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Fritz Humplmayr vor dem derzeit noch nicht sehr ansehnlichen Kirchweiher. In den nächsten Wochen entsteht hier aber eine ganz neue Welt: Der Planet XX.

Freilufttheater

Weiherspiele bleiben ein Balanceakt

Markt Schwaben - In Markt Schwaben starten die Aufbauarbeiten für die neue Freilufttheatersaison. Gespielt wird heuer „Planet XX; und dennoch grüßt das Y“.

Die trübe Farbe des Wassers im Schwabener Kirchweiher wirkt gegenwärtig alles andere als einladend. Es gibt Undichtigkeitsprobleme am Weiher. Bis zum 8. Juli soll und muss die allgemeine Verweildauer von Besuchern des kleinen Sees im Herzen der Marktgemeinde aber noch deutlich gesteigert werden. Am 8. Juli nämlich ist Premiere für das neue Theaterstück „Planet XX; und dennoch grüßt das Y“. Und fürs typisch Markt Schwabener Theaterspiel spielt das Wasser des Teichs naturgemäß eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Der Titel des neuen Stücks deutet bereits an: Es geht um den Geschlechterkampf. Das ist im Grundsatz nichts Neues am Weiher. Heuer aber blickt man mal in die nahe Zukunft. Science Fiction sozusagen. Auch das hatten wir schon am Weiher – 1993 bei „Teichopolis“ mit dem Besuch von Außerirdischen. Berichtet wird auf Planet XX von Männern, die sich nur noch der Computerwelt, dem Digitalen und Virtuellen zugehörig fühlen. Sie haben sich „verdummzockt“, wie es Fritz Humplmayr ausdrückt. Ein Wort, das er sozusagen geschaffen hat zur Beschreibung eines Zustands, bei dem sich Teile der Menschheit (vorwiegend die mit dem Y-Chromosom) aus dem real existierenden Leben verabschiedet zu haben scheinen.

Humplmayr ist den Weiherspielen seit nunmehr auch schon 15 Jahren eng verbunden. Damals spielte er seine erste größere Rolle. Damals hatte sich in ihm großer Spaß und Freude entwickelt. „Die erste große Liebe“ sozusagen.

2016 wird für ihn, den Laienschauspieler, ein besonderes Jahr werden. Er ist zusammen mit dem „Vater“ der Weiherspektakel, Josef Schmid, erstmals gemeinsamer Autor. Erste Konzepte hat man schon im vergangenen September entwickelt. Anfang des Jahres dann folgte die Feinarbeit. Schwer zu sagen von außen, wer jetzt wie viel Anteil hat an dem neuen Stück. Ist vielleicht auch nicht so wichtig. Wichtiger festzustellen bleibt wohl, dass man nach dem durchwachsenen Freiluft-Event im vergangenen Jahr seine Lehren gezogen zu haben glaubt – und so manches anders werden soll. Aber so behutsam, betont Fritz Humplmayr, dass der Weiherstammbesucher nicht komplett vergrault wird.

Ganz klar wird es wieder ein Spagat, den die Autoren da zu turnen haben werden. Aber auch das war am Weiher nie anders. Stets galt es, und es gilt auch heuer wieder, eine Balance zu finden zwischen Klamauk und Ernsthaftigkeit. Josef Schmid, sagt Humplmayr, wisse wie kein Anderer, wie das funktioniere. Wisse auch, dass das Schwabener Publikum (oder Teile davon) längst auch anspruchsvoll sei, obwohl es sich hier nach wie vor um ein Laienspiel handele.

Humplmayr spricht respektvoll von einer Riesenaufgabe, der er sich da erstmals als Co-Autor und in der Regie stelle. „Aber ich beiße mich gerne in solche Sachen herein“, fügt er voller Tatendrang an. Und dann redet und redet er, fast ohne Punkt und Komma. Wer so etwas mache am Weiher wie Schmid und nun er, der müsse „Realist und Träumer zugleich“ sein. Sein Hauptziel sei, dass die Leute am Abend das Gefühl von Spaß bekommen zu haben. Dann holt er Pläne im Maßstab 1:100 hervor, in der genauestens alles eingezeichnet ist für den bevorstehenden Aufbau.

Damit alles gelingt, geht Humplmayr geradezu generalstabsmäßig ans Werk. Dickes Drehbuch, detailliertere Regieanweisungen als vorher. Die ein oder andere technische Überraschung im Verlauf des Abends hat man auch in petto. Besondere Feinheiten gibt es auch in den Textpassagen. Humplmayrs Rat: „Aufpassen ist besonders wichtig, jeder Satz ist wichtig“.

Viel hat er sich von Josef Schmid abgeschaut, den Fritz Humplmayr seinen väterlichen Freund nennt. Es sei aber auch noch ganz viel Schmid in dem neuen Stück zu finden. Ganz ohne ihn gehe es nicht. Ganz ohne den 70-Jährigen werde es auch in Zukunft nicht gehen, sagt Humplmayr. Wobei nach wie vor die Ankündigung Schmids im Raume steht, heuer letztmalig als Autor zur Verfügung gestanden zu sein.

Im Moment wird rege geprobt. Dabei fehlen den Autoren zurzeit noch zwei Zweitbesetzungen von Hauptrollen. Humplmayr: „Schlaflose Nächte bereitet mir das nicht. Früher war das auch schon so.“

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