Gruppenbild mit Weltmeister und Gürteln: Schüler der 8. Klasse mit (vorne v.li.) Lehrer Alexander Schimeczek, Kickboxweltmeister sowie Mental- und Motivationstrainer Dominik Haselbeck, Sozialpädagogin Alexandra Steinhart, Gottlieb Herzog von der Stiftung Hubert Beck Ausbildungsförderung und Jörn Bülck, Rektor der Seerosenschule (Sonderpädagogisches Förderzentrum) in Poing. foto: stefan rossmann

Kickbox-Weltmeister als Lehrer

Poing - So mancher kann es kaum glauben, dass er tatsächlich vor ihnen steht: Dominik Haselbeck, 16-facher Weltmeister im Vollkontakt-Kickboxen.

Die Schüler der 8. Klasse der Seerosenschule Poing erleben an diesem Vormittag Ende vergangener Woche einen Unterricht, den sie so schnell nicht vergessen werden - und sollten. Der von Eltern aller Generationen gern gesagte Spruch „Nicht für die Schule lernst Du, sondern fürs Leben“ trifft hier tatsächlich zu. Im wörtlichen Sinne, denn an diesem Vormittag geht es nicht um Schläge austeilen, sondern darum, den Schülern Selbstsicherheit, Motivation, Disziplin, Durchhaltevermögen und Teamfähigkeit mit auf den Lebensweg zu geben. Das sind einige der Ziele, die Haselbeck verfolgt.

Der gebürtige Niederbayer war nicht zum ersten Mal in einer 8. Klasse des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Poing. Nach den positiven Erfahrungen vor etwa eineinhalb Jahren hat die Schulsozialpädagogin Alexandra Steinhart den Weltmeister wieder in die Seerosenschule eingeladen. Dazu die Stiftung Hubert Beck (Ausbildungsförderung), die erneut die Kosten übernommen hat.

Dominik Haselbeck ist nicht nur Kickboxweltmeister, sondern ausgebildeter Mental- und Motivationstrainer. Er tourt mit seinem Programm „Kick for the Future“ durch Schulen und Unternehmen und versucht, Jugendlichen und Erwachsenen den Kick in die richtige Richtung zu geben. Besonders Jugendliche liegen ihm am Herzen, sagt er, „hier kann man viel bewirken, sie haben ihr Leben noch vor sich“.

Immer wieder gebe es an der Schule sozial benachteiligte Mädchen und Buben, berichtet Sozialpädagogin Steinhart. Manchen fehle es an Selbstbewusstein. Dieses zu stärken - das hat sich Haselbeck zur (Lebens-)Aufgabe gemacht. Beispielsweise, indem er an die Kinder appelliert, am Abend vor einer Schulaufgabe bzw. Prüfung nicht in Angst zu versinken, sondern „fünf Minuten an das denken, was ihr wirklich könnt“. Mut haben, sich seiner Stärken bewusst sein. In Boxersprache: Raus aus der Ecke, rein in den Ring!

Den Schülern macht der Unterricht viel Spaß, konzentriert folgen sie den Ausführungen und Anweisungen des Weltmeisters. Ein paar sportliche Trainingsminuten mit Dominik Haselbeck dürfen freilich nicht fehlen, schließlich gehören zu den Zielen des Programms auch Themen wie Koordination schärfen sowie Konzentration und Reaktion stärken.

Am Ende des Vormittags strahlen die Schüler nicht nur wegen des motivierenden Unterrichts, sondern auch wegen der Weltmeistergürtel, die Haselbeck mitgebracht hat. Ein Vormittag, der lange in Erinnerung bleiben dürfte - und sollte.

Armin Rösl

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