+
Kinderkrippe statt Gewerbe: In Baldham-Dorf wird umgeplant und umgebaut.

Kinderbetreuung in Vaterstetten 

Alternative mit Küche im Keller

Vaterstetten - Der Bedarf ist hoch an Kinderbetreuungsplätzen in der Gemeinde Vaterstetten. Grundstücke für Neubauten zu finden, ist aber schwierig. Da sind ungewöhnliche Lösungen gefragt, wie die Nutzung von Räumen, die eigentlich für Gewerbe gedacht waren, oder ein zweistöckiger Containerbau im Grünzug. Ein Nebenprodukt könnte ein Bürgerpark sein.

Erstes Projekt: Eigentlich sollte im Ersatzbau der Brennereigenossenschaft in Baldham-Dorf im Erdgeschoss eine Firma einziehen. Im Keller war ein Lager vorgesehen. Jetzt kommt es anders. Die Wohnungen im ersten Stock und die Nutzung im Dach bleiben. Aber aus dem Rest wird eine Kinderkrippe mit vier Gruppen für 48 Kinder. Umbauten sind notwendig.

„Wir sind sehr erfreut“, so Bauamtsleiterin Brigitte Littke im Gemeinderat. „Wir haben eine gute Lösung gefunden. Wir bringen jetzt vier Gruppen unter, ursprünglich gedacht waren nur zwei.“ Stefan Ruoff (Grüne) erklärte, die Kosten lägen nun über einer Million Euro. „Das ist sehr viel Geld.“ Ruoff fragte, warum man denn nicht schon früher auf die Idee der Kindergartennutzung für das Gebäude gekommen sei. Schließlich säßen auch Mitglieder der Genossenschaft im Gemeinderat. „Wir hätten viel Geld gespart.“

„Vor einem Jahr hat niemand dran gedacht, dass wir zusätzliche Krippenplätze brauchen“, erklärte Bürgermeister Georg Reitsberger (FW). Damals habe man entsprechende Überlegungen zum Brennereigebäude in Hergolding fallen lassen. „Im Juni war aber klar, dass wir 70 Krippenplätze brauchen.“ Da sei Baldham-Dorf eine Alternative gewesen. „Zuerst hat es nicht gut ausgeschaut“, so Reitsberger. Nur zwei Gruppen schienen möglich. „Das wäre wirtschaftlich nicht darstellbar gewesen.“ Dass es nun doch eine Lösung gebe, liege an der guten Arbeit des Architekten Alexander Grund. Der hatte auch schon den Umbau und die Erweiterung der ehemaligen Brennerei Weißenfeld zu einer Kindertagesstätte geplant.

Drei der Gruppen werden im Erdgeschoss untergebracht, eine weitere im angrenzenden bisherigen Garagenbau. Die Gruppenräume haben jeweils 60 Quadratmeter. Im Keller sind unter anderem ein großer Bewegungsraum, die Küche sowie ein Speiseraum vorgesehen. Erschlossen wird der Keller auch durch den zu einem Personenaufzug umgebauten Lastenaufzug.

„Ich habe ein bisschen Probleme sowohl mit der Garage als auch mit dem Keller“, meinte Gemeinderätin Renate Will (FDP). Doch Architekt Grund beruhigte. Es handle sich nicht um eine einfache Fertiggarage, sondern um einen gemauerten Raum. Der Bewegungsraum im Keller habe große Fenster, die auch als Ausgang genutzt werden können. Belichtet werde mittels eines sieben Meter breiten und drei Meter tiefen Grabens, von dem eine Treppe auch nach oben führe. „Das hat unheimlich viel Charme“, so CSU-Gemeinderätin Edith Fuchs, die selbst viele Jahre einen Kindergarten leitete. „Konzeptionell kann man da sehr viel machen.“

Zweites Projekt: Der Gemeinderat hatte bereits Mitte Juli einem Containerprovisorium als Kindergarten/Kinderkrippe für zehn Jahre am Verkehrsübungsplatz zugestimmt. Weil es für eine längere Betriebszeit aber höhere Zuschüsse gibt, es geht um rund 500 000 Euro, soll die Einrichtung aber 25 Jahre stehen bleiben.

„Das ist dann aber kein Provisorium mehr“, so Maria Wirnitzer (SPD). Weil mit dem Bau in den örtlichen Grünzug eingegriffen werde, forderte sie als Ausgleich, einen Bürgerpark anzulegen. Das hatten die Grünen schon mal im Wahlkampf zum Thema gemacht.

Es gab aber auch kritische Stimmen. „Das sprengt alle Dimensionen“, meinte Herbert Uhl (FW). „Völlig inakzeptabel“, erklärte Jo Neunert (SPD) mit Blick auf die schwierige Verkehrssituation. Zudem gebe es in unmittelbarer Nähe bereits Kindergärten. Renate Will (FDP) fand den Standort „nicht optimal“, gab aber zu Bedenken, dass die Gemeinde dringend Plätze für Kinderbetreuung brauche. Will verwies auf den Rechtsanspruch der Eltern, der eingeklagt werden könne, wenn es nicht genügend Plätze gebe.

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>T-Shirt "Mei Trachtenhemd is in da Wäsch" grau</center>

T-Shirt "Mei Trachtenhemd is in da Wäsch" grau

T-Shirt "Mei Trachtenhemd is in da Wäsch" grau
<center>T-Shirt "Mei Dirndl is in da Wäsch" fuchsia</center>

T-Shirt "Mei Dirndl is in da Wäsch" fuchsia

T-Shirt "Mei Dirndl is in da Wäsch" fuchsia
<center>T-Shirt "Mei Dirndl is in da Wäsch" schwarz</center>

T-Shirt "Mei Dirndl is in da Wäsch" schwarz

T-Shirt "Mei Dirndl is in da Wäsch" schwarz
<center>Bayerische Crossover-Tapas</center>

Bayerische Crossover-Tapas

Bayerische Crossover-Tapas

Meistgelesene Artikel

Zu wenig Kita-Personal: Vaterstettener Eltern reicht‘s

Vaterstetten - Um die Druck auf die Gemeinde in Sachen Kindergärten, Krippen und Horte zu erhöhen, wollen sich Eltern in einer Initiative zusammenschließen. Die …
Zu wenig Kita-Personal: Vaterstettener Eltern reicht‘s

Kommentare