sieben Autogramme hatte sie damals von ihm ergattert. Aber leider hatte es nie zu einem Wortwechsel gereicht.

Gertrude Krombholz, die heute am Ammersee in einer Seniorenresidenz in, so muss man es wohl beschreiben, allerbester Gesundheit lebt, war nah dran. Ganz nah dran an den Spitzensportlern, die vor fast 44 Jahren um olympische Ehren kämpften. Damals war sie Chefhostess. Nicht die einzige Chefin. Aber eine, die vielen anderen jungen Frauen und Mädchen sagte, was zu tun ist, damit rundherum alles glatt geht.

Die Seniorin erzählt, als gebe es kein Morgen mehr. Über 30 Seiten hat sie, mit 82 Lebensjahren, als Power-Point-Präsentation vorbereitet. Ihre aufmerksamen und staunenden Zuhörer sind an diesem Nachmittag Schülerinnen und Schüler der Q 11. Sie alle sitzen hier, im kleinen Mehrzweckraum des Schwabener Gymnasiums, beisammen, um sich mit einem Thema zu befassen, das sie und uns heuer noch zweimal direkt betreffen wird: Die „Olympischen Spiele“.

Da sind einerseits die echten „Games“ in Rio de Janeiro. Da wird es aber auch wieder die internen Schulolympiade geben; und zwar am 25. und 26. Juli. Nach 2000 und somit 16 Jahren Pause erst die zweite Auflage. Dabei handelt es sich sowohl um einen sportlichen Wettstreit sowie um Teamspiele, bei denen die Gaudi nicht zu kurz kommen soll.

Rio und die Franz-Marc-Spiele heuer boten sozusagen den aktuellen Anlass, sich derzeit in P- und W-Seminaren mit Olympia auseinanderzusetzen. Dank der Beziehungen der inzwischen pensionierten Sportlehrerin Renate Schönberger war es den Organisatoren gelungen, die einstige Chefhostess zu einem olympischen Vortrag nach Markt Schwaben zu locken.

Und was die junge Leute da alles erfuhren: Zum Beispiel, dass man (nur) zum richtigen Zeitpunkt im Büro der TU München ans richtige, gerade freie Telefon gehen muss, um danach einen Job bei Olympia zu ergattern. Zum Beispiel, dass die Medaillenvergaben generalstabsmäßig organisiert wurden. Zum Beispiel, dass man im Umgriff des Olympia-Schwimmbades in Angst und Sorge war, Unbekannte könnten das Wasser des Olympiabeckens vergiften. Oder dass Olympiasieger, auch ehemalige Goldmedaillengewinner, ganz nette und wenig abgehobene Menschen sein können. Dass es geht, mit Nachdruck und weiblicher Überzeugungskraft 500 Hostessen innerhalb von fünf Minuten in bereitgestellte Busse zu beordern. Oder dass Originalplakate von damals heute unter Sammlern vierstellige Preise erzielen. Die Schüler erfuhren aber auch, dass das Attentat vom 5. September auf israelische Sportler dazu führte, dass vielen die Olympiade 1972 als zwei Spiele in Erinnerung geblieben seien: Die vor und nach dem Terroranschlag,

Ach ja; dann ist da noch eine ihrer Studentinnen, ohne die es den Zeitzeugentermin nie gegeben hätte. Renate Schönberger, inzwischen pensionierte Lehrerin am FMG, hatte den Kontakt hergestellt. Die beliebte Pädagogin war übrigens 1972 ebenfalls als Hostess bei den Spielen beteiligt. Sie, die junge Sportstudentin, kümmerte sich um die Belange der Athleten, Ehrengäste und Journalisten in der Olympiahalle beim Turnen und Handball. Ihre „Dienst“-Dirndl von damals brachte sie gestern gleich mit. Alena Bluhme und Laura Carli zeigten sie. Renate Schönberger hat die noch immer modischen Kleider, Konfektionsgröße 38, bis heute in Ehren aufbewahrt. jödo

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