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Seit 70 Jahren glücklich zusammen: Gerda und Ernst Kahl.

Gerda (92) und Ernst Kahl (93) aus Vaterstetten

Lange Ehe? Das ist das Geheimrezept

Grafing - Ausgerechnet am „Tag des Kusses“ feierten Gerda (92) und Ernst Kahl (93) in Vaterstetten ihre Gnadenhochzeit. Die beiden blicken also zurück auf 70 Jahre Ehe. Kennengelernt haben sie sich 1943 während des Zweiten Weltkrieges. Hier verraten sie das Geheimnis ihrer langen Liebe.

Ernst war bei der Luftwaffe im Harz stationiert. Bei einem „bunten Abend“ fiel dem jungen Offizier ein Stapel Briefe auf, der auf einem Klavier lag. Ein Brief war an eine Adresse in Kiel gerichtet. „Wer ist hier aus Kiel?“, fragte er in die Runde. Es meldete sich ein 19-jähriges Mädchen: Gerda machte ein paar Tage Urlaub im Harz und hatte ihren Eltern einen Gruß nach Hause geschrieben. Auch Ernst stammte aus Kiel, so kamen die beiden ins Gespräch.

Schnell stellten sie noch mehr Gemeinsamkeiten fest und verliebten sich ineinander. Doch bis zur Hochzeit war es noch ein weiter schwerer Weg: 1944 nahm Ernst am Russlandfeldzug teil, von wo er 1945 zurück kam, um dann in amerikanische Gefangenschaft zu geraten.

Die Gefangenschaft verbrachte er in Freyung im Bayerischen Wald. Dort entlassen, fuhr er mit dem Fahrrad die ganze Strecke bis nach Hohenhameln bei Hildesheim, wo seine Eltern inzwischen lebten. Und dort wurde am 6. Juli 1946 dann endlich geheiratet.

„Mein Schwiegervater freute sich, dass sein Sohn eine Frau aus der alten Heimat Schleswig-Holstein gefunden hatte“, erzählt Gerda. Das Brautpaar war damals 22 und 23 Jahre jung, das Brautkleid war geliehen und der Schleier aus zwei geliehenen Schleiern und Myrtensträußchen improvisiert. Auch beruflich hatte Ernst Glück: Auf Vermittlung seiner Mutter kam er bei einem Bekannten unter und arbeitete dort im Land- und Viehhandel. Ernst war fleißig und leitete bald erfolgreich einen Betrieb in Hildesheim, während seine Frau in einem Fotolabor arbeitete. Später wechselte er zu Raab-Karcher nach München und so zog das Paar, das kinderlos geblieben ist, mit zwei Hunden im Gepäck nach Bayern um. „Ich wollte nicht in die Stadt, ich liebe das Landleben“, betont Gerda. Und so bezogen die beiden ein Haus in Haar. In den 1970er Jahren stand Ernst erneut an einem beruflichen Scheideweg, als seine Firma umzog: Bei der Firma bleiben und nach Bochum ziehen oder hier bleiben und sich selbstständig machen? Die Entscheidung fiel zugunsten der inzwischen lieb gewonnenen neuen Heimat. 1995 zogen die beiden von Haar nach Vaterstetten in eine Wohnung um, in der sie heute noch leben.

Ihr großes Hobby war das Reisen, die beiden unternahmen über 20 Jahre lang jedes Jahr eine Kreuzfahrt und kurten in Abbano Terme. Das ist mittlerweile zu beschwerlich geworden, dennoch genießen die beiden ihr Leben zu zweit. Dazu gehört auch das tägliche Gläschen Wein, das sie sich nach dem Essen gönnen. Mit der Zeit sind sie zu großen Weinkennern geworden und so hat auch ihr Weinhändler sie zum Hochzeitstag großzügig beschenkt.

Für ihre lange glückliche Ehe hat Gerda ein ganz einfaches Rezept: „Wir sitzen nie nebeneinander, sondern immer einander gegenüber. So können wir uns beim Reden in die Augen schauen.“ 

Susanne Edelmann

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