Kirchseeon wird "Kunsthauptstadt"

Kirchseeon - Nach der Verhüllung des Gymnasiums à la Christo steht das nächste öffentlichkeitswirksame Projekt an.

Nach der Verpackungsaktion des Gymnasiums à la Christo beim Abi-Streich steht in Kirchseeon die nächste Aktion an: Bei einem Kunstprojekt soll an der Münchner Straße ein Gebäude, das kommendes Frühjahr abgerissen wird, farbenfroh „verziert“ werden. Bürgermeister Udo Ockel (CSU) berichtete dem Gemeinderat vom Vorhaben der Gymnasiasten.

Zwar brauchte er keinen Beschluss seiner Gemeinderäte für das Vorhaben, doch wollte er sie offenbar eingebunden wissen in ein Projekt, von dem er sich offensichtlich viel verspricht: „Wir werden so noch zur Kunsthauptstadt des Landkreises“, hatte der Rathauschef gewitzelt, und klar, dass er von seinen Ratsmitgliedern grünes Licht für die Münchner Straße 30 bekam.

In jenem Gebäude ist derzeit noch das Schlaraffenland, sprich die Kirchseeoner Tafel, untergebracht. Die zieht aber bald in die frühere Holzhandlung an der Wasserburger Straße nahe der Moosacher Brücke. Und ausgezogen ist bereits das Mehrgenerationenhaus „Café Zam“, das seine neue Bleibe bereits im früheren Bankgebäude in der Ortsmitte in Beschlag genommen hat, wo auch bald die AWO-Seniorenstube und die Schülerbetreuung unterkommen soll. Die Münchner Straße 30 wird nämlich im kommenden Frühjahr abgerissen, dann wenn im Carrée zwischen dem Gartenweg, der Bundesstraße und eben der Münchner Straße im kommenden Jahr das neue „Haus für Kinder“ gebaut werden wird.

„Eine Immobilie, die abgerissen wird, kann man in der Zwischenzeit gut gestalten“, schildert Benedikt Gruber die hinter der ganzen Angelegenheit steckende Idee. Gruber ist Kirchseeons Jugendpfleger. Und Gruber kennt Felix Rutkowski. Rutkowski ist Kunstlehrer am Gymnasium. Womit sich der der Kreis schließt, und man so weiß, weshalb Kirchseeon vielleicht bald wieder Schlagzeilen wegen einiger Aktionskünstler macht. Vielleicht klappt es mit dem neuen Outfit der Münchner Straße 30 im Rahmen verschiedener Projekttage noch vor den Sommerferien, hofft der Jugendpfleger. Wenn nicht, ist Gruber guter Dinge, dass die Marktgemeinde im Frühherbst seinen neuen Farbfleck auf Zeit bekommt.

Wie der dann aussehen wird, dazu gebe es schon einige Entwürfe. Denn es soll natürlich nicht nur einfach so drauf losgesprüht, beziehungsweise gemalt werden - mit umweltfreundlichen Farben selbstverständlich. Gedacht ist daran, die Geschichte und die Natur Kirchseeons, eben auch das Umfeld der Marktgemeinde, aufzunehmen. Indem zum Beispiel an die Nonnenraupenplage im Forst im Jahr 1889 in den Graffitis erinnert wird.

„Macht was G’scheites“, lautete zumindest der Appell des Bürgermeisters, als er sich der Zustimmung seines Ratsgremiums sicher war. Um dann in Erinnerung zu rufen, weshalb er auf das Wort „Kunsthauptstadt des Landkreises“ gekommen war. Eine ähnliche, weil offiziell genehmigte Graffiti-Aktion gab es seitens der Mittelschule nämlich schon vor Jahren in der Fußgängerunterführung beim Rathaus, auch wenn sie wenig Beachtung gefunden habe, weil dort nur wenige Leute die B 304 unterquerten. Aber erst kürzlich sei auch ein Eisentor der früheren Holzhandlung künstlerisch gestaltet worden, wusste Ockel zu berichten.

Wobei er aber einen ganz besonderen Fall vergas zu erwähnen. Vor längerer Zeit war nämlich Kirchseeon tatsächlich ein bundesweit bekanntes Mekka von Graffiti-Künstlern. Nämlich auf dem Gelände des früheren Bahnschwellenwerks. Bis dieses meist nächtliche Treiben rigide unterbunden wurde.

Eberhard Rienth

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