Neue Berufsschule: Zorneding mit guten Argumenten

Zorneding - Zorneding könnte Sitz einer neuen Berufsschule werden, die die Landkreise München und Ebersberg gründen wollen. Das erklärte Landrat Robert Niedergesäß (CSU).

Zornedings Bürgermeister Piet Mayr (CSU) bestätigte auf Anfrage der EZ, dass sich die Kommune mit einem Brief an das Landratsamt als Standort für die Bildungseinrichtung beworben habe. Dazu gebe es auch einen Beschluss des Gemeinderats, gefallen in nichtöffentlicher Sitzung. Möglich wäre ein Areal im Osten von Pöring, also nördlich der Bahnline. Eine Anbindung an den Bahnhof durch einen Fußweg wäre laut Mayr möglich. Das Areal ist rund 33 000 Quadratmeter groß und war schon einmal als Grundstück für den Neubau eines Gymnasiums im Gespräch. Dieses wurde dann in Kirchseeon gebaut. Nun hat Zorneding eine neue Chance auf eine weiterführende Bildungseinrichtung.

Niedergesäß sieht den Standort in Zorneding als geeignet. Und auch Münchens Landrat Christoph Göbel könne mit diesem Standort leben. Vorteile seien die Nähe zur S-Bahn und zur Landkreisgrenze. Bedarf sei derzeit für rund 1000 Schüler. Nach Ansicht des Landrats könnten auch die beiden großen Einrichtungen in Kirchseeon, nämlich das Berufsbildungswerk St. Zeno und das Berufsförderungswerk in die Überlegungen mit eingezogen werden. Dabei geht es vor allem um die dortigen Werkstätten. Da diese vorhanden sind, wäre es laut Niedergesäß unsinnig, neue Werkstätten zu bauen. Wie das Schulprojekt genauer aussehen könnte, ist noch offen. Die beiden Landkreise wollen bis zum Herbst einen Vorschlag vorlegen. „Wir haben keinen Zeitdruck.“

Hintergrund: Auf überraschende Initiative des Bayerischen Kultus-Ministeriums soll die Schullandschaft im Bereich der Berufsschulen ergänzt und weiter entwickelt werden, auch für den Landkreis Ebersberg. Es habe schon einmal einen Antrag der SPD im Kreistag gegeben, so der Landrat. Damals habe es noch geheißen, es gebe keinen Bedarf. „Jetzt hat sich die Welt gedreht.“

Am Anfang der Diskussion ging es auch um Plätze für junge Flüchtlinge in den Berufsschulen. Der Bedarf ist vor allem im Landkreis München sehr hoch. Das Thema Asyl sei für den Landkreis Ebersberg aber laut Niedergesäß nur ein Teil der Debatte, keinesfalls der Hauptpunkt. Denn wenn die Container am Gymnasium Grafing für Berufsschulzwecke genutzt werden, habe der Landkreis eine 100-prozentige Abdeckung, wie Stefanie Geisler, Abteilungsleiterin im Landratsamt, betont. „Es fehlt weniger an Räumen als an Lehrern.“

Von Robert Langer

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