Asylunterkunft bleibt sieben Jahre

Zorneding - Der Pachtvertrag für geplantes Pöringer Containerdorf wird verlängert. Das beschloss der Zornedinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

"Ich bin in einer Zwickmühle“, gestand Bürgermeister Piet Mayr in der jüngsten Gemeinderatssitzung, und die übrigen Ratsmitglieder empfanden ähnlich. Sie mussten sich zwischen ihrem Versprechen an die Pöringer Bürger und ihrem Zugeständnis ans Landratsamt entscheiden. Dabei ging es um die geplante Asylunterkunft in der Eglhartinger Straße in Pöring.

Schon im April hatte der Gemeinderat zugestimmt, dem Landratsamt dort eine Fläche für die Unterbringung von 64 Asylbewerbern in Wohncontainern zu verpachten. Bislang blieb die Fläche leer, weil in den letzten Wochen und Monaten deutlich weniger Flüchtlinge den Landkreis erreichten. Doch das könnte sich bald ändern. Nun bat das Landratsamt die Gemeinde, den Pachtvertrag von vier auf sieben Jahre zu verlängern. Grund: Die Regierung von Oberbayern genehmigt nur noch Vorhaben mit Pachtdauer ab sieben Jahren, weil bei einer kürzeren Pachtzeit die Wirtschaftlichkeit angezweifelt wird.

„Wir haben den Pöringern zugesagt, dass es bei vier Jahren bleibt“, so Mayr. „Andererseits haben wir laut Verteilerschlüssel derzeit sowieso weniger Flüchtlinge in der Gemeinde, als uns zugeteilt werden könnten.“ Auch Bianka Poschenrieder (SPD) sah sich in der Zwickmühle: „Vielleicht kann man sich aber auf den Kompromiss einigen, dass es zwar sieben Jahre werden, dafür aber auch wirklich nur maximal 64 Personen. Das Landratsamt wollte uns ja deutlich mehr Leute schicken.“

Einig waren sich alle Räte darin, sowohl die Pöringer Bürger als auch den Asyl-Helferkreis so bald wie möglich zu informieren. Helmut Obermaier (Grüne) äußerte die Hoffnung, dass die geplanten Container wenigstens ansprechender gestaltet würden, „zum Beispiel mit Holzmodulen.“ Vincent Kalnin (Grüne) wollte wissen, ob denn zwischenzeitlich Privatpersonen Unterkünfte für Flüchtlinge angeboten hätten. Das musste Mayr verneinen.

Letztlich stimmten 14 von 15 Gemeinderäten für die Verlängerung der Pachtdauer. Nur Ferdinand Glasl (CSU) war dagegen. Übrigens: Auswirkungen auf die geplante Berufsschule, die ebenfalls an der Eglhartinger Straße entstehen soll, hat die Asylunterkunft nicht. Das Grundstück ist groß genug.

Susanne Edelmann

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