In den Sommerferien werden fast alle Räume (hier der Café-Bereich) und Flure im Bürgerhaus Poing mit Akustikdecken versehen, die etwa 20 Zentimeter von der jetzigen Decke abgehängt sein werden. foto: dziemballa

Im Bürgerhaus wird's endlich leiser

Der Lärm im Poinger Bürgerhaus wird reduziert. In den Sommerferien werden in fast allen Räumen und Fluren abgehängte Akustikdecken eingebaut.

Schon kurze Zeit nach der Eröffnung im Jahr 2010 fiel Gästen sowie Nutzern des Bürgerhauses die schlechte Akustik auf. Insbesondere im Café-Bereich des Familienzentrums ist es bei normalem Betrieb oftmals schier unerträglich. Es hallt selbst bei normaler Zimmerlautstärke derart stark, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. In den vergangenen Jahren haben Vorstandsmitglieder des Familienzentrums immer wieder auf diesen Umstand aufmerksam gemacht - jetzt wird endlich gehandelt. Der Bauausschuss des Gemeinderates Poing hat in seiner Sitzung am Dienstagabend beschlossen, dass nicht nur der Café-Bereich, sondern weitere Räume sowie die Flure im Bürgerhaus nachgebessert werden. Durch den Einbau von etwa 20 Zentimeter abgehängten Akustikdecken. Auch in Büroräumen sowie in jenem Bereich, der momentan als Kinderhort genutzt wird. Der Beschluss für die Baumaßnahme war einstimmig. Die Kostenschätzung liegt laut Verwaltung bei rund 165.000 Euro brutto (mit Nebenkosten).

„Damit beseitigen wir ein großes Problem“, sagte Bürgermeister Albert Hingerl nach der Beschlussfassung. Er gab zu, dass bei der Planung und beim Bau des Bürgerhauses die Akustik zu wenig Beachtung gefunden habe. Werner Dankesreiter (Grüne) kritisierte dies wie folgt: „Ich finde es bedauerlich und unangenehm, dass nach relativ so kurzer Zeit Nachbesserungen notwendig sind.“ Insbesondere, da diese auch einiges an Geld kosten würden. Als die Planungen des Bürgerhaus besprochen und beschlossen wurden, war Dankesreiter noch nicht Mitglied des Gemeinderates.

Immerhin: Im aktuellen Poinger Haushalt für 2016 sind die Kosten für die Nachbesserung bereits fast vollständig eingeplant, so dass die Maßnahme kein zusätzliches großes Loch in den Gemeindesäckel reißt. Von den 165.000 Euro fehlen lediglich 15 000 Euro, die laut Verwaltung über den so genannten „Deckungskreis“ im Haushalt finanziert werden können.

Die Arbeiten werden in den Sommerferien, vom 1. August bis 15. September, durchgeführt, informierte der von der Gemeinde beauftragte Architekt Peter Jakubicka von der Haindl + Kollegen GmbH aus München. Seinen Ausführungen zufolge werde durch die abgehängte Decke insbesondere im Café-Bereich „ein Gefühl der Behaglichkeit“ entstehen. Vorbei das Gefühl der Bahnhofshalle.

Nicht nur innen, auch außen muss am Bürgerhaus etwas getan werden. „Aufgrund baulicher Mängel sind Nachbesserungen der Putzoberflächen und der Attika erforderlich“, informierte die Verwaltung in der Bauausschuss-Sitzung am Dienstagabend. Bereits nach sechs Jahren sei die Dachrandabdeckung stark abgewittert, in großen Bereichen sei der blanke Beton zu sehen. „Das dürfte nicht passieren“, so die Stellungnahme des Sachverständigen, der am 7. März das Dach untersucht hat. „Der Zustand kann als desolat und unwirksam bezeichnet werden“, lautet seine Diagnose.

Laut Bürgermeister Albert Hingerl handelt es sich dabei um einen Mangel innerhalb der Gewährleistungspflicht, weshalb die ausführende Firma aufgefordert worden sei, die unzureichende Abdichtung am Dach sowie die Folgeschäden bis spätestens 31. Mai zu beheben. Dies soll nach Ansicht der Ausschussmitglieder auch geschehen.

Bei den Beschlüssen des Bauausschusses zur Nachbesserung der Akustik und des Daches handelt es sich um Empfehlungen an den Gemeinderat, der am heutigen Donnerstag im Rathaus tagt (Beginn: 18.30 Uhr). Aufgrund der Einstimmigkeit ist davon auszugehen, dass die Entscheidungen des Bauausschusses umgesetzt werden.

Armin Rösl

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