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Großes Interesse weckt das seniorengerechte Bauen auf der Abtwiese in Hohenlinden. 

Ortstermin in Ho9henlinden

Seniorenwohnen: Potenzielle Mieter haken nach

Hohenlinden - Direkt vor Ort auf der Hohenlindener Abtwiese informierten sich Bürger über das Neun-Millionen-Wohnprojekt der Gemeinde Hohenlinden. 

Der eine oder andere machte sich schon fleißig Notizen. Oder stellte ganz konkrete Fragen: Gibt es Einbauküchen, oder muss jede Partei ihre eigene Küche mitbringen? Ist der Stellplatz draußen im Mietpreis enthalten oder nicht? Nur zwei von vielen Fragen, die darauf schließen ließen, dass unter einigen Hohenlindenern das Interesse etwas größer zu sein schien, vielleicht schon im kommenden Jahr das eigene Heim aufzugeben und zu tauschen gegen eine der 24 seniorengerechten Wohnungen, die gerade auf der Abtwiese entstehen.

Bauherr ist die Gemeinde. Und die lud am Montag unmittelbar vor der Bürgerversammlung zur Baustelle ein, um über ihr derzeit größtes kommunales Projekt zu informieren. Zieht man die Damen und Herren Gemeinderäte ab, waren es am Ende noch immer deutlich über 50 Frauen und Männer, die mehr oder weniger starkes Interesse an der Immobilie zeigten. Einer Immobilie, die in dieser Form und Größenordnung längst nicht in allen Kommunen hierzulande üblich ist.

Die federführende Architektin Regina Gaigl aus München stellte den interessierten Hohenlindenern sehr ausführlich das Projekt vor, das mit allem Drum und Dran einschließlich Planung etc. knapp über neun Mio. Euro brutto kosten wird. Das reine Bauobjekt ohne Grundstückkosten müsse mit 6,2 Mio. Euro veranschlagt werden, hieß es. Auf Nachfrage vor Ort und später dann nochmals in der Wendlandhalle im Verlauf der Bürgerversammlung (siehe unten stehenden Extrakasten) bestätigte Bürgermeister Ludwig Maurer eine Kreditaufnahme der Gemeinde in Höhe von 7,2 Mio. Euro; allerdings zu derzeit günstigen Konditionen und mit relativ langen Laufzeiten. Im aktuellen Haushalt für 2016 schlagen davon schon mal 4,89 Mio. Euro zu Buche, der Rest im Folgejahr.

Nach derzeitigem Stand ist nicht davon auszugehen, dass die Kalkulationen noch deutlich berichtigt werden müssten. Im Gegenteil: Wenn es eine Korrektur geben sollte, dann womöglich eher nach unten. Mandatsträger und Bürger nahmen beim Ortstermin wohlwollend und gerne zur Kenntnis, dass der Bau von der Kostenseite her gegenwärtig gut sechs Prozent unter den Berechnungen liege – und das bei bereits schon 70 Prozent vergebenen oder schon ausgeführten Gewerken.

Sowohl Maurer als auch sein „Vize“ Tom Riedl betonten, dass bei aller Verpflichtung zur Sparsamkeit im Umgang mit Steuermitteln auf der Abtwiese keine Billigversion entstehen werde. Man habe stets deutlich gemacht, dass der Kommunalbau mit hochwertigen Materialien errichtet werden solle. Schließlich handele es sich hier in ihrer Lesart um eine „Kapitalanlage“ der Gemeinde.

Noch offen ließen Verwaltung und Bürgermeister beim Ortstermin, mit welchen Mietzinsen zu rechnen sein werde. Später ließ Maurer zumindest durchblicken, dass das aufgenommene Darlehen einen Kapitaldienst von rund 300 000 Euro pro Jahr mit sich bringen werde. Zugleich gehe man von zu erwartenden Mieteinnahmen in Höhe von 200 000 Euro pro Jahr aus. Zum Vergleich: Im benachbarten Leißhaus, einem weiteren, aber schon älteren Mietkomplex der Gemeinde, wurden für 2015 Einnahmen von 110 976 Euro generiert.

Bezugsfertig sein sollen die 24 Wohnungen (eineinhalb bis dreieinhalb Zimmer) sowie vier Appartements übrigens im Sommer 2017: Alle barrierefrei, teils rolli-fähig, erreichbar über Loggien, bodengleiche Badezimmerduschen (auf Wunsch auch mit Wanne möglich), innen liegende Bäder, hochwertige Schall-Isolierung, Keller in der Tiefgarage, wo es 28 Stellplätze gibt. Vier sind zugleich Ladestationen für Elektroautos: So kurz und knapp die wesentlichen Merkmale des Neubaus.

Natürlich interessierte den einen oder anderen brennend, wie das Vergabeverfahren stattfinden soll. Dazu werde der Rat direkt nach der Sommerpause beraten und beschließen, so Maurer. Sicher aber scheint schon jetzt: Zuerst sollen natürlich örtliche Senioren zum Zuge kommen, gerne auch Familien mit Kindern, nachrangig dann auch Nichthohenlindener. Die Gemeinde hat naturgemäß großes Interesse, dass die Immobilie möglichst schnell voll werde. Möglich sei, dass erste Mietverträge Anfang 2017 unterschriftsreif vorlägen. „Zu einem vernünftigen Mietzins“, wie es heißt. Ebenso sicher scheint, dass die Gemeinde ihr Projekt selber verwalten wird.

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