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Der Verkehr lässt sich nicht wegdiskutieren. Die Anlieger der Staatsstraße in Schwaberwegen und Moos leiden unter Lärm und dicker Luft.

Umfahrung Schwaberwegen

Jetzt ist Feingefühl gefragt

Forstinning - Sollen Schwaberwegen und Moos  eine Umfahrung bekommen oder nicht? Das vorläufig letzte Wort darüber dürfte demnächst der Gemeinderat sprechen. 

Vollkommen einig ist man sich unter den Gemeinderäten in Forstinning zurzeit in einem Punkt: Es gibt keine Lösung für die Ortsumfahrungen Schwaberwegen, Niederried und Moos, die alle betroffenen und nichtbetroffenen Bürger in den genannten Ortsteilen zugleich zufriedenstellen wird. Deshalb ist auch schon jetzt klar: Egal, wie sich der Gemeinderat am Dienstag, 14. Juni, zur amtlich vorgeschlagenen Trasse des Staatlichen Bauamts Rosenheim positionieren wird: Er, der Gemeinderat, wird sich womöglich Freunde schaffen; oder halt Feinde bzw. neue Feinde.

Was wird also noch passieren bis zur vielleicht wichtigsten Ratssitzung in Forstinning zumindest in diesem Jahr? Beratungen sind angesagt, schwierige Abwägungen und sicherlich nicht ganz einfache Meinungsfindungsprozesse. Die drei Fraktionen (CSU, ÜWG und SPD) jedenfalls haben, so drückte sich bereits Bürgermeister Rupert Ostermair aus, die Aufgabe gestellt bekommen, sich bis zum Sitzungstag eine Meinung zu bilden, wie sie zu den Planungen stehen wollen, die Ingenieur Bernhard Bauer vom Staatlichen Bauamt Rosenheim Mitte April den Bürgern in einer öffentlichen Ratssitzung im Rupert-Mayer-Haus präsentiert hatte.

Das meiste in Bezug auf diese Entscheidungsfindungsprozesse fand bislang abseits der Öffentlichkeit statt, die natürlich derzeit gespannt ist wie ein Flitzebogen. Vorangeprescht war dann zuerst die SPD – ungeplant jedenfalls. In einem Artikel in der Mai-Ausgabe ihres lokalen Rundbriefs hatte man versucht, zunächst nur einmal die Gesamtsituation zu beschreiben. Durchaus sachlich, sagen die einen. Persönlich und unsachlich, so die Auffassung der anderen. Sogar parteiintern gab es nach der Verteilung des Briefes bereits Streit. Alleine dieser Artikel (wir berichteten am 17. Mai) und einige Reaktionen darauf dokumentieren recht eindrucksvoll, wie extrem sensibel das Thema in Forstinning – und speziell in Schwaberwegen – geworden ist. Die Dünnhäutigkeit mancher Protagonisten scheint zuzunehmen, je näher der Termin der nächsten Ratssitzung kommt.

In einem Interview mit der EZ, erschienen am 27. Mai, nahm die SPD-Ortsvorsitzende Christine Reichl-Gumz bereits kurz, aber noch recht unverbindlich Stellung. Haupttenor: Die Ideallösung gibt es nicht. Und genau das ist zugleich das große Manko.

Ähnlich sieht es ihr CSU-Ratskollege und Fraktionssprecher Johannes Nagler. Das Interesse des Gemeinderats müsse es sein, zuallererst das grobe Ganze zu sehen und zu versuchen, den gesamten Vorgang möglichst objektiv zu beurteilen. Es gebe, so Nagler weiter, aus seiner Sicht Argumente für alle erdenklichen Varianten. Die Hauptaufgabe des Plenums sei es nunmehr, nicht dort zu löschen, wo am lautesten geschrien werde, sondern eine Lösung anzustreben, die am besten für alle drei Ortsteile sei. Nagler: „Mir persönlich ist bewusst, dass es für die einen Verschlechterungen geben wird und für die anderen Verbesserungen“.

Auch das ist eine Einschätzung, die ganz gut verdeutlicht, wie schwer der Druck zurzeit auf den Schultern der Mandatsträger zu lasten scheint.

Johannes Nagler weiß, so darf man getrost annehmen, besonders um die Bedeutung der Entscheidung vom 14. Juni. Mit einer reiner Zustimmung oder Ablehnung werde es nicht getan sein. Es müsse daher zugleich der Wunsch deutlich gemacht werden, dass im weiteren Verlauf auch alle Verbesserungspotentiale ausgeschöpft werden, die ausgeschöpft werden können, sagte er sinngemäß. Zum Beispiel bei der Wahl des Straßenbelags oder bei der Festlegung der Schallschutzwandhöhen.

Der Steuerberater warnte im Vorfeld des 14. Juni gegenüber der EZ zugleich davor, bei allen berechtigten Einwänden aus Schwaberwegen nicht zu vergessen, dass es auch in Niederried und Moos Befindlichkeiten und Begehrlichkeiten gebe. Die CSU-Fraktion bespricht sich intern am Donnerstag, 9. Juni. Einen Fraktionszwang, so Nagler, werde es nicht geben. So wie es ihn in seiner Partei auch noch nie gegeben habe.

ÜWG-Fraktionssprecher Hans Hörgstetter weiß, wie seine Kollegen im Gemeinderat auch, um die extreme Feinfühligkeit vieler, die mit dem Thema Umfahrung besonders in den letzten Wochen zutage getreten ist. „Das ist für uns alle nicht ganz einfach“, meinte er mit Blick auf den Druck, dem alle Mandatsträger derzeit ausgesetzt sind. Aus der Bevölkerung habe es zuletzt mehrere direkte Anfragen an Mandatsträger gegeben; und zwar von beiden Seiten. Seine Fraktionsfreunde werden sich aber noch etwas Zeit lassen, Beratungen der Überparteilichen stehen laut Hörgstetter erst am Montag vor dem Sitzungstermin an, also am 13. Juni. Hörgstetter: „In der Ratssitzung werden die Meinungen der Fraktionen zusammenfließen, dann wird man sehen, was herauskommt.“

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