+
Den Nikolausdienst der Kolpingleute gibt es in Markt Schwabens seit 1976. Hier v.l. Ludwig Schartner, Anton Scheuerecker, Walter Daschner und Alexander Bär im Jahr 1982.

40 Jahre Nikolausdienst in Markt Schwaben

Jahr für Jahr für die Kinder

Markt Schwaben - Anfang Dezember ist wieder Hochsaison. Dann besuchen Nikolaus-Teams wieder Dutzende Familien in Markt Schwaben. 40 Jahre gibt es den Service bereits. Demnächst wird das Jubiläum sogar gefeiert.   

Schon am 4. November, einem Freitag, findet heuer in Markt Schwaben die erste Nikolausfeier der „Saison 2016“ statt. Es wird die Einzige bleiben, die den Namen wirklich verdient haben wird. Unter der Regie der Kolpingfamilie Markt Schwaben sind zu der lockeren Zusammenkunft im Kolpingheim in der Erdinger Straße nämlich nur Nikoläuse eingeladen – sowie deren Helfer und Helfershelfer. Der Kolping-Nikolausdienst in der Marktgemeinde feiert an diesem Abend sein 40-jähriges Bestehen. Eingeladen sind alle aktiven und nicht mehr aktiven Nikoläuse, die Krampusse, deren Fahrer und die vielen Helfer, die über diesen langen Zeitraum hinweg das Organisatorische erledigten; vom Telefondienst bis zur Buchung. 46 sind’s an der Zahl. „Weit über 30 haben zugesagt“, berichtet Johannes Bachmeier, bei dem inzwischen die Fäden zusammenlaufen. Als Koordinator macht er das auch schon wieder seit gut zehn Jahren.

 Ein Mann der ersten Stunde, aber seit einigen Jahren nicht mir an vorderster Front in den Wohnzimmern der Markt Schwabener Familien tätig, ist Anton Scheuerecker; Bachmeiers Vorgänger. Schon lange dabei sind auch Walter Daschner, Ludwig Schartner, Alexander Bär oder Klaus Kandlbinder. Einigen von ihnen sagt die Kolpingfamilie beim Nikolausfest Dank für ihr ehrenamtliches Engagement. Das besteht im Wesentlichen darin, jeweils am 5. und 6. Dezember (heuer ein Montag und Dienstag) ab etwa 16 Uhr so viele Familien wie möglich in Markt Schwaben zu besuchen. Familien, die den Besuch des Heiligen Mannes zuvor natürlich auch gebucht haben. Mit den drei bestehenden Teams, so Bachmeier, sind auf diese Weise pro Tag 30 Besuche zu machen, 60 also in einem Jahr. In den letzten Jahren waren die Kolpingleute stets ausgebucht. Anmeldungen sind auch in diesem Jahr wieder ab sofort möglich.

 Den gemütlichen Abend am 4. November im engeren Kreis will Kolping-Chefin Emmi Lohrmann auch nutzen, um die eine oder andere Anekdote von sich zu geben. Da ist natürlich bei den ungezählten Hausbesuchen viel passiert. Auch Lustiges. Aber die Pflicht zu einer gewissen Verschwiegenheit verbietet es, alles auszuplaudern, was St. Nikolaus und sein Krampus da erlebt haben. Eines aber ist unbestritten: Eine Rückschau auf vier Jahrzehnte kommt nicht ohne den Hinweis aus, dass sich die Art und die Menge der Geschenke, die bei diesen Gelegenheiten den Buben und Mädchen überreicht werden, verändert hat. Es wäre, sagt Nikolaus-„Rentner“ Anton Scheuerecker, nicht von Nachteil, wenn hier und da wieder etwas mehr Augenmaß Einzug halte und so manche Familie den Ball flacher hielte. In so manchem Fall mag er sich gar nicht vorstellen, was dann am Heiligabend unter dem Christbaum zu liegen kommen werde.

 Am liebsten waren und sind er und seine Kollegen stets dort, wo der Besuch noch ein wenig zelebriert wird. Wo auch Nachbarn und Freunde hinzugebeten wurden. Wo ein passendes Ambiente geschaffen wurde und sich das Wohnzimmer nicht in ein voll ausgeleuchtetes Filmstudio verwandelt hat, was Scheuerecker und Kollegen auch schon erleben durften. Papa hatte nämlich in der Ecke mit der Videokamera den Auftritt des Heiligen Mannes gleich direkt auf den Fernseher projiziert.

 Nicht vorenthalten darf man wohl auch eine Anekdote, von der Anton Scheuerecker der Heimatzeitung bereits 1993 berichtete. 1980 lief es für ihn als Darsteller des Heiligen Mannes nämlich ganz anders als geplant. Seine Ehefrau erwartete genau am Nikolaustag ein Baby. Vorsichtshalber hatte Scheuerecker nur die Hälfte der sonst üblichen Aufträge angenommen. Und das war auch gut so. Benedikt, demnächst 36, kam pünktlich. Das alles kam für das eine oder andere besuchte Kind nicht unbemerkt. Scheuerecker erinnert sich noch gerne an ein Mädchen, da damals nüchtern feststellte: „Bei uns kam heuer kein Nikolaus, der hat nämlich ein Baby bekommen.“ Was heuer alles noch auf die Teams zukommen wird? Wer weiß das schon? Einer, Klaus Kandlbinder, nimmt für dieses Ehrenamt sogar extra frei. Seit 1998 ist er dabei, wohnt und arbeitet inzwischen in Nürnberg, lässt sich den zweitägigen Dienst aber nicht nehmen. 

Immerhin steckt hinter der ganzen Sache ja auch noch ein guter Zweck. Ganz nach dem Prinzip, dass das, was nichts kostet, auch keinen Wert hat, hat man bei den Schwabener Kolpingleuten immer auch einen Obolus für die Besuchsdienste genommen. In den nunmehr 40 Jahren sind so gut 55 000 Euro zusammengekommen. Geld, das am Ort zum Wohle der Kinder eingesetzt worden ist. Oder aber in die Nachbarschaft floss zur Kinderkrebshilfe Ebersberg, ins Salberghaus der Katholischen Jugendfürsorge oder eine Kinderspeisung in Kenia unterstützte. Einmal, 1978, besuchten die Schwabener Nikoläuse auch die Sozialstation der Haunerschen Kinderklinik am Nikolaustag. Für die, die dabei waren, ein bis heute für alle einschneidendes Erlebnis.

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l
<center>Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen
<center>Schokoladen-Set zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Meistgelesene Artikel

Geltinger Feuerwehr mit Zeitvorsprung

Pliening - Die Freiwillige Feuerwehr Gelting freut sich über einen Defibrillator und umfangreiches Erste-Hilfe-Material.
Geltinger Feuerwehr mit Zeitvorsprung

Kommentare