Bildungsadel: Die Abiturientinnen Jaqueline Gatzemeier (links) und Marie-Christine Dima (rechts) überreichten Kronen und Zepter an Regina John, Therese Eggerdinger und Rüdiger Modell (von links). Foto: Edelmann

Der Adel geht, der Pöbel bleibt

Vaterstetten - Der Entlassjahrgang des Vaterstettener Humboldt-Gymnasiums nimmt seine Abiturzeugnisse entgegen - in einer launigen Feierstunde.

Was haben die diesjährigen Abiturienten des Humboldt-Gymnasiums mit ihrem Schulleiter Rüdiger Modell gemeinsam? Sie alle begannen ihre Laufbahn an dieser Schule am gleichen Tag vor acht Jahren. Daran erinnerte Modell in seiner Ansprache bei der Abifeier: „Damals war das Atrium noch eine Baustelle.“

In einem fiktiven Zwiegespräch mit dem wieder auferstandenen Wilhelm von Humboldt erinnerte Modell an die vielen Ereignisse der letzten Schuljahre, an Exkursionen, Schüleraustausch und Studienfahrten, aber auch an Begegnungen mit Zeitzeugen und soziales Engagement. „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Humboldt-Gymnasium Vaterstetten bemüht war, Sie entsprechend den Forderungen eines Wilhelm von Humboldt umfassend zu bilden, Sie aber gleichzeitig auf den modernen Arbeitsmarkt vorzubereiten.“

Immerhin ein Drittel der Absolventen hat im Abiturzeugnis eine Eins vor dem Komma stehen, fünfmal gab es sogar die Traumnote 1,0. Außerdem wurden zahlreiche Sonderpreise für herausragende Leistungen in den Fächern Deutsch, Französisch, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Latein verliehen.

Landrat Robert Niedergesäß betonte: „Ich freue mich, dass wir heute in dieser Turnhalle feiern können“, das sei vor einigen Monaten noch fraglich gewesen, da dort Asylbewerber untergebracht waren. „Ich danke der ganzen Schulfamilie für die tatkräftige Unterstützung. Ihr seid ein gutes Beispiel dafür, wie man Flüchtlinge bei uns aufnehmen und sich kümmern kann.“ In Anspielung an den Abistreich, bei dem ein Brandmelder einen Feueralarm ausgelöst hatte, witzelte er: „Eigentlich wollte ich ja in Feuerwehruniform kommen.“ Wie schon vor zwei Jahren, sei er auch heuer gerade während des Abistreiches zufällig an der Schule vorbeigekommen. Im Gegensatz zu 2014 habe er aber Glück gehabt: „Ich kam trocken und unerkannt davon.“

Ihre letzte Abirede hielt heuer die Elternbeiratsvorsitzende Sabine Pillau, deren Sohn selbst Abitur gemacht hatte und die nun deshalb aus ihrem Amt ausscheiden muss. Mit Bezug auf das Motto des Abiturjahrgangs „Abistokratie: Der Adel geht, der Pöbel bleibt“, machte sie den jungen Leuten ein Kompliment für ihre standesgemäßen Roben. „Egal ob durch Geburt adelig oder dank Bayern-Abi geadelt, ich wünsche Ihnen, dass jeder sein ganz persönliches Thrönchen findet.“

„Unser Weg war nicht immer einfach, aber unterhaltsam“, berichtete die Abiturientin Franziska Decker. „Wir sind die Schülergeneration, die den Umbau zwar nicht mehr in vollem Ausmaß miterlebt hat, aber dennoch in Containern unterrichtet wurde. Wir waren zu alt, als endlich eine Schaukel den Weg in unseren Schulhof fand, und müssen gehen, bevor der letzte Lehrer sicher im Umgang mit Beamer und Dokumentenkamera ist. Wir sind nämlich eine Medienreferenzschule. Das wussten Sie nicht? Bis zum Lehrpersonal scheint diese Information auch noch nicht vollständig durchgedrungen zu sein. Anders kann ich mir den Edding auf den Smartboards nicht erklären.“

Dem Dank an Eltern, Lehrer, Google und Wikipedia folgte der Dank an das „unangefochtene Traumpaar“, die beiden Oberstufenbetreuerinnen Regina John und Therese Eggerdinger, denen sie „Nerven wie Drahtseile und einen Geduldsfaden länger als der Äquator“ bescheinigte.

Auch für Eggerdinger, die zum Schuljahresende in den Ruhestand geht, war dies die letzte Abiturzeugnisverleihung ihrer Laufbahn. Deshalb wurde sie zum krönenden Abschluss der Feier von Jacqueline Gatzemeier und Marie-Christine Dima im Namen des ganzen Jahrgangs zur Königin erklärt.

Susanne Edelmann

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