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So ganz geheuer ist Sophie ihr neuer tierischer Freund nicht. Doch Rudolf Maier hilft ihr mit dem Falken Kitty. 

Wildpark Poing

Falken, Eulen und Seeadler: Auf du und du mit den lautlosen Jägern

München - Egal, ob Falken, Uhus oder Adler – sie alle haben etwas ganz Magisches an sich. Aber was? Wir sind den geflügelten Jägern auf die Federn gerückt und haben sie uns genauer angesehen. Ein Besuch im Wildpark Poing.

Sogar Storch Dodo wartet ungeduldig. Mal scharrt er mit seinen langen Staksern die Wiese auf, mal blickt er gen Himmel – um dann schnell an den etwa 50 Zuschauern vorbei in Richtung Vögelkäfige zu spähen. Wo bleibt Rudolf Maier?, fragt sich der Storch vermutlich. Maiers Greifvogel-Show im Wildpark Poing müsste doch jeden Moment beginnen – und vielleicht kann Dodo dann das eine oder andere Leckerli abstauben?

Weißt du, was genau eine Greifvogel-Show ist? Rudolf Maier, Falkner von Beruf, erklärt es uns. Er kümmert sich um Weißkopfseeadler, Uhus – und natürlich Falken. Sie alle pflegt, hegt und füttert er so gut er kann. Daher folgen sie bei der Show im Wildpark Poing seinen Kommandos – zumindest, wenn sie Lust dazu haben.

Denn all diese Flatterer mit den scharfen Krallen sind wilde Tiere. Jedes hat seinen eigenen Dickschädel und macht nur, was es will. Zwingen kann Falkner Maier seine Vögel also zu nichts.

Der sibirische Uhu hat Lust auf Spiel, Spaß und Spannung

Aber: Er hat seine Tricks. Und schafft es zum Beispiel, dass sich Falke Kitty während der Show in einer vogelwilden Jagd auf ihre Beute stürzt – übrigens ein rohes Stück Fleisch – und versucht, diese zu fangen. „Die Vögel wissen, dass sie sich auf mich verlassen können. Dass ich sie zu nichts dränge“, sagt Maier in der Show. Das sei sehr wichtig. Und: „Ich gehe nicht über den Hunger.“ Das heißt: Maier gibt seinen Vögeln so viel zum Futtern, wie sie brauchen und mögen. Und in der Show „lockt“ er sie nur noch zusätzlich mit Leckerlis. Wenn die Federtiere diese Leckerlis aber so gar nicht wollen, bleiben sie halt in den Bäumen hocken. Tja.

Heute hat der sibirische Uhu Baba Lust auf Spiel, Spaß und Spannung. „Vor ein paar Tagen hatte er eine Verletzung am Auge“, erzählt Maier. „Da wollte er bei der Show nicht mitmachen.“ Jetzt jedoch fliegt er von seinem „Stall“ lautlos auf den Falkner zu, setzt sich neben ihn ins Gras und beobachtet ganz ruhig das Geschehen. Hund Bonnie und Storch Dodo warten dort auch – beide sind auf der Jagd nach Leckerlis.

„Hey“, ruft Maier und lockt den Uhu jetzt mit einem rohen Stück Fleisch. Prompt hebt Baba ab, gleitet haarscharf an den Ohren der Zuschauer in der ersten Reihe vorbei – und setzt sich auf einen freien Platz in der zweiten. Das ist beeindruckend! Babas neue Nachbarn schmelzen vor Glück und Begeisterung dahin.

Nach ein paar weiteren Platzwechseln und sehr schönen Rundflügen entlässt Falkner Maier seinen Schützling wieder – und bringt ihn zurück in den Käfig. Auch hier haben die Tiere die Qual der Wahl: Heim auf die Stange – oder doch lieber auf einen Ast, um hoch oben das Wildpark-Geschehen zu beobachten? „Meine Vögel fliegen frei“, sagt der Falkner. „Die Adler, Falken und Eulen können sich immer zurückziehen. Nur selten bleibt ein Vogel länger weg – irgendwann kehrt selbst das fluglustigste Tier wieder heim.“ Der Uhu ist heute offensichtlich zu müde, jedenfalls bevorzugt er die Stange im Schatten.

Im Sturzflug der Beute hinterher

Einmal „entkam“ Maier ein Tier, der Weißkopfseeadler Sam. Er trat seine Reise aber eher unfreiwillig an. Der Grund: Der Wind wehte während einer Nachmittagsvorführung so stark, dass der Vogel nicht mehr dagegen ankam – und abtrieb! „Die Zuschauer konnten am Himmel sehen, wie der Adler kleiner und kleiner wurde. Irgendwann war er weg.“ Am Abend rief ein Freund Falkner Maier an, der hatte den Vogel am Chiemsee gesehen.

So weit weg! Aber Maiers Adler war wohl sehr flott – 100 weitere Anrufe folgten nämlich. Mal sah man Sam am Simssee, mal in Rosenheim, Wasserburg, Ebersberg und Anzing. Nach acht Tagen kehrte er heim nach Poing. „Ob das Glück war oder Sams Heimweh ihn geleitet hat, kann ich nicht sagen“, sagt Maier. „Das war vor etwa sieben Jahren – seitdem ist Sam nie mehr weggeflogen.“ Vielleicht hat es ihm draußen nicht gefallen? „Na ja, die Natur ist anstrengend. Dort muss er sich sein Futter selbst suchen.“ Sams Lieblingsessen ist übrigens Fisch.

In der Vogelshow mit Storch Dodo als Zuschauer soll nun ein sogenannter Sakerfalke sein Können zeigen. Diese großartigen Jäger zählen zu den größten und schwersten Falken. Maiers Tier ist aber noch klein, erst drei Jahre alt. Er hat es erst seit sieben Wochen. Und: Dieser Flatterer lebte bis vor Kurzem noch bei Maier in Poing. „So konnte er mich besser kennenlernen“, sagt der Falkner. Dort saß das Tier im Garten, durfte baden, begutachtete die Traktoren. Später nahm der Falkner seinen Schützling mit in den Wildpark, teilte ihm einen Platz im „Stall“ zu, machte ihn mit Besuchern bekannt. „Erst als er freiwillig auf meine Faust geflogen ist und das Futter nahm, konnte ich ihm den Showplatz zeigen.“ Danach durfte der Sakerfalke fliegen, jeden Tag einen Kreis mehr – und für jede Wiederkehr auf Maiers Arm zückte dieser ein Leckerli.

Jetzt darf der Vogel in der Show auftreten. Dann jagt er im Sturzflug einer Beute an der Leine hinterher. Einen Namen hat er übrigens noch nicht. „Das kommt schon“, sagt Maier und lacht. Vielleicht dauert es auch so lange, weil der Falke noch nicht genug auf seine Beute aufpasst? In der Show jedenfalls stibitzt ihm Storch Dodo zwischendrin frech die Leckerlis.

Die Greifvogel-Show zeigt Rudolf Maier zweimal täglich (außer freitags); an Feiertagen und in den Schulferien auch freitags. Beginn: 10.30 Uhr (11 Uhr in den Schulferien, an Feiertagen und Wochenenden) und 15 Uhr. Die Flugsaison geht bis zum 1. November. Die 30-minütige Show ist beim Eintritt des Wildparks Poings dabei.

Angelika Mayr

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