Hannes Neugebauer von der DB Netz AG stellt Landrat Robert Niedergesäß (2.v.l.) und Kirchseeons Bürgermeister Udo Ockel (li.) auf dem Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks die neue Anlage zur Grundwasserreinigung vor. Foto: Jürgen rossmann

Über zehn Tonnen reines Teeröl gewonnen

Kirchseeon - Die Grundwassersanierung am ehemaligen Bahnschwellenwerk in Kirchseeon geht mit einer neuen Anlage weiter. Eine Zwischenbilanz.

Im Februar dieses Jahres wurde auf dem Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks in Kirchseeon eine neue Anlage zur Grundwasserreinigung in Betrieb genommen. Diese Anlage, die jetzt der Öffentlichkeit präsentiert wurde, ersetzt die erste, die im September 2005 ihren Betrieb aufgenommen und über zehn Jahre zuverlässig das teerölverunreinigte Grundwasser gereinigt hat. Jährlich wurden bis zu 260 000 m³ Grundwasser aus einer Reihe von sechs Brunnen gefördert und anschließend durch eine Abscheideanlage, einen Biofilter und mehrere Aktivkohlefilter vollständig vom Teeröl befreit. Das saubere Grundwasser wurde über eigens dafür erstellte Versickerungsbrunnen im westlichen Bereich des ehemaligen Schwellenwerksgeländes wieder dem Grundwasserkörper zugeführt.

Insgesamt wurden nach Angaben der Bahn ca. 4,7 Tonnen gelöstes Teeröl aus dem Grundwasser entfernt. Daneben wurden noch rund 10,6 Tonnen an reinem Teeröl gefördert, das sich am Boden der Brunnen durch die Druckentlastung beim Pumpen angesammelt hatte. Durch diesen glücklichen Umstand, der bei der Planung der Anlage nicht absehbar war, ist aus der zunächst durchgeführten Abstromsicherung eine waschechte Sanierungsanlage geworden. Das bedeutet, dass Teeröl in Reinkultur entnommen und nicht nur gelöstes Teeröl aus dem Grundwasser entfernt wird. Durch die Abstromsicherung wird wirksam verhindert, dass teerölverunreinigtes Grundwasser das Gelände in Richtung Nordosten verlässt. Durch die Entnahme von reinem Teeröl wird die weitere Verunreinigung von sauberem Grundwasser deutlich reduziert.

Angefangen hat die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Abschluss des sogenannten ÖrV im Februar 2001. Gemeint ist damit der öffentlich-rechtliche Vertrag zwischen dem Landratsamt Ebersberg und der Bahn. In diesem Vertrag verpflichtete sich die Bahn zur Durchführung von Boden- und Grundwasser-untersuchungen sowie zur Vorlage eines Sanierungsplans. Der Sanierungsplan für die Abstromsicherung wurde im August 2004 vom Landratsamt Ebersberg genehmigt.

Im ehemaligen Bahnschwellenwerk in Kirchseeon wurden von 1869 bis 1956 Schwellen für die Schienenstrecken im Königreich Bayern und später für ganz Deutschland hergestellt. Die Holzschwellen wurden durch das Imprägnieren mit Teeröl und Quecksilber konserviert und wirksam vor Verwitterung geschützt.

Rund 25 Hektar umfasste das Betriebsgelände des Schwellenwerkes nördlich und südlich der Bahnlinie München - Rosenheim. Aufgrund dieser Vornutzung wurden Boden- und Grundwasseruntersuchungen durchgeführt und insbesondere Teeröl und Quecksilber vorgefunden.

In Planung und Genehmigung der neuen Anlage für weitere 20 Jahre wurden die Erfahrungen der vergangenen zehn Betriebsjahre mit eingebracht. Es stehen nun acht Förder- und drei Versickerungsbrunnen zur Verfügung. Die jährliche Grundwasserentnahme wurde auf max. 830 000 m³ festgesetzt. Damit ist die neue Anlage mehr als dreimal leistungsfähiger als die alte Anlage. Dies bringt zwei entscheidende Vorteile: Zum einen kann die Abstromsicherung bei Starkregenereignissen zuverlässiger gewährleistet werden und zum anderen kann bei einer höheren Druckentlastung im Grundwasserkörper mehr reines Teeröl mobilisiert und entnommen werden.

Neben der Teerölreinigung läuft bereits seit Juni 2008 auch eine Behandlungseinheit zur Quecksilberreinigung des Grundwassers. Diese Behandlungseinheit befindet sich im gleichen Gebäude wie die Teerölreinigung. Bislang wurden ca. sechs Kilogramm Quecksilber aus dem Grundwasser entfernt.

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