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Wegen Geldwäsche ist ein Bäckermeister aus Poing zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Betrug

Poinger Bäckermeister wäscht Geld

Weil er pleite war, hatte ein Poinger Bäckermeister auf ein scheinbar lukratives Angebot gehofft, das er per E-Mail erhalten hatte. Er ging auf das dubiose Geschäft ein. Jetzt ist er wegen Geldwäsche verurteilt worden.

Seine Bäckerei war pleite, das Ende des Pachtvertrags rückte immer näher, und ein neuer Job war nicht in Sicht. Deshalb verfiel ein Bäckermeister (54) aus Poing auf eine ungute Idee: Er ging auf eine E-Mail ein, die er in seinem Posteingang fand. Dort wurden ihm von einer angeblich erfolgreichen Firma, die „Steueroptimierung“ betreibe, lukrative Geschäfte versprochen. Aber erst müsse er zwei Geld-Transaktionen tätigen. Das tat er. Und fand sich deshalb wegen Geldwäsche vor Gericht wieder.

Das Amtsgericht Ebersberg hatte ihn im Dezember 2015 wegen zweier Fälle der leichtfertigen Geldwäsche zu einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen à 20 Euro (gesamt: 2200 Euro) verurteilt. Der Poinger ist sich allerdings keiner Schuld bewusst und wollte freigesprochen werden. Deshalb legte er Berufung am Landgericht München II ein. Die Staatsanwaltschaft ebenfalls – ihr war die Strafe zu gering.

Die E-Mail klang verführerisch. Ein international tätiges Unternehmen suchte angeblich einen Mitarbeiter für den Außendienst. Das Büro in München werde gerade noch renoviert. Der angeklagte Poinger meldete sich – und bekam die Anweisung, dass er erst noch zwei Transaktionen tätigen müsse. Dafür wurden ihm 18 Prozent Provision versprochen.

Zwei Geldbeträge, die auf seinem Konto eingehen würden, müsse er weiter überweisen. Mehr nicht. Einmal gingen 7500 Euro ein, von denen er 6500 Euro, wie vereinbart, per Western Union weitergab. Beim zweiten Mal waren es 4000 Euro, von denen er 3500 transferierte. 1500 Euro konnte er also behalten.

Das Geld, das auf seinem Konto einging, hatten Betrüger zuvor bei zwei Bankkunden abgefischt. Eine Geschäftsführerin (60) hatte eine Gutschrift von 7500 Euro auf dem Konto und folgte der Anweisung, diese zurückzuüberweisen; einem Arzt (50) waren Kennwort, Passwort und Tan entlockt worden – woraufhin man ihm 4000 Euro abzwackte.

Die Vorsitzende Richterin machte nach dem Aktenstudium gleich klar: „Für Freispruch sehe ich überhaupt keinen Weg.“ Doch der Poinger verteidigte sich. Fazit: Er habe geglaubt, was man ihm versprochen habe. „Es ging mir darum, dass ich schnellstmöglich einen Job finde. Deshalb habe ich mich dort mit einem tabellarischen Lebenslauf beworben.“

Vorab sollte er aber „zwei wichtige Aufträge“ abwickeln, das würde dann mit seinem zukünftigen Gehalt verrechnet. „Das ist doch komisch, dass ihnen jemand einen Job anbietet, der sie gar nicht kennt“, sagte die Richterin. „Ich war eben unwissend“, entgegnete der Angeklagte. „Nein, Sie waren nicht unwissend. Da hätte man doch mal nachdenken und in sich gehen müssen.“

„Nennen Sie mir eine Erklärung, warum so ein internationales Unternehmen auf Sie angewiesen sein sollte, um Geld zu überweisen“, forderte der Staatsanwalt. „Ich weiß keine Erklärung“, antwortete der Angeklagte und zuckte mit den Schultern. Der Staatsanwalt: „Ich weiß auch keine.“ In seinem Plädoyer forderte der Ankläger schließlich auch eine höhere Strafe: 160 Tagessätze à 20 Euro (gesamt: 3200 Euro) wegen vorsätzlicher Geldwäsche. Der Verteidiger dagegen plädierte auf Freispruch.

Das Gericht urteilte salomonisch. Es verwarf beide Berufungen. Damit bleibt es bei dem Urteil aus Ebersberg. Der Bäckermeister muss 2200 Euro zahlen in 110 Tagessätzen à 20 Euro. Die Vorsitzende Richterin zum Schluss zum Angeklagten: „Das war mindestens leichtfertig. Es muss sich Ihnen aufgedrängt haben, dass bei dem Job-Angebot nichts zusammenpasst."

Nina Gut

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