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Eine Vorplanung für die ABS 38 Maßnahme bei Markt Schwaben. Die roten Linien markieren den zusätzlichen Schallschutz entlang der Bahnlinie. Zu sehen ist u.a. eine 2,4 km lange Maßnahme südlich der heutigen Gleise. Dort gibt es bis jetzt quasi nichts dergleichen.

Ausbaupläne zur ABS 38 in Markt Schwaben

Schallschutz auch südlich der Bahnlinie

Markt Schwaben - Damit hatte man in der Marktgemeinde gar nicht gerechnet. Am Rande eines CSU-Stammtisches zum Thema Bahn gab der Projektleiter Klaus-Peter Zellmer bekannt, dass in Vorplanungen für Markt Schwaben ein besonderer Schallschutz anvisiert ist.

In Markt Schwaben haben es sowieso schon immer alle gewusst: Markt Schwaben ist etwas Besonderes. Zum Beispiel, wenn es um die Bahnlinie zwischen München-Ost und der Marktgemeinde und darüber hinaus nach Mühldorf und Freilassing geht; oder um den schon seit Jahren geplanten barrierefreien Aus- und Umbau des Bahnhofs. Am Bahnhof Markt Schwaben kommen mit Blick auf das, was die Bahn einmal verändern will, viele Dinge auf einmal zusammen. Die Rede ist von Maßnahmen, für die drei verschiedene Stellen zuständig sind. Genau das wurde im Verlauf eines CSU-Stammtisches im Brauhaus Schweiger auf Einladung des Ortsverbandes und auf Initiative des Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz sehr deutlich. Immerhin gelang es dort, das angesprochene Knäuel an Kompetenten und Zuständigkeiten verständlich zu entwirren.

Das Problem, ganz konkret, in Markt Schwaben ist: Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs sowie ähnlicher Maßnahmen in Riem und Poing, der zusätzliche S-Bahnsteig in Markt Schwaben, die Beseitigung der Bahnübergänge in den Ortsteilen Feichten und Haus sowie die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau der Strecke Markt Schwaben – Freilassing sind aus Sicht von Bahn, Freistaat und Bund als drei ganz unterschiedliche Pakete zu sehen. Sie spielen sich zwar alle auf und an einer Strecke, müssen aber dennoch differenziert betrachtet werden.

Das zu verstehen, fiel einigen Besuchern des christsozialen Stammtisches nicht leicht. So kam es dann auch wohl, dass man im Rathaus Markt Schwaben zwar die Pläne für den barrierefreien Umbau des Bahnhofs (das Paket heißt „Initiative Bayern Barrierefrei“) im Detail kannte, aber zugleich nicht auf dem Radar hatte, dass der Weiterbau Richtung Mühldorf, das Projekt heißt Ausbaustrecke (ABS) 38, einem ganz anderen Paket (Bundesverkehrswegeplan) zuzuordnen ist und damit auch ganz anderen Planzeichnungen. Die beinhalten zum Beispiel, dass auch auf der Bahnhofseite in einer Länge von gut 2,4 Kilometern Schallschutzmaßnahmen vorzunehmen sind, wenn die ABS 38 im Bundestag demnächst im Rahmen der anstehenden Fortschreibung des Verkehrswegeplans beschlossen werden sollte. Der Schallschutz wird auf der Südseite der Bahn – vom Bahnhof Markt Schwaben ausgehend – Richtung Poing gut einen Kilometer lang sein und in Richtung Hörlkofen sogar eine Länge von 1,4 km haben, teilte der ABS 38-Projektleiter Klaus-Peter Zellmer mit.

Monika Schützeichel, die damals vor fast schon gut drei Jahrzehnten als engagierte Anliegerin für mehr Lärmschutz an der Bahn in Markt Schwaben in die Kommunalpolitik gespült wurde, frohlockte ob dieser Botschaft von Bahnseite. Das sei im Grunde genau das, wofür ihre Initiative in den 90er Jahren gekämpft habe, sagte sie.

