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„Astrid Gedönsens“: In dieser Rubrik hat im Sommer die heutige Zehntklässlerin ihre Meinung zum Thema Asylbewerber geschrieben. Dafür gab’s jetzt den Preis „Die Raute".
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Schülerzeitung

Auszeichung für diesen mutigen Text

Der „TintenkleX“ der Dominik-Brunner-Realschule Poing ist mit dem Schülerzeitungspreis „Die Raute“ ausgezeichnet worden. Für einen Meinungsbeitrag zum Thema Asylbewerber.

„Journalistischer Einzelbeitrag“ lautet die Kategorie, in welcher der „TintenkleX“ den Schülerzeitungspreis „Die Raute“ der Hanns-Seidel-Stiftung erhalten hat. Im Sommer hat eine damalige Neunt- und jetzige Zehntklässlerin in ihrer Kolumne „Astrid Gedönsens“ einen Kommentar zum Thema Asylbewerber geschrieben. Anlass: Die Realschulturnhalle war zu dieser Zeit noch Notunterkunft für gut 200 Flüchtlinge gewesen.

In ihrem Beitrag setzt sich Astrid damit auseinander, warum Menschen gegen Asylbewerber sind. „Ich verstehe es nicht. Was haben die Asylbewerber euch getan? Sind sie bei euch eingebrochen? Haben sie euch bestohlen und betrogen? Haben sie unerlaubt euren Hund gestreichelt? Ich verstehe nicht, warum Flüchtlinge mit so viel Hass konfrontiert werden.“

Außerdem beleuchtet die Jugendliche das Thema aus Sicht von Gleichaltrigen: „Hier in Poing und der Umgebung werden die meisten Asylbewerber nicht immer gut behandelt. Zumindest von den Menschen, die in meinem Alter sind, das sind also so ziemlich alle Teenager.“

Im Folgenden führt sie aus: „Ich möchte an dieser Stelle ein paar Beispiele von Aussagen nennen, die ich schon des Öfteren gehört habe: ,Die Asylanten wollten Mädchen vergewaltigen!’ ,Die belästigen uns voll!’ ,Die nehmen uns alles weg!’ ,Die sind kriminell!’ Diese Kommentare kamen von Menschen, die so gut wie keine Ahnung haben, wovon sie reden“, schildert die Schülerin in ihrem Beitrag. Und weiter: „Es ist ja auch noch nie passiert, dass ein Deutscher handgreiflich geworden ist. Neeeeeeein. Ich gebe zu, die Flüchtlinge hier sind teilweise nicht sehr freundlich, aber das ist kein Grund, alle in eine Schublade zu stecken.“

Des Weiteren erklärt sie aus ihrer Sicht, warum Asylbewerbern geholfen werden soll – und aus welchen Gründen Menschen aus ihrer Heimat fliehen. Am Ende des Textes schreibt Astrid: „Das war mein Statement zur Flüchtlingssituation. Ich hoffe, ich konnte hier wenigstens ein oder zwei Menschen zum Nachdenken anregen. Das Ganze ist nur meine Meinung, es ist okay eine andere Meinung zu haben. Vielen Dank fürs Lesen.“

Es ist ein starker und mutiger Text, den die Schülerin verfasst hat. Die Hanns-Seidel-Stiftung hat nun den Beitrag mit dem Preis „Die Raute“ und 300 Euro ausgezeichnet. Die Verleihung des Preises übernahm Kultusminister Ludwig Spaenle. Rund 180 Schülerzeitungen hatten sich an der diesjährigen Ausschreibung beteiligt. 15 von ihnen wurden ausgezeichnet

Weil man nicht wisse, wie manche Menschen reagieren, wenn sie erfahren, dass der Beitrag ausgezeichnet worden ist, haben Astrids Eltern darum gebeten, den Nachnamen ihrer Tochter nicht in der Zeitung zu nennen und auch kein Foto von ihr zu zeigen.

Armin Rösl

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