Essen aus der Heimat: Die Asylbewerber Kambar Shzad (re.) und Ali Sameer kochen in der Küche im Bürgerhaus ein Gericht aus ihrer Heimat Pakistan. Brigitta Grasser (2.v.re.), Carolina Phillips und Filiz Karpus (hinten) vom Familienzentrum schauen zu. foto: dziemballa

Kochen mit Asylbewerbern

Poing - Die Integration der vier Asylbewerber in Poing läuft bestens. Am Mittwoch haben zwei von ihnen im Familienzentrum ein Essen aus ihrer Heimat Pakistan gekocht. Der Plan: Einmal pro Woche bereiten die jungen Männer Mittagessen für Café-Besucher zu.

Über ihre alte Heimat und die Gründe, weshalb sie geflohen sind, wollen Ali Sameer und Kambar Shzad nicht sprechen. Sie genießen es vielmehr sichtlich, hier in der Küche des Familienzentrums im Bürgerhaus zu stehen und Essen zu kochen. Sie grinsen, unterhalten sich in ihrer Muttersprache, sprechen mit Händen und Füßen und ein paar wenigen Brocken Deutsch und Englisch mit Carolina Phillips. Sie hat es sich zusammen mit Christine Bloch zur Aufgabe gemacht, die vier Asylbewerber, die seit drei Wochen in Poing leben, zu integrieren. Bei den beiden laufen die Fäden zusammen, Phillips ist Mitglied im Vorstand des Familienzentrums, Bloch ist Leiterin der Aktion "Poinger helfen Poingern" und der Poinger Tafel.

Ein Duft von Kokos, gebratenem Huhn und von Reis weht an diesem Mittwochvormittag durchs Erdgeschoss des Bürgerhauses. Der 21-jährige Ali und der 27-jährige Kambar kochen "Chicken biryani", als Nachspeise "Kheer", eine Art Milchreis mit Kokosraspeln und Mandeln. "Es macht ihnen Spaß", sagt Carolina Phillips, und der Besucher sieht, das dem tatsächlich so ist. Auf die Frage, ob sie sich wohl fühlen in Poing, nicken die beiden jungen Männer aus Pakistan zustimmend - und lächeln. "Wenn wir den ganzen Bürokratismus geschafft haben, den es braucht, dann planen wir, dass sie einmal in der Woche hier kochen und wir das als Mittagessen an die Café-Besucher verkaufen", sagt Brigitta Grasser, Vorsitzende des Familienzentrums.

Ein weiterer Mosaikstein für einen geregelten Tagesablauf, der nach Ansicht von Carolina Phillips, Christine Bloch und Brigitta Grasser wichtig für die Asylbewerber und deren Integration ist. Einmal pro Tag haben die Pakistanis schon einen fixen Termin: Deutschkurs. Etwa zehn Frauen lernen mit den Asylbewerbern, "weil die Sprache das Wichtigste für sie hier ist", so Grasser.

Die Vorsitzende des Familienzentrums ist froh darüber, dass sich derart viele Menschen in Poing ehrenamtlich für die Integration der vier Asylbewerber engagieren. Auf einer Unterstützerliste haben sich rund 40 Bürger eingetragen. "Momentan sind es fast zu viele", sagt Carolina Phillips und schmunzelt. Doch lieber so, als andersherum.

von Armin Rösl

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