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Mit einer Fachtagung für das Personal begann der Jubiläumstag des Kinderlandes Poing. Eva Matzner (li.) vom Vereinsvorstand begrüßte Mitarbeiter und Gäste.

20 Jahre Kinderland Poing

Vom Verein zum Unternehmen 

Zum Start waren es 50 Mädchen und Buben, die der Verein Kinderland Poing in seiner ersten Einrichtung betreut hat. Heute sind es insgesamt rund 1200. Was als normaler Verein begann, ist 20 Jahre später zu einem kleinen Unternehmen geworden.

Albert Hingerl hat schon recht, wenn er sagt: „Die vielen Familien ziehen nicht wegen des Bürgermeisters nach Poing, sondern wegen der Kinderbetreuung.“ Der Bürgermeister weiß, wem er dafür insbesondere zu danken hat: den Vereinen Kinderland und Familienzentrum, die mehrere Kindertagesstätten betreiben – und schon bald jeweils eine weitere Einrichtung übernehmen werden, im Zauberwinkel (wir berichteten).

Zum 20. Geburtstag hat das Kinderland ausnahmsweise mal nicht die Kinder in den Mittelpunkt gestellt, sondern das eigene Personal. Mit einer Fachtagung zum Thema „Kindheit gestern - morgen - heute“ und anschließender Feier in der Océ-Eventhalle.

Maria Boge-Diecker ist neue Geschäftsführerin und Vorsitzende.

Die im Jahr 2011 gegründete Kinderland Plus gGmbH, die ausschließlich für die Trägerschaft der Betreuungseinrichtungen zuständig ist, beschäftigt laut Herbert Matzner rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Betreut werden etwa 1200 Kinder an verschiedenen Standorten in den Landkreisen Ebersberg und Erding; künftig gut die Hälfte davon in Poing (inklusive der neuen Kita im Zauberwinkel werden es dann rund 650 sein).

Neben der gemeinnützigen Kinderland Plus GmbH existiert der Verein freilich weiterhin. Unter seiner Regie läuft beispielsweise das Angebot „Kinder werden daheim gesund“, ein Vermittlungsservice für berufstätige Eltern kranker Kinder. Außerdem koordiniert der Verein Kinderland Poing die ehrenamtlichen Klassenpaten in den Grundschulen. Nicht zu vergessen der „Schlumpfbasar“, der seit 1999 zweimal jährlich stattfindet. Mit den Einnahmen aus dem Kindersachen-Flohmarkt werden die eigenen Kitas unterstützt.

35 Gründungsmitglieder waren es, die vor 20 Jahren den Verein aus der Taufe gehoben haben. Zwei von ihnen, Bayerns ehemalige Sozialministerin Christa Stewens und der langjährige Vorsitzende Herbert Matzner, erzählen, warum das Kinderland damals Neuland betreten hat: „Unser Ziel war es, Kinder unterschiedlichen Alters in einer Einrichtung zu betreuen.“ Damit Familien mit mehreren Kindern nicht zwischen verschiedenen Krippen, Kindergärten und/oder Horten hin und her pendeln müssten. Die Idee des „Kinderhauses“ war geboren, zusammen mit dem offenen Konzept. Heißt, vereinfacht gesagt: Offene Türen im Haus, so dass sich Krippen- und Kindergartenkinder (und somit auch Geschwisterkinder) treffen und miteinander spielen können.

Herbert Matzner war jahrelang Vorsitzender und Geschäftsführer.

Das Kinderland Poing sei vor 20 Jahren, nach der Gründung und Eröffnung des ersten Hauses an der Fresiengasse, Vorbild für die Neuausrichtung von Kinderbetreuung im Freistaat gewesen, erinnert sich Stewens. Ebenfalls eine Vorreiterrolle übernommen hat das Kinderland in Sachen bilingualem Kindergarten; in drei Gruppen an der Sudetenstraße in Poing-Nord werden 75 Mädchen und Buben auf Englisch und Deutsch betreut, berichten Herbert Matzner und Maria Boge-Diecker. Sie hat vor Kurzem die Geschäftsführung der Kinderland Plus gGmbH übernommen, den Vereinsvorsitz hat sie schon seit über einem Jahr inne.

Damit hat sich Gründungsmitglied Matzner nach 20 Jahren komplett aus der Führungsebene zurückgezogen – er war viele Jahre Vereinsvorsitzender sowie Geschäftsführer der gGmbH. Zum runden Geburtstag ist er zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden.

Vor fünf Jahren hat er die Kinderland Plus gGmbH ins Leben gerufen, weil er gemerkt hatte, dass ein Verein allein mit Ehrenamtlichen die Trägerschaft von Kitas nicht mehr stemmen kann. Zu viel Personalverantwortung, zu hohes finanzielles Risiko, zu viel Verwaltungsarbeit. „Heute würde man sagen, ihr habt ein Start-Up-Unternehmen hochgezogen“, sagt Bürgermeister Albert Hingerl.

Armin Rösl

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