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Schreckt Täter ab: Videokamera am Bahnhof.

Bewährt

Videoüberwachung wirkt

Markt Schwaben - Der Markt Schwabener Bahnhof ist ein sicheres Pflaster. Seit dort Videokameras installiert sind, gibt es weniger Straftaten.

Helmut Hintereder, Leiter der Polizeiinspektion Poing, ist zufrieden: Fast ein Drittel weniger Strafanzeigen im Bereich des Bahnhofs Markt Schwaben sind seit der Einführung der Videoüberwachung im Jahr 2013 bei der Polizei in Poing eingegangen. Waren es im Zeitraum von 2009 bis 2012 noch 26 Anzeigen, sind es seit 2013 bisher nur 18. Auch wenn das Jahr 2016 noch nicht abgeschlossen ist, rechnet Hintereder mit einer deutlichen Unterschreitung des Werts von vor der Videoüberwachung. „Insbesondere der präventive Effekt von Videoüberwachung darf nicht unterschätzt werden. Videoüberwachung schreckt Straftäter ab“, so Hintereder.

2013 finanzierte der Freistaat Bayern die Videoüberwachung für 41 Bahnhöfe im Münchener S-Bahn-Netz, darunter auch Markt Schwaben. Außerdem wurden im Landkreis Ebersberg damals auch die S-Bahn-Stationen Poing, Ebersberg und Grafing-Bahnhof ausgestattet. Bei letzterer bewährte sich die Videoüberwachung erst jüngst bei der Messerattacke im Mai diesen Jahres.

In Markt Schwaben fehlen glücklicherweise bisher solch prominente Straftaten, doch man wäre durch die Videoüberwachung gerüstet. „Insbesondere bei Fahndungen und Vorfällen am Bahnhof sind wir dankbar, auf die Videobilder zurückgreifen zu können“, sagt Helmut Hintereder. Bisher sei dies aber bei Straftaten im Zuständigkeitsbereich der PI Poing noch nicht nötig gewesen. Der Bahnhof selbst und die Gleisanlagen fallen in den Verantwortungsbereich der Bundespolizei. Diese berichtet auf Nachfrage ebenfalls von sehr positiven Erfahrungen mit der Videoüberwachung in den Münchener S-Bahnhöfen. Über Nutzung von Videobildern aus dem Bahnhof Markt Schwaben in den vergangenen Jahren kann Simon Hegewald, der Sprecher der zuständigen Bundespolizeidirektion München mangels entsprechender Statistiken aber keine Auskunft geben. Welche Bereiche des Bahnhofs überwacht sind, darüber erteilt die Bahn keine Auskunft, um „möglichen Tätern keine Hilfe zu geben“, so ein Bahnsprecher gegenüber der Heimatzeitung. Insgesamt seien mittlerweile 58 der 150 S-Bahnstationen im Tarifgebiet des MVV mit Kameras ausgestattet, zudem auch noch alle 253 S-Bahn-Züge. Die Festlegung der Standorte neuer Videoüberwachungen finde in enger Abstimmung mit den Behörden statt, so der Bahnsprecher weiter. Zudem seien alle überwachten Bahnhöfe in den Eingangsbereichen mit entsprechenden Schildern ausgestattet, die auf die Videoüberwachung hinwiesen.

Prinzipiell verbaut die Bahn zwei verschiedene Arten von Videoüberwachung an den Bahnhöfen: Entweder ein System mit Livebild-Übertragung in die Zentrale des Sicherheitsdienstes der Bahn, wo auch laufend aufgezeichnet wird, oder Systeme, die vor Ort aufzeichnen und dort im Bedarfsfall ausgelesen werden können. In Markt Schwaben ist Letzteres vorhanden.

„Die Videobilder werden 72 Stunden lang gespeichert“, erklärt Bundespolizeisprecher Hegewald. Umso wichtiger sei es, bei Vorfällen zeitnah Anzeige zu erstatten. „Nach drei Tagen sind die Videoaufnahmen als Beweismittel nicht mehr da, dann werden die Ermittlungen deutlich schwieriger“, so Hegewald weiter.

Eine Umrüstung auf eine Live-Übertragung der Videobilder wäre rein technisch möglich, derzeit sehen aber weder die Bahn noch die Bundespolizei Bedarf für eine solche Maßnahme in Markt Schwaben. „Der Bahnhof Markt Schwaben ist ein ruhiges und sicheres Pflaster“, so Bundespolizeisprecher Hegewald.

Tobias Bönte

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