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Am Friedhof in Parsdorf wird eine neue Anlage geplant. Rund um einen Baum sollen 15 Grafbstellen für jeweils zwei Urnen entstehen. In den Boden eingelassene Platten markieren die Grabstellen.

Alternative Bestattungsformen in Vaterstetten

Letzte Ruhe unterm Baum

Vaterstetten - Es geht um eine würdevolle Grabstelle, aber auch darum, sie so pflegeleicht wie möglich zu gestalten. Die Nachfrage nach einer Urnenbesetzung steigt. Die Gemeinde Vaterstetten reagiert.

In der Kommune sollen nun am Friedhof in Parsdorf Urnengrabstätten geschaffen werden, die rund um einen Baum gruppiert sind. Die Möglichkeit dazu wurde nun auch in der neuen Friedhofssatzung festgelegt.

In den vergangenen Jahren seien die Bestattungsarten einem starken Wandel unterworfen, heißt es aus dem Rathaus. Darauf will die Gemeinde reagieren. Das Angebot reicht von der Beisetzung von Urnen im Erdreich bis zu entsprechenden Nischen. Im Friedhof Vaterstetten gibt es Stelen für je vier Urnen. Diese Nutzung sei aber aufgrund der hohen Kosten nur einem begrenzten Interessentenkreis möglich. Auch aus diesem Grund wird derzeit eine Baumgemeinschaftsanlage in Parsdorf geplant. Wie Karin Bodinet von der Friedhofsverwaltung erklärt, sind 14 bis 15 Grabstellen für jeweils zwei Urnen rund um zunächst einen Baum vorgesehen. Die Fläche wird bepflanzt und möglicheweise mit einem Ring aus Pflastersteinen umfasst. Um die Pflege kümmert sich eine Firma. In den Boden eingelassene Platten markieren die Grabstellen. Auf Platten können Namen und Daten angebracht werden. Eine Verpflichtung dazu bestehe aber nicht, so Bodinet. Es gebe eine starke Nachfrage nach anonymer Bestattung.

Zunächst soll abgewartet werden, wie das neue Angebot angenommen wird. Bei Bedarf könnten in Parsdorf zwei weitere Bäume gepflanzt werden. Am Friedhof in Parsdorf ist noch Platz. Rund um die zwei Bäume würden dann bis zu 30 Grabstellen und damit Platz für 60 Urnen entstehen. Die benötigte Gesamtfläche entspricht etwa 100 üblichen Gräbern. Bedeutet auch für die Kalkulation: Eine Grabstelle unter dem Baum wird teurer als ein normales Grab.

Auch auf weiter Veränderung in der Bestattungskultur wir in der neuen Satzung eingegangen. Derzeit bestehe unter anderem eine hohe Nachfrage nach einer Grabgestaltung mit Deko-Kies und Ziersteinen. Das war bisher untersagt. Künftig wird diese Gestaltungsart erlaubt, jedoch nur auf einem Teil des Grabes. Das ist ein Kompromiss. Denn die Gestaltung von Grabstätten mit Deko-Kies und Ziersteinen ist umstritten. Laut Rathaus häufen sich Beschwerden, weil derartige Grabstätten immer mehr verwahrlosen. Offensichtlich werde von vielen nicht berücksichtigt, dass der weiße Deko-Kies einen hohen Pflegeaufwand nach sich zieht.

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