Bildungslandschaft in Vaterstetten 

Plan für private Montessori-Schule

Vaterstetten - Die Bildungslandschaft in Vaterstetten könnte bunter werden. Caroline Herrmann-Traulsen, die in Baldham ein lernterapeutische Praxis betreibt, will in der Großgemeinde eine private Grundschule gründen.

Die Bildungseinrichtung soll sich an Montessori-Grundsätzen orientieren. Zur Gründungsidee gehört eine individuelle Begabungsförderung und gleichen Chancen auch für Kinder mit Rechen- oder Lese-Rechtschreibschwäche sowie mit Hochbegabung. Herrmann-Traulsen, die bei diesem Projekt von ihrem Ehemann Mark Traulsen, kein Pädagoge, sondern Biotechnologie-Ingenieur, unterstützt wird, stellte ihre Idee jetzt im Vatetstettener Schulausschuss des Gemeinderates vor und stieß dabei auf Wohlwollen.

 „Ich möchte eine Schule gründen für unterschiedlichst begabte Kinder, für alle Kinder“, so Herrmann-Traulsen. Das gängige System baue darauf, „dass wir uns immer an der Norm orientieren“. Was außerhalb davon liege, gehe verloren. Sie wolle Kinder auffangen, die „sich anders entwickeln als die Norm“. Ihre langjährige Arbeit als Lerntherapeutin habe gezeigt, dass betroffene Familien sich in der Regelschule oft allein gelassen oder ausgeschlossen fühlten. Kinder würden oft auf ihre partielle Schulleistungsschwäche reduziert. „Sie können ihr Begabungspotenzial nicht entfalten.“

Caroline Herrmann-Traulsen will eine private Grundschule gründen.

 Start für die Schule könnte zum Schuljahr 2018/19 sein, mit einer Klasse und 17 Kindern, jahrgangsgemischt von der ersten bis zur vierten Klasse. Im zweiten Jahr müsse man dann einen deutlichen Sprung machen, mit ein, zwei Klassen mehr, so Herrmann-Traulsen.

Zuvor ist aber eine Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde notwendig. „Die Regierung wünscht, dass man sich abgrenzt. Montessori reicht nicht.“ Deshalb auch die Ergänzung durch den zusätzlichen Schwerpunkt der individuellen Begabungsförderung. Das Konzept müsse bis Februar bei der Regierung von Oberbayern eingereicht werden. „Die Genehmigung wird in der Regel erst in den Sommerferien bekannt gegeben. Die Schule muss dann gegebenenfalls innerhalb weniger Tage startklar sein.“

Finanziert werden soll die Schule zum Teil über Elternbeiträge. In Montessorischulen im Umland von München belaufen sich diese im Durchschnitt auf 220 bis 350 Euro pro Monat. Dazu komme Geld von Sponsoren sowie staatliche Zuschüsse. Diese werden aber erst ab dem dritten Jahr bezahlt. „Wir müssen zwei Jahre vorfinanzieren“, erklärte Herrmann-Traulsen. Eine private Schule ist eine Ergänzung zum staatlichen Angebot. „Die Gemeinde ist da völlig draußen“, so die Klarstellung des Rathauses. 

„Ich finde ihre Idee gut und wünsche viel Erfolg“, so CSU Gemeinderätin Edith Fuchs. „Wenn wir ideell unterstützen können, ich bin dabei.“ Und SPD-Rätin Cordula Koch erklärte, das Konzept hätte in der Gemeinde Potential. Hilfe erhofft sich Caroline Herrmann-Traulsen von der Gemeinde Vaterstetten bei der Suche nach einem geeigneten Gebäude. Möglich sei auch, ein Grundstück zu pachten und Blockhäuser darauf zu bauen. Unterstützung könnte von der Kommune zudem beim Finden von Sponsoren kommen.

Rubriklistenbild: © dpa

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