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Parkuhren statt Parkscheiben? Die Unternehmergemeinschaft "Markt Schwaben 2013" sieht dafür keine Notwendigkeit und keinen Nutzen.

Parkplatz-Probleme

Unternehmer verärgert über Verwaltung

Die Unternehmergemeinschaft „Markt Schwaben 2030“ fühlt sich von Bürgermeister und Gemeinderat übergangen: Sie sei in die Diskussion um Parkuhren nicht ausreichend eingebunden. Der Verein lehnt das Vorhaben ab. 

Noch ist keine endgültige Entscheidung gefallen, ob im Zentrum von Markt Schwaben Parkuhren aufgestellt werden in Bereichen, in denen das Abstellen von Fahrzeugen derzeit mit Parkscheiben für bestimmte Zeit erlaubt ist. In einer seiner nächsten Sitzungen wird der Marktgemeinderat über die Empfehlung des Umwelt-, Verkehrs-, Sozial- und Kulturausschusses (UVSK) diskutieren, der sich im Juli mehrheitlich dafür ausgesprochen hat, insgesamt zehn Parkuhren zu installieren. Geschätzte Kosten: 50 000 Euro (wir berichteten).

Die Unternehmergemeinschaft "Markt Schwaben 2030" schlägt vor, die Parkgarage am Marktplatz besser auszuschildern.

Als die Unternehmergemeinschaft „Markt Schwaben 2030 e.V.“ von diesem Vorhaben aus der Zeitung erfuhr, waren deren Mitglieder erstaunt. „Wir hätten uns gewünscht, dass der Bürgermeister vorher das Thema mit uns bespricht und um unsere Meinung fragt“, sagen Thomas Schlappinger und Ursula Emmerich im Namen des gesamten Vorstandsteams um den Vorsitzenden Alois Rupprich. Der Verein, der im April unter anderem auf Bitten von Rathauschef Georg Hohmann gegründet worden sei, damit die Verwaltung einen kurzen Draht zu Markt Schwabens Unternehmern habe, fühlt sich übergangen. Viele der aktuell 58 Mitglieder seien „doch sehr verwundert“ über dieses Vorhaben, berichtet der Vorstand.

Verwundert aus vier Gründen. Erstens: „Die Kommunikation zwischen der Gemeindeverwaltung und uns ist mangelhaft. Nicht zum ersten Mal erscheint es, als werde hier ein Schnellschuss gemacht“, beklagen die Vorstandsmitglieder. Zweitens: Der Verein stellt sich die Frage, warum die Marktgemeinde bei der derzeitigen prekären Haushaltslage mal eben so 50 000 Euro plus X für Parkuhren ausgeben wolle, die es gar nicht brauche. Denn: „Wenn die Kommunale Verkehrsüberwachung weiterhin nur aus einer Person besteht, die in Markt Schwaben lediglich 60 Stunden pro Monat im Einsatz ist, ist es doch egal, ob sie Parkscheiben oder Parkuhren kontrolliert.“ Zumal aufgrund der wenigen Zeit sowieso nur ein Teil von Parksündern ertappt werden könne.

Dritter Grund, warum „Markt Schwaben 2030“ erstaunt ist über das Vorgehen der Gemeinde: „Unseres Wissens wurde bislang keine Kosten-Nutzen-Analyse für das Aufstellen von Parkuhren gemacht.“ Und viertens schlägt der Vereinsvorstand als kostengünstigere und sinnvolle Alternative vor, das Parkhaus unter dem Marktplatz und die Stellplätze am Schlossgraben besser auszuschildern. „Auswärtige finden doch das Parkhaus gar nicht, weil es nirgendwo Hinweisschilder gibt“, moniert der Vorstand. Dort seien meistens Plätze frei, während oben die Flächen belegt sind.

Grund, warum das Thema Parkscheiben und Parkuhren überhaupt im Ausschuss und in den Gemeinderat aufgenommen worden ist: In der Bürgerversammlung im Mai hatte ein Markt Schwabener beantragt, die Gremien mögen sich mit der Parksituation im Ortszentrum und rund um den Marktplatz beschäftigen. Dort würden Dauerparker, die immer wieder ihre Parkscheibe weiterdrehen, Plätze unnötig belegen. Mit Parkuhren und den sich daraus ergebenden Parkgebühren könnte man dem Problem Herr werden, so die Hoffnung.

Armin Rösl

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