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Einen Gesamtschaden im fünfstelligen Bereich richteten die beiden geschnappten Graffitisprayer im nörlichen Landkreis an.

Polizei nimmt 14- und 15-jährige Täter fest

Hubschrauber jagt Graffitisprayer: Jugendliche gehen ins Netz

Poing - Mit Hilfe eines aufmerksamen und couragierten Ehepaares aus Poing sind der örtlichen Polizei zwei jugendliche Graffitisprayer ins Netz gegangen. Nach ihnen wurde seit Monaten gefahndet.

Wie die Poing mitteilt, die 46-jährige Frau den erst 15-jährigen Haupttäter aus Poing, als er am Samstag gegen 17 Uhr in der Siemensallee bei der Fa. OCE eine Mauer mit dem Schriftzug „ALI“ und „Klark“ besprühte. Er benutzte dazu einen grünen Kunstharzlack, der sich nur besonders schwer wieder entfernen lässt. Sein 14-jähriger Komplize aus Markt Schwaben stand nach ersten Ermittlungen zu Folge „Schmiere“. Die Frau rief dann sofort die Poinger Polizei an, während ihr Mann die Täter zu Fuß verfolgte, wobei er sie kurze Zeit später aus den Augen verlor. Die telefonischen Informationen reichten aber zunächst aus, um eine Fluchtrichtung, südwestlich an den Bahngleisen entlang, eingrenzen zu können und eine Einsatz- und Fahndungskoordination zu ermöglichen.

Zwei Streifen der Poinger Polizei waren schließlich kurze Zeit später am Tatort und konnten anhand der Beschreibung die beiden weglaufenden Täter aus einiger Entfernung ausmachen. Zunächst wurde die Distanz zu den Tätern mit dem Auto verkürzt. Als die beiden Jugendlichen in einem Dickicht verschwanden, nahmen die Beamten zu Fuß die Verfolgung auf. Zwischenzeitlich wurde vom Dienstgruppenleiter der PI Poing ein Polizeihubschrauber zur Unterstützung der Fahndungsmaßnahmen angefordert und in den Einsatz mit einbezogen.

Die Beamten konnten schließlich wenig später die zwei Täter in dem ca. 400m² großen Dickicht, in dem sie sich versteckt hielten, ausfindig machen und widerstandslos festnehmen.

Wie sich während der laufenden Ermittlungen herausstellte, sind die beiden für eine Vielzahl von Graffitischmierereien in den letzten sieben Monaten in Poing und angrenzenden Gemeinden verantwortlich, bei denen ein grob geschätzter Gesamtschaden im fünfstelligen Bereich angerichtet wurde.

Die beiden wurden nach erfolgter Strafanzeige den Eltern übergeben. Die Ermittlungen dauern an.

Die Polizei Poing hat den Sachbereich Jugendkriminalität seit Mai mit einer Beamtin, die sich schwerpunktmäßig um die Graffitischmierereien kümmert, verstärkt. Nachdem in den letzten Monaten Sachbeschädigungen in diesem Bereich vor allem in Poing und Vaterstetten zugenommen hatten. Illegale Graffiti bleiben ein teures Vergnügen, denn die Geschädigten können zivilrechtliche Ansprüche 30 Jahre lang geltend machen. In der Regel handelt es sich bei vielen dieser illegalen Spray-Aktionen um Tätergruppen. Aber selbst wenn nur ein Täter aus der Gruppe überführt wird, haftet dieser trotzdem für den gesamten Schaden.

Wenn Eltern vermuten, ihr Kind könnte illegal Graffiti sprühen, sollten diese zunächst ein klärendes Gespräch führen und aktiv darauf hinwirken, dass dies zukünftig zu unterlassen ist, rät die Polizei. In schwerwiegenden Fällen (Suchtcharakter) sei psychologische Hilfe ratsam. 

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