Gutachter gibt Zahlen bekannt

Bauland für reiche Vaterstettener

Vaterstetten - Das eigene Häuschen ist im Landkreis ein Luxusobjekt. Auch in einem geförderten Einheimischenmodell müssen Bauherren viel Geld mitbringen, um sich eine Immobilie leisten zu können. Das wurde jetzt in Vaterstetten deutlich. Es geht vor allem um extrem hohe Preise für die Grundstücke.

Nach aktuellen Gutachterzahlen ergibt sich für die 31 geplanten Reihenhäuser im neuen Baugebiet Nordwest ein Bodenrichtwert von 1350 Euro pro Quadratmeter. Die Käufer müssen im geförderten Modell jetzt wohl rund 607 Euro pro Quadratmeter bezahlen. Für die etwas größeren Grundstücke der vorgesehenen sechs Doppelhaushälften gelten rund 595 Euro Pro Quadratmeter (Bodenrichtwert 1265 Euro). Vor einem Jahr wurde noch ein geförderter Quadratmeterpreis von 559 Euro angenommen.

„Bei uns werden Preise bezahlt, die ein Wahnsinn sind“, sagte Vize-Bürgermeister Martin Wagner (CSU) im Gemeinderat. Jo Neunert (SPD): „Ich bin von den Socken, als ich gehört habe, welchen Preis der Gutachter für das Grundstück festgestellt hatte.“ Dies spiegele eine Entwicklung wider, „dass wir asozial werden müssen“. Wenn man sich anschaue, wer die Chance habe, im Einheimischenmodell unterzukommen, dann seien dies nicht mehr „die Leute, die wir eigentlich im Blick hatten“ wie Feuerwehrler oder Bauhofmitarbeiter. Wenn die Eltern nicht mithelfen, dann könne man die Finanzierung nicht leisten.

Was die Einheimischen-Reihenhäuser im neuen Baugebiet Nord-West tatsächlich kosten werden, ist noch offen. Die Mehrheit im Gemeinderat entschied sich nun dafür, das Projekt mit einer Genossenschaft als Bauträger umzusetzen. Um den Preis zu drücken, soll dicht gebaut werden. Bedeutet aber auch, dass es für alle Eigentümer eine Tiefgarage geben wird. Diese soll ebenso von der Genossenschaft errichtet werden wie zumindest die Rohbauten der Reihenhäuser. Um den weiteren Ausbau könnten sich die neuen Eigentümer selbst kümmern. Weitere Bauleistungen durch die Genossenschaft wären ebenso eine Variante. Ein Architekt könnte zuvor Pläne und eine Kostenkalkulation erarbeiten. Die Genossenschaft könnte selbst einen Planer beauftragen. Möglich wäre auch ein Wettbewerb. Denkbar zudem: Eine Einbeziehung der künftigen Bewohner in die Planung.

Die neuen Eigentümer würden Mitglieder der Genossenschaft mit dem Vorteil, der größeren Transparenz. „Sie sind berechtigt, in die Bücher zu gucken“, so Ralf Schlömilch vom Bauamt im Gemeinderat.

Angepasst an die Preisentwicklung der Grundstücke wurde in der Sitzung auch die Einkommensgrenze für das Projekt. Sie wird auf 80 000 Euro pro Jahr angehoben.

Rubriklistenbild: © dpa

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