Wie genau der von Zellmer angekündigte Schallschutz einmal aussehen wird, wurde am Stammtisch offengelassen. Der ABS-38-Fachmann und auch der Sprecher für Großprojekte bei der Bahn, Michael-Ernst Schmidt, verwiesen darauf, dass es hier noch vielerlei Berechnungen geben werde. Die Bahn habe sich aber das Thema Lärmschutz ganz groß auf ihre Agenda geschrieben.

Ausführlich beschrieb Schmidt die in ein paar Jahren anstehende Umrüstung von über 120 000 Güterwaggons mit modernen und deutlich leiseren Bremssystemen. Das, was der Gesetzgeber an anderen Maßnahmen für Markt Schwaben erforderlich machen werde, werde auch gebaut, hieß es sinngemäß.

Bürgermeister Georg Hohmann war es, der auf die Problematik aufmerksam machte, dass der nördlich der Bahn bestehende Schallschutz durch Wände und Wall dazu geführt habe, dass Lärm reflektiert und in Richtung Ortskern geleitet werde. In Markt Schwaben gebe es derzeit viele, die wegen der Bahn schlaflose Nächte hätten.

Zudem sei der Bahnhof Markt Schwaben in seiner Beliebtheit immer größer geworden. Gründe: Das Tarifsystem des MVV (XXL-Karte), die Express-S-Bahn und/oder der „Mühldorfer“ sorgten dafür, dass täglich bis zu 10 000 Fahrgäste die 8Station nutzten.

Stammtischbesucher Manfred Ihm kritisierte, dass es trotz des Knotencharakters Markt Schwaben keine Schnellverbindung zum Flughafen gebe. Viele Bürger warteten geradezu auf den Ringschluss über Erding zum Flughafen. Für den stünden die Chance noch nie so gut wie derzeit, ergänzte MdB Lenz. Der hatte sich erst unlängst via Pressemitteilung zum viergleisigen Ausbau der Strecke München-Ost – Markt Schwaben geäußert; für ihn eine Grundvoraussetzung für den Ringschluss. Und auch die ABS 38 findet seine Unterstützung. „Es ist gut, dass die ABS 38 in den vordringlichen Bedarf aufgenommen wurde. Ebenso ist der viergleisige Ausbau zwischen München-Ost und Markt Schwaben unverzichtbar“, so Lenz. Die Strecke befinde sich bereits heute an der Kapazitätsgrenze. Durch den Ausbau Richtung Mühldorf und die Vollendung des Erdinger Ringschlusses zum Flughafen würden Personen- wie Güterverkehr nochmals deutlich ansteigen, so Lenz. Massiv betroffen wäre der öffentliche Personennahverkehr. „Die Situation in der S-Bahn ist jetzt schon an der Grenze des Zumutbaren.“ Angebotsverbesserungen seien langfristig nur durch einen viergleisigen Ausbau möglich. Es drohe, so Lenz, ansonsten ein Nadelöhr zwischen Markt Schwaben und der Stammstrecke.

Auch die überregionalen Konsequenzen seien zu berücksichtigen: „Schließlich handelt es sich bei der Strecke um einen Teil der transeuropäischen Magistrale Paris – Bratislava/Budapest.“

Andreas Lenz: „Aus meiner Sicht ist die auch seitens des S-Bahn-Bündnisses Ost vorgeschlagene Berücksichtigung des viergleisigen Ausbaus zwischen München-Ost und Markt Schwaben im Rahmen des Projekts Bahnknoten München notwendig.“

Der Wahlkreisabgeordnete setzt sich gerade dafür ein, dass die Strecke Markt Schwaben - München hier noch berücksichtigt wird. Die Einigung bei den Bund-Länder-Finanzgesprächen stelle außerdem eine Fortführung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes sicher, womit Mittel des Bundes in Infrastrukturmaßnahmen gehen können. MdB Lenz: „Ich kann mir auch eine Finanzierung über Mittel aus dem GVFG (Anm.: Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) vorstellen, gerade wenn es um den Ausbau des ÖPNV-Netzes geht. Wichtig ist, dass wir beim Ausbau der Strecke vorankommen“, so der Abgeordnete.

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