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Im Moosacher Rathaus wird an einem ehrgeizigen Energiewende-Projekt "gebastelt"

Neues Nahwärmenetz

Sonne in den Häusern Moosachs

Moosach - In der Gemeinde macht das größte Solarwärmeprojekt Bayerns Fortschritte – aber nur, wenn sich viele Bürger beteiligen.

Die Resonanz im Anschlussgebiet ist gut und ich bin zuversichtlich, dass das Projekt umgesetzt werden kann“, freut sich der Moosacher Bürgermeister Eugen Gillhuber. Wenn’s klappt, könnte das Nahwärmevorhaben in seiner Gemeinde tatsächlich ein Vorzeigeprojekt für den Landkreis werden.

Denn die dazu notwendige Energie wird erstmals in großem Umfang aus einer Solarthermie-Anlage stammen. Das Projekt wäre das größte seiner Art in ganz Bayern. „Bis zum 31. Oktober sind die entsprechenden Vorverträge notwendig, dann geht der Betreiber an den Start“, kündigt der Rathauschef an und weist darauf hin, dass das dazu projektierte Nahwärmenetz fast ausschließlich aus erneuerbaren Energien gedeckt wird. Wenn nämlich bei bedecktem Himmel in der Übergangszeit oder im Winter die Solarwärme ausbleiben sollte, wird mit Hackschnitzeln aus der Region gefeuert.

Biomassekessel und Sonnenkollektoren auf 3500 Quadratmetern

Die Energiezentrale für die Unterbringung der Biomassekessel und die Kollektorflächen in einer beeindruckenden, insgesamten Größe von 3500 Quadratmetern soll am östlichen Ortsrand direkt neben dem Sägewerk Oswald entstehen. Die Familie ist dem Thema erneuerbare Energien aufgeschlossen und betreibt bisher schon ein kleines Wasserkraftwerk.

Von der Energiezentrale aus würde die Wärme in isolierten, unterirdischen Leitungen an die Anschlussnehmer im Ort verteilt. Für das Großprojekt müssen gleichzeitig der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan geändert werden. Dieser Prozess ist bereits in Angriff genommen und müsste von den Projektpartnern vorfinanziert werden, informieren die beteiligten, die aus der Naturstrom AG, der dme consult GmbH und der Landkreis-Genossenschaft „Regenerative Energie Ebersberg“ bestehen.

Das Versorgungsgebiet ist bereits definiert und umfasst den Bereich vom Sägewerk Oswald über die Bahnhofstraße/Oskar Stalf-Straße, das Areal Dobelbach/Rathausstraße und Osteranger sowie den Pfarrer-Kreutmeier-Weg. Dann erstreckt es sich weiter über die Glonner und Münchner Straße, bis zum Neuwirt sowie in die Siedlung bis zur Höhe der Querstraße Finkenstraße/Gertrud-von-Calker-Straße. Punktuell sei auch der Einbezug von Anwesen in der Grafinger Straße denkbar.

3000 bis 4000 Meter Wärmenetz-Leitungen

Die Dimensionen sind beachtlich: Insgesamt sollen 3000 bis 4000 laufende Meter Netzleitungen verlegt werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt über drei Millionen Euro, abzüglich der Förderungen von etwa 1,1 Millionen Euro.

Das Leitungsnetz bliebe zu 100 Prozent im Besitz der Gemeinde Moosach. Anfänglich wird mit einem Wärmeabsatz von 2,5 Millionen Kilowattstunden jährlich kalkuliert. Ab dieser Größenordnung, so die Fachleute, wäre ein wirtschaftlicher Betrieb möglich. „Später hinzukommende Wärmeabnehmer werden dann die Rentabilität des Netzes Zug um Zug erhöhen“, sind die Betreiber optimistisch. Vorsichtiger äußert sich der Klimaschutzmanager. „Das ganze ist noch nicht in trockenen Tüchern“, warnt er. Alles steht und fällt mit der Bereitschaft der Bürger, in ausreichender Anzahl Wärme abzunehmen. Kontraproduktiv ist dabei, dass der Heizölpreis derzeit niedrig ist.

Der Erweiterung des Netzes sind jedoch Grenzen gesetzt, die physikalischer Natur sind. Denn je länger die Nahwärmeleitung wird, desto höher werden die Verluste, die sich nur durch Isolierungsmaßnahmen in den Gebäuden der Anschlussnehmer egalisieren lassen.

Macher suchen Kunden

Die Aquise der Wärmekunden läuft aktuell und noch bis zum 31. Oktober des laufenden Jahres. „Bis zu diesem Zeitpunkt müssen eine ausreichende Menge von Wärmekunden entsprechende Vorverträge unterschrieben haben“, wird informiert. Sonst kann das Projekt noch zum Flop werden.

„Im direkten Anschluss an dieses Datum werden die Projektpartner über die Realisierung entscheiden“, heißt es in dem Projektsteckbrief. Darüber, wie sich Moosacher Bürger an dem Projekt finanziell beteiligen können, wird noch nachgedacht. Auch technische Einzelheiten müssen dazu noch genauer untersucht werden.

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