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Zwischenlösung: Ein Gewerbegebiet soll mittelfristig auf dem Areal am Philipp-Maas-Weg in Vaterstetten entstehen. Vorübergehend werden nun anschließend an Umspannwerk und Supermarkt (im Hintergrund) Wohncontainer für Flüchtlinge aufgestellt.

Gemeinderat gibt sein Plazet

Grünes Licht für Asylcontainer in Vaterstetten

Vaterstetten - Am nordwestlichen Ortsrand von Vaterstetten soll eine Containersiedlung für bis zu 150 Flüchtlinge entstehen. Dazu gab der Gemeinderat jetzt seine Zustimmung.

Vorgesehen ist für dieses Projekt ein Grundstück im Eigentum der Gemeinde, anschließend an das Umspannwerk (wir berichteten). Der genaue Standort steht noch nicht fest. Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) würde die mobilen Einheiten gerne direkt anschließend an die Rückseite des Supermarktes westlich des Philipp-Maas-Wegs positionieren. Konflikte wegen der Flüchtlinge erwartet der Rathauschef nicht.

Wie Bauamtsleiterin Brigitte Littke in der Sitzung erklärte, habe das Landratsamt Ebersberg in der Sommerpause nochmals zum Thema Flüchtlinge Kontakt mit der Gemeinde Vaterstetten aufgenommen. „Die Turnhallen wurden geräumt.“ Nun sollen die Menschen gerecht verteilt werden. Derzeit seien in Vaterstetten 108 Flüchtlinge untergebracht. Davon sind 35 sogenannte Fehlbeleger, also Personen, die ihr Asylverfahren erfolgreich abgeschlossen haben, aber keine Wohnung finden. Nach dem Königssteiner Schlüssel müsste Vater-stetten allerdings 231 Personen unterbringen. In der geplanten Anlage am Föhrenweg würden 88 Plätze entstehen. Zusammen mit den 150 Plätzen am Philipp-Maas-Weg wäre der Schlüssel dann erfüllte, rechnete Littke vor.

Die Gemeinde hat das Areal mit einer Gesamtfläche von rund 20 000 Quadratmetern am Philipp-Maas-Weg im Mai erworben. Dort soll mittelfristig ein Gewerbegebiet entstehen. Möglicherweise kann noch 2017 mit der Bauleitplanung begonnen werden.

Auf einem Teilbereich des Grundstücks mit rund 6000 Quadratmetern sollen nun zunächst für drei Jahre die Container aufgestellt werden. Es geht um fünf Module für jeweils 30 Personen, die der Landkreis erworben hat. Eine Verlängerung des Vertrages ist laut Bürgermeister Reitsberger möglich. Falls zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits Baurecht für das Areal bestehen sollte, würde sich die Pacht für das Gelände, auf dem die Container stehen, erhöhen. Der Mietzins für die Container-Anlage an der Verdistraße, den die Gemeinde erhält, beträgt aktuell zwei Euro pro Quadratmeter und Jahr. Reitsberger könnte sich jedoch vorstellen, dass das Gewerbegebiet parallel neben dem nicht von den Flüchtlings-Containern belegten Grundstücksteil entwickelt wird.

Im Gemeinderat gab es zum Vorschlag der Verwaltung keine Debatte. Nur Manfred Schmidt (FBU/AfD) meinte, das Problem der Unterbringung von Flüchtlingen wäre entschärft, wenn mehr Personen abgeschoben würden. Schmidt verwies dabei auf Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Diese Äußerung erzürnte jedoch Renate Will (FDP). Sie bat Bürgermeister Reitsberger als Sitzungsleiter, strikter gegen Wortmeldungen vorzugehen, die nichts mit der Tagesordnung zu tun hätten. So sah das auch SPD-Fraktionssprecher Josef Mittermeier. Schmidts Äußerungen hätten im Gemeinderat nichts verloren. „Das ist jenseits von Gut und Böse“.

Als möglicher Standort für die Flüchtlings-Container war auch ein Areal am Ortsrand von Baldham-Dorf in der Nähe des Flurweges im Gepräch, das derzeit landwirtschaftlich genutzt wird. Gegen dieses Areal sprach laut Bauamt jedoch, dass die Grundstücke nicht zentral liegen und eine Nahversorgung in unmittelbarer Nähe dort nicht gegeben ist. Zudem gibt es wohl baurechtliche Bedenken. Stichwort: Strengere Richtlinien im Außenbereich. Denkbar wäre unter Umständen eine Genehmigung durch die Regierung von Oberbayern.

In diesem Fall dürften im Gemeindegebiet jedoch keine andersweitigen Standortalternativen vorhanden sein, auf die auch zugegriffen werden könne. Das ist jedoch beim Grundstück am Philipp-Maas-Weg der Fall.

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