+
Isidor, Notburga und Wendelin  haben seit einigen Tagen wieder ihren Platz  auf dem  Dienstbotenaltar.

Pfarrverband Anzing 

Dienstbotenaltar wieder in voller Pracht

Anzing/Forstinning - Jetzt strahlen sie wieder: Isidor, Notburga und Wendelin. Die drei Figuren des Anzinger  "Dienstbotenaltars" sind frisch vom Restaurator zurückgekehrt. Nun sind die beiden Pfarrkirchen dran.

Ein wenig ergraut sahen sie aus – Isidor, Wendelin und Notburga. Die Beweglichkeit von Armen und Beinen hatte nachgelassen. Auch mit der Haarpracht war es nicht mehr so wie früher. Ein Ausfall war zuletzt nicht mehr zu vertuschen. So hatte die Heimatzeitung am 18. August vor einem Jahr geschrieben, also vor fast genau einem Jahr.

Gemeint waren und sind die drei Heiligen des sogenannten Dienstbotenaltars in der katholischen Pfarrkirche Anzing. Und gemeint waren die drei hölzernen, jeweils rund 69 cm hohen Figuren, die den Dienstbotenaltar ausmachen.

Jetzt konnte Pfarrer Bernhard Waldherr Positives verkünden. Isidor, Notburga und Wendelin sind wieder hergerichtet, also restauriert worden. Den ersten Interessenten konnte der Seelsorger die runderneuerten Heiligenfiguren bereits präsentieren. Mit Freude teilte der Pfarrverband Anzing/Forstinning auch via Facebook mit, dass diese Arbeiten am Dienstbotenaltar nunmehr zu einem guten Ende gekommen sind.

Dass es den drei alten Holzfiguren zuletzt nicht gut ging, belegte ein mehrseitiges Gutachten der Diplom-Restauratorin Irmgard Schnell-Stöger aus Oberammergau. In ihrer Werkstatt fand nicht nur vor einem Jahr die Untersuchung der Anzinger Heiligenfiguren aus dem späten 18. Jahrhundert statt. Hier lief auch die aufwendige Restaurierung.

Zur Erinnerung: Bei Isidor, Wendelin und Notburga handelt es sich um Gliederpuppen. Sie hatten ursprünglich wohl einen anderen Zweck, ehe sie zu den Heiligen des Dienstbotenaltars (im Rokokostil) umgearbeitet wurden. Der befindet sich in der Pfarrkirche links neben dem Hauptaltar (an der Nordseite); unterhalb eines der großen Fenster.

Positiv bei dem Ganzen ist auch, dass die vor einem Jahr kolportierten Kosten für die Figuren-Erneuerung von 7000 Euro und die 27 000 Euro für die Sanierung des Altars durch die Fachfirma Michael Stein aus Inzell im genannten Rahmen blieben. Es hätte auch anders kommen können, denn mit der Thematik Dienstbotenaltar ging seinerzeit auch ein Feuchtigkeitsproblem an der Innenseite der Kirchenmauer, direkt hinter dem Altar, einher. Dazu wurden aber, so Waldherr gegenüber der Lokalpresse, nun entsprechende Vorrichtungen geschaffen, die künftig sicherstellen, dass Kondenswasser abfließen kann und keine neuen Schäden entstehen lässt.

Unter diese eine, kleine Baustelle im katholischen Gotteshaus kann Waldherr sozusagen den Haken machen. Aber ansonsten steht eine größere Sanierung des Kircheninnern noch aus. Zuletzt hatte es einen solchen Eingriff zur 300-Jahr-Feier unter Pfarrer Korbinian Lehrberger im Jahr 1981 gegeben. Insbesondere geht es dabei auch um eine neue Heizung und die Beseitigung weiterer feuchter Stellen, die im Kircheninnern nicht mehr zu verbergen sind.

Dass dringend auch Handlungsbedarf besteht, was das Äußere des Gotteshauses angeht, ist für jedermann nun wirklich nicht schwer zu erkennen. Um Putz- und Malerarbeiten geht es dabei.

Bernhard Waldherr hofft, dass noch heuer im Herbst eine Kostenermittlung auf dem Tisch liegen wird. Die ist Grundvoraussetzung für jede Sanierungsmaßnahme. Für das, was in Anzing noch nötig sein wird, sind nach Schätzungen des Pfarrers etwa zwei Millionen Euro zu veranschlagen.

Und weil es mit den Baustellen im Pfarrverband irgendwie nie aufzuhören scheint, verweist der Seelsorger in einem Gespräch mit der EZ gleich noch darauf, dass auch die Forstinninger Kirche Sanierungsbedarf hat. Die Arbeiten im Innern sind erledigt, aber der Dachstuhl muss noch gemacht werden. Und auch der Außenanstrich samt Putzerneuerungen und einem neuen Anstrich gehören zum Sanierungspaket. Besonders die Wetterseite des Forstinninger Kirchturms schaut inzwischen wieder schwer nach Handlungsbedarf aus. Pfarrer Waldherr rechnet für die Maßnahme hier mit Kosten von gut einer Million Euro.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Poing war ein Schicksalsort"

Der verstorbene NS-Zeitzeuge Max Mannheimer war einer der KZ-Häftlinge im "Todeszug", der am 27. April 1945 in Poing Halt machte. Viele Gefangene wurden auf der Flucht …
"Poing war ein Schicksalsort"

Grüne: Tunnel für Steinhöring ist machbar

Steinhöring - Die Landkreis-Grünen halten eine Untertunnelung von Steinhöring für machbar, um so die Verkehrsproblematik in dem Ort zu lösen. Zu der Erkenntnis kommt die …
Grüne: Tunnel für Steinhöring ist machbar

Es war einmal eine Flasche

Hinter der Café-Station an Poings Hauptstraße hat sich Kirsten Marie Matos-Thümecke ihren Traum erfüllt: In der ehemaligen Backstube befindet sich das Atelier der …
Es war einmal eine Flasche

Grafinger Kultur auf gutem Weg

Grafing - Das Konzept ist aufgegangen. Sebastian Schlagenhaufer, seit einem Jahr Chef der Grafinger Stadthalle und damit amtlicher Kulturfunktionär der Stadt, ist …
Grafinger Kultur auf gutem Weg

Kommentare