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Ümit Öztürk und seine Frau Nurten mit ihren Kindern vor dem vom Brand zerstörten Haus.

Nach verheerendem Brand in Weißenfeld

Diese Familie steht vor dem Nichts

Weißenfeld - Eine Plane hängt über dem Haus – sie verdeckt jenes Gebäude, in dem die Familie Öztürk heimisch werden wollte. Vor drei Wochen war die siebenköpfige Familie in die Doppelhaushälfte in Weißenfeld gezogen. Jetzt stehen sie vor dem Nichts. Jetzt, nach diesem schlimmen Samstagmittag.

Sechs Monate lang hatten die Öztürks zuvor nach der perfekten Wohnung gesucht. In dieser Zeit war Vater Ümit (41) von Frankfurt aus zur Arbeit gependelt. Er arbeitet als Systemingenieur bei einer Firma in Erding. Nur am Wochenende sah er seine Familie in Hessen. Nun, in Weißenfeld, waren die sieben endlich wieder vereint. Viele Umzugskartons waren noch nicht ausgepackt. Ümit will am Samstag zum Wertstoffhof fahren. Seine Frau Nurten (38), der es nicht so gut geht, hatte sich zuvor kurz hingelegt – oben in einem kleinen Raum, neben einer alten Küche.

Ümit nimmt sie mit, damit sie ein bisschen frische Luft bekommt – und rettet damit ihr Leben. Auf dem Rückweg bekommen die beiden einen Anruf von ihrer ältesten Tochter Beyza (13). Am Telefon meldet sich aber nicht die Gymnasiastin, sondern ein Feuerwehrmann. Feuer in der kleinen Küche im Dachgeschoss! Nurten hätte im Nachbarzimmer keine Chance gehabt. „Wir dachten, dass das Gas für die Küche ausgestellt war“, sagt Nurten. Wie es zum Brand gekommen ist, müssen jetzt Ermittler untersuchen. „Wir hatten viele Kartons in der Küche“, sagt Ümit und schüttelt den Kopf. Wichtige Unterlagen, Schmuck, Kleidung – alles verbrannt. „Zum Glück hat die Feuerwehr einiges in die Garage retten können“, sagt Nurten. Der Brand von Weißenfeld – er zeigt auch, wie wichtig eine funktionierende Nachbarbarschaft ist. Angefangen von Nachbarin Iris von Bassenheim, die die Kinder aus dem Haus klingelte, über andere Nachbarn, die Kleidung besorgten bis hin zur Gemeinde, die der Familie Hotelzimmer zur Verfügung stellte.

„Wir kannten die Nachbarn noch gar nicht richtig. Das ist einfach toll“, lächelt die Mutter. Gerade für die Kinder ist die Situation im Hotel nicht leicht. Zwei Zimmer haben sie bekommen. „Die Kinder brauchen dringend wieder Alltag“, sagen die Eltern. Beyza und ihre Geschwister Burak (12) und Suzan (8) gehen wieder in die Schule.

Für die zweineinhalb Jahre alten Zwillinge Tuba und Yuscha suchen die Eltern noch einen Kindergartenplatz. Das Wichtigste für die Familie ist es jetzt, eine Wohnung zu finden. Ob sie wieder in das Haus einziehen können, ist unklar. Schaden: 50 000 bis 100 000 Euro.

Florian Fussek

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